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Neue Synths von Roland: JUPITER-08 und n/vision

Zwei neue Boutique-Synthesizer zwischen Vintage-Sound und moderner Klangforschung.
Neue Synths von Roland: JUPITER-08 und n/vision


Roland erweitert seine Boutique-Serie um zwei spannende Synthesizer, die unterschiedliche Ansätze der elektronischen Klangerzeugung miteinander verbinden.
Mit dem JUPITER-08 feiert der japanische Hersteller das 45-jährige Jubiläum des legendären JUPITER-8, während der n/vision als erster Wavetable-Synthesizer der Boutique-Reihe neue Möglichkeiten für moderne Klanggestaltung eröffnet. Beide Instrumente kombinieren kompakte Abmessungen mit umfangreichen Sounddesign-Funktionen, integrierten Effekten und zeitgemäßen Anschlussmöglichkeiten.

Die offizielle Vorstellung erfolgte am 20. Oktober 2026. Beide Modelle werden mit der abnehmbaren 25-Tasten-Tastatur K-25m ausgeliefert und sind für den Einsatz im Studio, auf der Bühne und unterwegs konzipiert. Besonders interessant ist dabei, dass Roland nicht einfach zwei weitere Mini-Synthesizer präsentiert, sondern zwei Instrumente mit deutlich unterschiedlichen klanglichen Schwerpunkten.

Roland JUPITER-08: Eine Hommage an einen Synthesizer-Klassiker

Der ursprüngliche Roland JUPITER-8 erschien 1981 und entwickelte sich zu einem der bekanntesten polyphonen Synthesizer der Musikgeschichte. Sein kraftvoller, zugleich vielseitiger Klang prägte zahlreiche Produktionen aus Synth-Pop, New Wave und elektronischer Musik. Auch in Film- und Videospiel-Soundtracks sowie in modernen Popproduktionen ist sein klangliches Erbe bis heute präsent. Zum 45-jährigen Jubiläum bringt Roland mit dem JUPITER-08 eine kompakte Neuinterpretation dieses Klassikers auf den Markt. Das Instrument gehört zur Roland-Boutique-Serie, deren Konzept darin besteht, bekannte Klangwelten in platzsparende Hardware zu übertragen und mit modernen Funktionen zu ergänzen.

Der JUPITER-08 orientiert sich sowohl klanglich als auch beim Bedienfeld am historischen Vorbild. Die Regler und Bedienelemente ermöglichen einen direkten Zugriff auf wesentliche Parameter, sodass sich Sounds unmittelbar verändern lassen, ohne ständig durch umfangreiche Menüs navigieren zu müssen. Wichtig ist allerdings eine Unterscheidung: Der JUPITER-08 ist keine analoge Neuauflage des Originals, sondern ein digitaler Synthesizer, der dessen charakteristische Klangeigenschaften mithilfe von Rolands Modellierungstechnologie nachbildet. Dabei geht es nicht ausschließlich um einzelne Oszillator- und Filterklänge, sondern auch um typische Verhaltensweisen und klangliche Nuancen, die zum lebendigen Charakter des historischen Instruments beitragen.

Mehr Stimmen für moderne Produktionen

Eine der interessantesten Neuerungen betrifft die Polyfonie. Der ursprüngliche JUPITER-8 bot acht Stimmen. Auch der JUPITER-08 orientiert sich zunächst an dieser klassischen Architektur, kann intern jedoch auf bis zu 32 Stimmen erweitert werden. Damit wird das Instrument für heutige Produktionsweisen deutlich flexibler. Flächige Akkorde, lange überlagerte Noten und komplexe Arrangements lassen sich mit weniger Einschränkungen umsetzen, als es die klassische achtstimmige Konfiguration erlauben würde. Die Kombination aus nostalgischer Klangästhetik und erweiterter Polyfonie macht den JUPITER-08 sowohl für Liebhaber klassischer Synthesizer als auch für Produzenten interessant, die einen vielseitigen digitalen Synthesizer mit direktem Bedienkonzept suchen.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Eine wählbare, am Original orientierte Architektur mit acht Stimmen und zwei Parts.
  • Eine erweiterte Polyfonie mit bis zu 32 Stimmen.
  • Ein zweispuriger polyphoner Step-Sequencer mit 64 Schritten.
  • Eine Arpeggiator-Funktion für rhythmische und melodische Muster.
  • 17 Multieffekt-Algorithmen sowie separate Delay- und Reverb-Effekte.
  • Ein spezieller Shimmer-Modus für zusätzliche räumliche Klanggestaltung.

Der integrierte Sequencer eignet sich unter anderem für Akkordfolgen, Basslinien und melodische Figuren. Durch die Möglichkeit, bis zu acht Noten pro Schritt zu verwenden, sind auch polyfone Sequenzen möglich. Zusätzlich unterstützt Motion Recording die Aufnahme von Parameterbewegungen, wodurch sich Klangverläufe automatisieren lassen.

Klassischer Charakter mit modernen Effekten

Auch bei der Effektsektion zeigt sich, dass Roland den JUPITER-08 nicht ausschließlich als nostalgisches Sammlerstück versteht. Chorus, unterschiedliche Multieffekte, Delay und Reverb bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Grundklang zu formen und räumlich zu gestalten. Der Reverb umfasst fünf Varianten und einen Shimmer-Modus, der dem Nachhall eine zusätzliche, oktavierte Klangkomponente verleihen kann. Dadurch lassen sich neben klassischen Synth-Pop-Sounds auch weitläufige Flächen und atmosphärische Texturen erzeugen.

Die Bedienung bleibt dabei auf unmittelbare musikalische Ergebnisse ausgerichtet. Gerade bei Live-Auftritten kann es hilfreich sein, wichtige Klangparameter direkt zu erreichen und Veränderungen während des Spielens vorzunehmen. Der JUPITER-08 ist damit nicht nur eine Hommage an einen Klassiker, sondern ein eigenständiges Werkzeug für zeitgemäße Musikproduktionen.

Roland n/vision: Wavetable-Synthese für moderne Klangexperimente

Während der JUPITER-08 auf einem bekannten Synthesizer-Konzept aufbaut, geht Roland mit dem n/vision einen anderen Weg. Das Instrument ist der erste Wavetable-Synthesizer der Boutique-Serie und wurde als eigenständiges Modell entwickelt. Bei der Wavetable-Synthese basiert die Klangerzeugung auf digitalen Tabellen mit unterschiedlichen Wellenformen. Anstatt ausschließlich mit klassischen Grundformen wie Sägezahn, Rechteck oder Sinus zu arbeiten, kann der Synthesizer zwischen verschiedenen Wellenformen wechseln und diese kontinuierlich verändern. Dadurch entstehen Klangverläufe, die sich im Laufe einer Note deutlich verändern können. Das Verfahren eignet sich besonders für bewegte Pads, komplexe Leads, metallische Texturen und ungewöhnliche elektronische Klangfarben.

Der n/vision richtet sich deshalb an Musiker, die über klassische analoge Synthesizer-Sounds hinausgehen möchten, ohne auf eine unmittelbare Bedienung mit Reglern und Tasten zu verzichten.

Zwei Wavetable-Layer für komplexe Sounds

Das Herzstück des n/vision bilden zwei unabhängig bearbeitbare Wavetable-Layer. Diese lassen sich miteinander kombinieren und in ihrem Verhältnis zueinander verändern. So können beispielsweise zwei unterschiedliche Klangcharaktere übereinandergelegt werden, um einen Sound mit mehr Tiefe und Bewegung zu erzeugen. Auch dynamische Pads, aggressive Leads und komplexe, sich ständig verändernde Klangtexturen gehören zu den möglichen Einsatzgebieten.

Für zusätzliche Bewegung stehen verschiedene Modulationsmöglichkeiten zur Verfügung. LFOs, Hüllkurven und weitere Modulationsquellen können unter anderem die Wavetable-Position, die Balance zwischen den Layern und die Tonhöhe beeinflussen. Das Ergebnis reicht von subtilen Klangveränderungen bis zu deutlich hörbaren, rhythmisch pulsierenden Texturen.

Eine weitere Besonderheit ist der Wave-Shaper. Diese Funktion bearbeitet die Wellenformen mithilfe nichtlinearer Verarbeitung und erzeugt dadurch zusätzliche Obertöne. Auf diese Weise lassen sich Klangfarben entwickeln, die mit einer einfachen Kombination herkömmlicher Wellenformen nur schwer zu erreichen wären.

Umfangreiche Modulation und Klangbearbeitung

Der n/vision ist nicht nur auf schnelle Ergebnisse ausgelegt. Neben den unmittelbar erreichbaren Bedienelementen stehen zusätzliche Funktionen für detailliertes Sounddesign zur Verfügung. Dazu gehören ein Step-LFO, Hüllkurvenmodulation, Oszillatormodulation und die Aufzeichnung von Parameterbewegungen. Mit diesen Werkzeugen lassen sich komplexe Klangentwicklungen programmieren, die sich besonders für elektronische Musik und atmosphärische Kompositionen eignen.

Auch die Filtersektion bietet verschiedene Möglichkeiten. Mehrere Filtermodelle orientieren sich an klassischen Synthesizer-Konzepten. Ein zusätzlicher Drive-Parameter kann den Klang anreichern und für eine stärkere, durchsetzungsfähigere Charakteristik sorgen. Die Effektsektion ergänzt diese Funktionen mit einer Auswahl unterschiedlicher Klangbearbeitungen. Dazu zählen Chorus, Overdrive, Phaser, Delay und Reverb.

Damit deckt der n/vision ein breites Spektrum ab: von weichen, schwebenden Flächen über komplexe Sequenzen bis hin zu scharfen, durchsetzungsfähigen Lead-Sounds.

Für Ambient, elektronische Musik und Filmmusik

Besonders interessant dürfte der n/vision für Produzenten sein, die sich intensiv mit Klangbewegungen beschäftigen. Während ein klassischer Synthesizer häufig durch die Kombination seiner Oszillatoren, Filter und Hüllkurven charakterisiert wird, ermöglicht die Wavetable-Synthese einen zusätzlichen Zugriff auf die Veränderung der eigentlichen Wellenform. Dadurch können Sounds entstehen, die sich innerhalb einer einzigen Note deutlich weiterentwickeln. Das ist beispielsweise für Ambient, experimentelle Elektronik, moderne Dance-Musik und Filmmusik attraktiv.

Der n/vision versteht sich somit weniger als Ersatz für einen klassischen Analog-Synthesizer, sondern vielmehr als Ergänzung für Klangwelten, bei denen Bewegung und komplexe Klangstrukturen im Mittelpunkt stehen.

Gemeinsame Ausstattung: Kompakt, mobil und vielseitig

Trotz ihrer unterschiedlichen klanglichen Ausrichtung verbindet beide Instrumente das typische Konzept der Roland-Boutique-Serie. Die Geräte sind kompakt gebaut und lassen sich vergleichsweise einfach in bestehende Setups integrieren. Mit der mitgelieferten K-25m-Tastatur werden sie zu eigenständig spielbaren Mini-Synthesizern. Die Tastatur besitzt 25 Minitasten und ist abnehmbar, sodass die Geräte bei Bedarf auch als kompakte Soundmodule eingesetzt werden können. Beide Modelle verfügen außerdem über integrierte Lautsprecher. Für spontane Klangexperimente ist daher nicht zwingend ein zusätzliches Audio-Setup erforderlich.

Auch die Stromversorgung ist auf Mobilität ausgelegt. Die Synthesizer können über vier AA-Batterien oder USB-C mit Strom versorgt werden. Über USB-C stehen außerdem Audio- und MIDI-Funktionen für die Verbindung mit kompatibler Musiksoftware zur Verfügung. Zur weiteren Ausstattung gehören klassische MIDI-Anschlüsse, ein Kopfhörerausgang, ein Audioausgang, ein Mix-Eingang und ein Anschluss für externe Clock-Signale.

Die wichtigsten Gemeinsamkeiten im Überblick:

  • Kompakte Bauform mit integrierten Lautsprechern.
  • Mitgelieferte K-25m-Tastatur mit 25 Minitasten.
  • Stromversorgung über vier AA-Batterien oder USB-C.
  • USB-Audio- und MIDI-Anbindung.
  • Klassische MIDI-Ein- und -Ausgänge.
  • Zweispuriger polyfoner Step-Sequencer mit 64 Schritten.
  • Arpeggiator und umfangreiche integrierte Effekte.

Beim Gewicht gibt es nur einen geringen Unterschied: Der JUPITER-08 wiegt einschließlich Tastatur und Batterien etwa 1,6 Kilogramm, während der n/vision auf ungefähr 1,7 Kilogramm kommt. Beide Geräte messen mit aufgesetzter K-25m-Tastatur rund 308 × 209 × 54 Millimeter.

Preis und Verfügbarkeit

Roland stellte beide Synthesizer am 20. Oktober 2026 offiziell vor. Für den japanischen Markt wurde der 7. November 2026 als Veröffentlichungstermin angekündigt. Für Deutschland sind die Geräte bereits bei Händlern gelistet. Beim Musikhaus Thomann werden sowohl der JUPITER-08 als auch der n/vision mit einem Preis von 689 Euro inklusive Mehrwertsteuer geführt. Zum recherchierten Zeitpunkt werden beide Modelle als kurzfristig lieferbar mit einer angegebenen Lieferzeit von zwei bis fünf Tagen ausgewiesen.

Die Händlerangaben und der offizielle Veröffentlichungstermin sollten allerdings getrennt betrachtet werden: Die Verfügbarkeit kann sich je nach Händler, Lagerbestand und Auslieferungszeitpunkt ändern.

Die derzeit bekannten Eckdaten:

  • Roland JUPITER-08: 689 Euro bei Thomann, inklusive K-25m-Tastatur.
  • Roland n/vision: 689 Euro bei Thomann, inklusive K-25m-Tastatur.
  • Offizielle Vorstellung: 20. Oktober 2026.
  • Angekündigter Veröffentlichungstermin für Japan: 7. November 2026.
  • Deutsche Händlerverfügbarkeit: Bei Thomann bereits gelistet und als kurzfristig lieferbar angegeben.

Roland selbst nennt in der japanischen Pressemitteilung einen offenen Verkaufspreis. Die 689 Euro sind daher als aktuell gelisteter deutscher Händlerpreis zu verstehen und nicht als verbindliche Preisempfehlung des Herstellers.

Fazit: Zwei Synthesizer für unterschiedliche Ansprüche

Mit dem JUPITER-08 und dem n/vision erweitert Roland seine Boutique-Serie um zwei Instrumente, die sich sinnvoll ergänzen. Der JUPITER-08 richtet sich an Musiker, die den charakteristischen Klang des historischen JUPITER-8 schätzen und ihn in einem kompakten, modernen Format nutzen möchten. Die erweiterte Polyfonie, der polyfone Sequencer und die integrierten Effekte machen ihn zugleich für aktuelle Produktionsweisen interessant.

Der n/vision setzt dagegen auf Wavetable-Synthese und eröffnet damit andere Möglichkeiten der Klanggestaltung. Seine zwei Wavetable-Layer, die umfangreichen Modulationsoptionen und der Wave-Shaper bieten eine Grundlage für komplexe, dynamische und experimentelle Sounds. Beide Modelle profitieren von der kompakten Bauweise, der mitgelieferten Tastatur und den modernen Anschlussmöglichkeiten. Damit eignen sie sich sowohl als Ergänzung eines bestehenden Studio-Setups als auch als eigenständige Instrumente für spontane Ideen unterwegs.

Wer klassische Synthesizer-Klänge mit moderner Flexibilität verbinden möchte, sollte sich den JUPITER-08 genauer ansehen. Wer dagegen neue Klangtexturen und bewegte Wavetable-Sounds sucht, findet im n/vision die spannendere Alternative. Entscheidend ist letztlich weniger die Frage, welcher Synthesizer grundsätzlich besser ist, sondern welche klangliche Richtung den eigenen musikalischen Vorstellungen am nächsten kommt.


➜ Jupiter-08: https://www.roland.com/de/products/jupiter-08
➜ n/vision: https://www.roland.com/de/products/n_vision



Kommentare

THE EYE
THE EYE vor 5 Tagen
Super Beitrag mal wieder von deiner Seite!

Die beiden „Spieldosen“ sind für mich das absolut passende Beispiel für die traurige Frage, was aus einem einstigen Urgestein wie Roland geworden ist. Hier hat man wohl versucht, einen Jupiter-8 in eine Keksdose zu stecken, einen Stollen müsste man bei diesen Abmessungen wohl eher hineinprügeln.

Das Einzige, was hier erhalten geblieben ist, ist die Klangtextur. Aber mal ehrlich, das ist heute aus rein technischer Sicht ohne große Anstrengung umsetzbar und verdient wahrlich keine Lorbeeren mehr. Das Problem an dieser extremen Miniaturisierung ist:

Jeglicher Versuch zu spielen fühlt sich an wie der Versuch, in einer Badewanne schwimmen zu gehen. Allein die winzigen Fader lassen erahnen, welche Voraussetzungen man mitbringen muss, um sie überhaupt dezent steuern zu können. Für den durchschnittlichen europäischen Fingerumfang ist das bereits eine Herausforderung, von Fastfood-Liebhabern mal ganz abgesehen. Gliedmaßen im Mikado-Format wären hier von Vorteil, oder ein gezieltes Anspitzen der Fingernägel, die man dafür vorher zwei Monate nicht geschnitten hat.

Als bezeichnend ist hier wohl auch die „Rattenfänger-Strategie“ zu betrachten. Aus Vaters einstigen 8 Stimmen werden plötzlich 32 gemacht. Was bitteschön soll man mit 32 Stimmen auf einer 25-Tasten-Minitastatur anfangen? Mein geliebtes Klammerspiel würde da zu einem Igel mutieren, an dessen Stachelkorsett ich gar nicht mehr an die Tasten herankäme.

Das Narrengesicht ist das aufgebrezelte Innenleben, welches sogar eine Split-Funktion besitzt, womit ich mir quasi selbst eine Mauer aufbaue, um erst gar nicht in die Versuchung zu kommen, vernünftige Akkorde zu greifen. Was ist das bitte für ein Blödsinn?

Statt sich in solchen unprofessionellen Spielereien zu verlieren, hätte man lieber ein Auge auf die Anschlagsdynamik werfen sollen. Die wird am Gerät selbst ja nicht mal unterstützt. Oder auf Aftertouch, zumindest letzteres lässt sich ja immerhin über ein externes Keyboard steuern.

Einen richtigen Performance-Speicher besitzt er ebenfalls nicht. Mein Gott, das Gerät ist wohl so winzig ausgefallen, dass selbst ein einfacher Speicherchip kein Zuhause mehr darin gefunden hat.

Die Krönung des Ganzen ist jedoch der aufgerufene Preis von weit über 600,– Euro. Und das Gleiche gilt auch für den n/vision. Als eingefleischter Roland-Fan kommt da nur noch Fremdschämen auf.

Es wird einfach alles aus dem Keller der 80er und 90er Jahre hervorgeholt, zusammengestaucht und miniaturisiert. Aus einem kreativen Traditionsunternehmen ist ein Wiederkäuer geworden, der vom Wahn des „Immer-kleiner-Machens“ infiziert ist. Dabei hat man sich meilenweit von den Musikern entfernt, die diese Synthesizer eigentlich bedienen sollen, was einst das absolute Aushängeschild der Marke war.

Und dann ist da noch dieser exzessive Umgang mit dem Material und dessen fragwürdige Sinnhaftigkeit:
Warum gibt es die Tastatur eigentlich nicht mehr als optionales Zubehör, so wie es früher bei den Roland-Expandern üblich war? Kauft man sich mehrere Module, legt man sich zwangsläufig dutzendfach diese kleinen Tastaturen in die Bude, obwohl eine oder zwei völlig genügen würden. Was für eine maßlose Ressourcenverschwendung! Die fliegen doch alle samt in den Schrank und irgendwann auf den Mist.

Ich bin nicht mal ansatzweise davon überzeugt, für solch eine abgemagerte Instrumenten-Idee auch nur einen Cent hinzulegen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass im gleichen Preissegment bereits vollwertige Synthesizer im Handel zu finden sind und das sogar im eigenen Hause von Roland selbst!


von  Redaktion am 25.10.2026
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