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Universal Audio LUNA: Version 3.0 ist da

Die kostenlose DAW wird plötzlich richtig interessant!
Universal Audio LUNA: Version 3.0 ist da

 

Universal Audio hat LUNA 3.0 veröffentlicht – und dieses Update ist deutlich größer, als es die Versionsnummer zunächst vermuten lässt. Die DAW bekommt nicht einfach ein paar neue Funktionen, sondern entwickelt sich in eine Richtung, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre: LUNA soll nicht mehr nur die DAW für Besitzer eines Apollo-Interfaces sein, sondern eine eigenständige Produktionsumgebung für Musiker, Produzenten und Songwriter.

Das Bemerkenswerte daran: Ein großer Teil der neuen Funktionen steckt bereits in LUNA Free. Die kostenlose Version läuft auf macOS und Windows, benötigt keine Universal-Audio-Hardware und kommt ohne zeitliche Einschränkung oder Wasserzeichen. Gleichzeitig führt Universal Audio mit LUNA Studio eine kostenpflichtige Variante ein, die unter anderem Audio-to-MIDI, erweiterte Stem Separation und weitere Produktionswerkzeuge bietet.

Damit wird LUNA 3.0 zu einer der interessantesten Entwicklungen im kostenlosen DAW-Bereich – nicht unbedingt, weil Universal Audio plötzlich alle etablierten Programme überflüssig macht, sondern weil immer mehr Funktionen, für die man früher zusätzliche Software benötigt hätte, direkt in der DAW landen.

LUNA war ursprünglich eine ganz andere Geschichte

Als Universal Audio LUNA im Jahr 2020 vorstellte, war die Positionierung ziemlich eindeutig. LUNA war eng mit der Apollo-Welt verbunden und sollte vor allem eine moderne Recording-Umgebung für Nutzer von Universal-Audio-Hardware sein.

Ein wichtiger Teil des Konzepts waren dabei die analogen Studiomodelle innerhalb der DAW. Universal Audio integrierte unter anderem Console-, Summing- und Tape-Elemente, die sich an klassischem Equipment von Herstellern wie Neve, API, Studer und Ampex orientierten.

Inzwischen hat sich LUNA jedoch deutlich von diesem ursprünglichen Konzept entfernt.

Die Software wurde zunächst kostenlos für Mac-Nutzer verfügbar, später auch für Windows geöffnet und funktioniert mittlerweile mit gängigen Audiointerfaces, ohne dass ein Apollo-Interface zwingend erforderlich wäre. Genau diese Entwicklung setzt sich mit LUNA 3.0 konsequent fort.

Man könnte deshalb sagen: LUNA 3.0 ist weniger ein gewöhnliches Versionsupdate als ein weiterer Schritt bei der Umwandlung von LUNA vom spezialisierten Recording-System zur vollwertigen DAW.

Das auffälligste neue Feature: LUNA Play

Eine der interessantesten Neuerungen heißt LUNA Play.

Universal Audio beschreibt LUNA Play sinngemäß als eine Art Sprachmemo-App für Musiker. Die Idee dahinter ist simpel: Man soll nicht erst eine komplette DAW-Session vorbereiten müssen, bevor man eine musikalische Idee aufnehmen kann.

LUNA Play erkennt das verwendete Instrument, hilft bei der Einstellung des Eingangspegels und schlägt passende UAD-Plug-in-Presets vor. Damit soll der Weg zwischen „Ich habe gerade eine Idee“ und „Ich nehme sie auf“ möglichst kurz werden.

Das klingt zunächst nach einem kleinen Komfortfeature, ist aber tatsächlich ein ziemlich sinnvoller Ansatz.

Denn die technische Vorbereitung einer Aufnahme ist oft genau der Moment, in dem eine spontane Idee verloren geht. Interface auswählen, Eingang konfigurieren, Track erstellen, Monitoring einstellen, Plug-ins laden, Pegel kontrollieren – all das ist notwendig, hat aber mit der eigentlichen Musik nichts zu tun.

LUNA Play versucht, diesen Teil stärker zu automatisieren.

Das dürfte insbesondere für Singer-Songwriter, Gitarristen, Keyboarder und Solo-Produzenten interessant sein. Aber auch erfahrene Produzenten können davon profitieren, wenn es lediglich darum geht, eine Idee möglichst schnell festzuhalten.

Wichtig ist allerdings: LUNA Play ersetzt keine vollständige Produktionsumgebung. Es ist vielmehr ein vereinfachter Einstieg in die Aufnahme innerhalb von LUNA.

Stem Separation kommt kostenlos zu LUNA

Noch wesentlich interessanter ist die neue Stem Separation.

LUNA Free kann einen fertigen Stereo-Mix in vier Bestandteile aufteilen:

  • Vocals

  • Drums

  • Bass

  • Everything Else

LUNA Studio geht darüber hinaus und kann bis zu sechs Stems erzeugen.

Damit lassen sich beispielsweise Vocals aus einem fertigen Song herauslösen, Drums separat bearbeiten oder einzelne Elemente eines bestehenden Mixes für Remixe und Samples verwenden.

Das eröffnet einige ziemlich praktische Möglichkeiten.

Wer beispielsweise einen Song analysieren möchte, kann den Gesang isolieren und sich ausschließlich auf die Performance konzentrieren. Musiker können zu einem bestehenden Titel spielen, indem sie bestimmte Instrumente entfernen. Produzenten können Bestandteile eines Stereo-Mixes herauslösen und als Ausgangsmaterial für neue Arrangements verwenden.

Gerade in Verbindung mit LUNA Play wird das interessant: Ein Song kann importiert, in einzelne Bestandteile zerlegt und anschließend als musikalische Grundlage verwendet werden.

Man sollte die Technik allerdings nicht mit echten Multitrack-Aufnahmen verwechseln.

Bei einer Stem Separation werden die einzelnen Bestandteile aus einem bereits zusammengemischten Signal rekonstruiert. Das bedeutet zwangsläufig, dass je nach Ausgangsmaterial Artefakte auftreten können. Hallfahnen, Übersprechen, Transienten oder andere Bestandteile des ursprünglichen Mixes können teilweise auf den extrahierten Spuren zurückbleiben.

Für kreative Anwendungen ist das häufig kein großes Problem. Wenn es dagegen um absolut saubere Restaurierung oder professionelles Mastering geht, sollte man weiterhin mit den ursprünglichen Einzelspuren arbeiten, sofern diese verfügbar sind.

Audio-to-MIDI: Aus einer Aufnahme wird eine MIDI-Spur

Eine der spannendsten Funktionen von LUNA Studio ist Audio-to-MIDI.

Dabei kann LUNA eine Audioaufnahme analysieren und daraus MIDI-Daten erzeugen. Eine eingespielte Melodie kann dadurch beispielsweise als MIDI-Part weiterverwendet und mit einem anderen virtuellen Instrument abgespielt werden.

Das ist vor allem beim Produzieren interessant.

Man spielt beispielsweise eine Basslinie ein und möchte anschließend ausprobieren, wie dieselbe musikalische Idee mit einem Synthesizer klingt. Statt die komplette Passage noch einmal einzuspielen, kann die Audioaufnahme als Grundlage für MIDI dienen.

Auch bei Gitarren, Melodien oder anderen monophonen Instrumenten ergeben sich interessante Möglichkeiten.

Dabei sollte man allerdings realistisch bleiben. Audio-to-MIDI ist keine magische 100-Prozent-Erkennung.

Je sauberer und eindeutiger das Ausgangssignal ist, desto einfacher ist die Analyse. Bei stark verzerrten Signalen, komplexen Akkorden, mehreren gleichzeitig spielenden Instrumenten oder sehr unklaren Transienten kann die erzeugte MIDI-Spur Fehler enthalten.

In der Praxis dürfte deshalb häufig ein zweistufiger Workflow sinnvoll sein: LUNA erzeugt zunächst die MIDI-Daten, anschließend korrigiert man die Stellen, die nicht sauber erkannt wurden.

Genau dafür ist eine solche Funktion aber auch gedacht. Sie muss nicht perfekt sein, um Zeit zu sparen.

Die MIDI-Bearbeitung bekommt ebenfalls ein deutliches Upgrade

LUNA 3.0 beschränkt sich nicht auf KI- und Analysefunktionen. Auch die klassische MIDI-Arbeit wurde überarbeitet.

Der neue Piano Roll bietet unter anderem skalengerechte Bearbeitung. Dazu kommt ein Adaptive Grid, dessen Raster sich abhängig von der Zoomstufe anpasst.

Das hört sich zunächst unspektakulär an, ist im Alltag aber genau die Art von Verbesserung, die man nach einiger Zeit zu schätzen weiß.

Denn bei MIDI-Editing verbringt man erstaunlich viel Zeit damit, Noten exakt auszurichten, Bereiche zu verschieben und zwischen verschiedenen Rastereinstellungen umzuschalten.

Wenn sich das Raster sinnvoll an die jeweilige Bearbeitungssituation anpasst, wird die Arbeit weniger umständlich.

Gerade für Nutzer, die LUNA nicht ausschließlich zum Aufnehmen von Audio verwenden, sondern komplette Produktionen mit MIDI-Instrumenten erstellen, ist diese Entwicklung deshalb wichtiger als manche der spektakulär beworbenen KI-Funktionen.

Folder Tracks bringen endlich mehr Ordnung in größere Sessions

Eine weitere Neuerung, die auf dem Papier vielleicht langweilig aussieht, im Alltag aber enorm hilfreich sein kann, sind Folder Tracks.

Damit lassen sich mehrere Spuren gruppieren und übersichtlich organisieren. Große Sessions können dadurch deutlich kompakter dargestellt werden.

Wer schon einmal mit 50, 80 oder mehr Spuren gearbeitet hat, weiß, wie schnell eine Session unübersichtlich werden kann.

Drums, Gitarren, Vocals, Synthesizer, Effekte und zusätzliche Takes können in entsprechenden Ordnern zusammengefasst werden. Dadurch bleibt die Session wesentlich übersichtlicher, ohne dass die einzelnen Spuren verschwinden.

Das ist keine spektakuläre Innovation. Es ist aber eine dieser Funktionen, bei denen man sich nach einigen Wochen fragt, warum sie nicht schon früher vorhanden war.

Clip Gain Automation und Strip Silence

Auch bei der Audiobearbeitung hat Universal Audio nachgelegt.

Mit Clip Gain Automation lässt sich die Lautstärke eines Audio-Clips bereits vor den Plug-ins detaillierter bearbeiten. Dadurch kann beispielsweise ein zu lauter Wortanfang korrigiert werden, bevor das Signal überhaupt den Kompressor oder EQ erreicht.

Dazu kommt Strip Silence.

Die Funktion erkennt stille Bereiche innerhalb einer Aufnahme und kann diese automatisch entfernen beziehungsweise aufräumen. Besonders bei Sprachaufnahmen, Vocals oder einzelnen Instrumentenspuren kann das viel Kleinarbeit abnehmen.

Solche Werkzeuge gehören mittlerweile zum Standard moderner DAWs. Dass sie nun auch in LUNA Free verfügbar sind, zeigt aber ziemlich deutlich, wohin Universal Audio mit LUNA will.

Es geht nicht mehr ausschließlich um den Klang einer virtuellen Neve-Konsole oder einer Tape-Machine.

Es geht zunehmend um den kompletten Produktionsablauf.

Click Track Automation für Performances mit mehr Dynamik

Ebenfalls neu ist die Click Track Automation.

Damit lässt sich der Metronom-Click innerhalb einer Produktion gezielter automatisieren. Das ist insbesondere bei Songs interessant, die nicht durchgehend mit einem starren Tempo laufen.

Eine Aufnahme kann beispielsweise mit einem bestimmten Tempo beginnen, später beschleunigen und anschließend wieder langsamer werden. Der Click muss dabei nicht mehr einfach stumpf durchlaufen.

Das passt zu einem weiteren Schwerpunkt von LUNA: Musiker sollen nicht gezwungen werden, ihre Performance vollständig an einen starren Computer-Grid anzupassen.

Bereits frühere LUNA-Versionen hatten mit Smart-Tempo-Funktionen in diese Richtung gearbeitet. LUNA 3.0 baut diesen Ansatz weiter aus.

Mono auf Stereo-Spuren und Record FX

Auch kleinere technische Verbesserungen gehören zum Update.

LUNA 3.0 erlaubt es beispielsweise, Monoquellen direkt auf Stereo-Spuren aufzunehmen, ohne dafür zusätzliche Routing-Konstruktionen bauen zu müssen. Außerdem bringt die kostenlose Version Record FX mit. Damit steht Nutzern ohne Apollo-Hardware ein Aufnahme-Workflow zur Verfügung, der zuvor stärker an die Apollo-Welt gebunden war.

Das sind keine Funktionen, die in einem Werbevideo besonders spektakulär aussehen.

Beim täglichen Arbeiten können sie jedoch dafür sorgen, dass man weniger Zeit mit Routing und technischen Kleinigkeiten verbringt.

Chord Extraction und Lyric Transcription

Wer LUNA Studio verwendet, bekommt noch zwei weitere interessante Analysefunktionen.

Chord Extraction kann Akkorde aus Audiomaterial erkennen und diese Informationen in die Chord Track von LUNA übertragen. Dadurch lässt sich beispielsweise nachvollziehen, welche harmonische Struktur in einer Aufnahme steckt.

Das wird besonders interessant in Kombination mit anderen Funktionen von LUNA Studio.

Universal Audio integriert beispielsweise Celemony Tonalic Essential, das auf Grundlage der vorhandenen Akkordstruktur Gitarrenparts bereitstellen kann. Dadurch wird aus einer reinen Analysefunktion plötzlich ein Werkzeug für das Songwriting.

Ähnlich verhält es sich mit der Lyric Transcription.

LUNA Studio kann Gesang automatisch transkribieren und die erkannten Wörter zeitlich passend zur Aufnahme darstellen. Universal Audio nutzt dafür Technologie von Moises.

Gerade bei Demos, Interviews, Songskizzen oder umfangreichen Vocal-Aufnahmen kann das eine Menge Zeit sparen.

Auch hier gilt allerdings: Automatische Transkription sollte kontrolliert werden. Gerade bei undeutlicher Aussprache, Gesang, Hintergrundgeräuschen oder starken Effekten können Fehler entstehen.

Was bekommt man tatsächlich kostenlos?

Hier wird LUNA 3.0 besonders interessant.

LUNA Free ist tatsächlich kostenlos und laut Universal Audio dauerhaft ohne zeitliche Begrenzung nutzbar. Es gibt keine Track-Limitierung und keine Wasserzeichen beim Export. Außerdem unterstützt die kostenlose Version VST3- und AU-Plug-ins. Ein Universal-Audio-Interface ist ebenfalls nicht erforderlich.

Zur kostenlosen Ausstattung gehören unter anderem:

  • LUNA Play

  • vierfache Stem Separation

  • Piano Roll

  • Folder Tracks

  • Adaptive Grid

  • Clip Gain Automation

  • Strip Silence

  • Click Track Automation

  • Record FX

  • Chord-, Key- und Time-Signature-Ruler

  • eine Auswahl kostenloser UAD-Plug-ins

Universal Audio bietet innerhalb von UAD Explore FREE außerdem acht UAD-Plug-ins beziehungsweise Instrumente kostenlos an. Dazu gehören bekannte Werkzeuge wie der UA 1176 Classic FET Compressor, der Teletronix LA-2A und die UA 610 Tube Preamp & EQ Collection.

Das ist für eine kostenlose DAW durchaus eine Ansage.

Vor allem, weil man nicht erst ein Apollo-Interface kaufen muss, um LUNA überhaupt sinnvoll einsetzen zu können.

Wo beginnt LUNA Studio?

Universal Audio zieht mit LUNA Studio eine klare Grenze zwischen der kostenlosen DAW und der erweiterten Produktionsumgebung.

LUNA Studio kostet derzeit 199 US-Dollar als Einmalkauf. Alternativ ist LUNA Studio Bestandteil des UAD Spark Studio-Abonnements, das Universal Audio mit 19,99 US-Dollar pro Monat beziehungsweise 149,99 US-Dollar pro Jahr angibt.

Dort kommen unter anderem folgende Funktionen hinzu:

  • sechs statt vier Stems bei der Stem Separation

  • Audio-to-MIDI

  • Chord Extraction

  • Lyric Transcription

  • zusätzliche UAD-Plug-ins und Instrumente

  • LUNA Extensions

  • zusätzliche ARA-basierte Werkzeuge

  • Celemony Tonalic Essential

  • Dreamtonics Synthesizer V 2 Core

  • UAD Topline Vocal Tune

Damit ist LUNA Studio nicht einfach eine künstlich kastrierte Version von LUNA Free. Die kostenlose Version ist bereits eine vollständige DAW, während Studio vor allem zusätzliche Produktions- und Analysewerkzeuge freischaltet.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Und was ist mit bisherigen LUNA-Pro-Nutzern?

Hier wird die Situation etwas komplizierter.

Mit LUNA 3.0 hat Universal Audio die Produktstruktur verändert. Die bisherige Bezeichnung LUNA Pro ist nicht mehr einfach mit LUNA Studio gleichzusetzen. Entsprechend gibt es bei bestehenden Lizenzen Unterschiede, und ältere LUNA-Pro-Käufe führen nicht automatisch dazu, dass sämtliche neuen Studio-Funktionen freigeschaltet werden.

Aktuelle Berichte nennen für bestehende LUNA-Pro-Nutzer individuelle Upgradepreise, die vom Zeitpunkt des ursprünglichen Kaufs abhängen können. Die konkrete Upgrade-Situation sollte deshalb direkt im eigenen Universal-Audio-Konto geprüft werden, anstatt von einem pauschalen Preis auszugehen.

Für jemanden, der LUNA 3.0 neu installiert, ist die Sache dagegen relativ einfach: LUNA Free ist kostenlos, LUNA Studio ist die kostenpflichtige Erweiterung.

Ist LUNA 3.0 damit eine Konkurrenz für Ableton, Cubase, Logic oder Pro Tools?

Das lässt sich nicht seriös mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten.

LUNA 3.0 ist deutlich erwachsener geworden. Die Kombination aus Audioaufnahme, MIDI-Produktion, Stem Separation, Audio-to-MIDI, automatischer Analyse und den klassischen UAD-Produktionswerkzeugen deckt inzwischen einen sehr großen Bereich moderner Musikproduktion ab.

Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass LUNA für jeden Produzenten die bessere DAW ist.

Wer beispielsweise seit Jahren mit Ableton Live arbeitet und dessen Session- und Performance-Workflow intensiv nutzt, wird nicht allein wegen LUNA Play seine komplette Arbeitsweise umstellen.

Dasselbe gilt für Nutzer von Cubase, Logic Pro oder Pro Tools, die ihre Produktionsumgebung bereits sehr tiefgehend an ihre eigenen Anforderungen angepasst haben.

Der interessante Punkt ist deshalb ein anderer: LUNA 3.0 ist inzwischen ernsthaft konkurrenzfähig genug, dass man sie nicht mehr nur als kostenlose Alternative für Einsteiger betrachten sollte.

Auch eine unabhängige aktuelle Einschätzung kommt zu einem ähnlichen Schluss: Der eigentliche Fortschritt von LUNA 3.0 liege weniger in einzelnen KI-Funktionen als darin, dass mehr Produktionsschritte innerhalb einer einzigen Session stattfinden können.

Für wen LUNA 3.0 besonders interessant ist

Für Einsteiger ist LUNA Free offensichtlich interessant, weil die Einstiegshürde sehr niedrig ist. Man bekommt eine vollwertige DAW ohne monatliche Grundgebühr und kann mit einer normalen Audiohardware arbeiten.

Aber auch für erfahrene Musiker gibt es gute Gründe, LUNA zumindest einmal auszuprobieren.

Besonders interessant ist LUNA 3.0 für:

  • Musiker, die schnell Ideen aufnehmen wollen

  • Singer-Songwriter und Solo-Produzenten

  • Gitarristen und Bassisten

  • Produzenten, die häufig mit Samples und fertigen Stereo-Mixes arbeiten

  • Nutzer, die Audio-to-MIDI ausprobieren möchten

  • Anwender, die bereits UAD-Plug-ins verwenden

  • Musiker, die ihre Aufnahmen möglichst ohne viele externe Programme bearbeiten möchten

Gerade die Kombination aus kostenloser DAW, UAD-Plug-ins und Stem Separation macht LUNA Free ungewöhnlich umfangreich.

Was LUNA 3.0 nicht ist

Bei aller Begeisterung sollte man trotzdem auf dem Boden bleiben.

Stem Separation ist keine Wiederherstellung echter Multitracks. Audio-to-MIDI ist keine perfekte Transkription. Automatische Akkorderkennung ist nicht unfehlbar und auch eine automatische Lyrics-Transkription ersetzt keine Kontrolle durch den Musiker.

Das sind Werkzeuge, die Arbeit abnehmen sollen – keine magischen Knöpfe, die jede Produktionsentscheidung automatisch erledigen.

Und genau darin liegt wahrscheinlich auch die vernünftigste Sicht auf LUNA 3.0.

Universal Audio versucht nicht einfach, die klassische DAW durch KI zu ersetzen. Stattdessen werden immer mehr kleine Arbeitsschritte automatisiert, die zwischen einer musikalischen Idee und dem fertigen Ergebnis liegen.

LUNA 3.0 ist vor allem ein Workflow-Update

Wenn man LUNA 3.0 auf ein einziges Thema reduzieren müsste, wäre es deshalb wahrscheinlich nicht „KI“.

Es wäre Workflow.

LUNA Play soll den Start einer Aufnahme beschleunigen. Stem Separation soll fertige Mixe wieder bearbeitbarer machen. Audio-to-MIDI soll aus vorhandenen Aufnahmen neue MIDI-Parts erzeugen. Folder Tracks sorgen für Ordnung. Strip Silence räumt Spuren auf. Clip Gain Automation erleichtert die Vorbereitung von Audiomaterial. Die neue MIDI-Bearbeitung macht das Programmieren komfortabler.

Jedes einzelne Feature ist für sich genommen kein Grund, seine bisherige DAW sofort zu löschen.

Zusammen ergeben sie aber ein ziemlich schlüssiges Gesamtbild.

Und genau deshalb ist LUNA 3.0 wahrscheinlich der bisher wichtigste Schritt in der Geschichte dieser DAW.

Fazit: Universal Audio nimmt LUNA endgültig aus der Nische

LUNA ist schon lange nicht mehr ausschließlich die DAW für Apollo-Besitzer.

Mit Version 3.0 wird diese Entwicklung endgültig sichtbar. Universal Audio bietet mittlerweile eine kostenlose, vollwertige DAW für Mac und Windows an, die unbegrenzt Spuren erlaubt, externe Plug-ins unterstützt und gleichzeitig einige Funktionen mitbringt, die man bei vielen kostenlosen DAWs nicht selbstverständlich findet.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Universal Audio Stem Separation bereits in LUNA Free integriert. Vier Stems sind für viele alltägliche Anwendungen ausreichend, während LUNA Studio mit sechs Stems und Audio-to-MIDI noch deutlich weitergeht.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist aber ein anderer: LUNA versucht nicht mehr nur, gut zu klingen. Die Software versucht zunehmend, dem Musiker Arbeit abzunehmen.

Das kann beim Aufnehmen beginnen, beim Editieren weitergehen und bis zur eigentlichen Produktion reichen.

Für bestehende Nutzer ist LUNA 3.0 deshalb ein großes Update. Für Neueinsteiger ist es möglicherweise noch interessanter: Man kann die Software kostenlos ausprobieren, ohne dafür zunächst ein Universal-Audio-Interface kaufen zu müssen.

Ob LUNA am Ende die eigene Haupt-DAW wird, hängt natürlich vom persönlichen Workflow ab. Aber genau das ist inzwischen die entscheidende Veränderung: Man muss LUNA 3.0 nicht mehr als kostenlose DAW testen, weil sie kostenlos ist. Man kann sie testen, weil sie mittlerweile tatsächlich etwas zu bieten hat.

Und das ist vermutlich das größte Kompliment, das man Version 3.0 machen kann.



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von  Redaktion am 20.09.2026
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