Apogee-Plugins jetzt bei Plugin Alliance
Apogee ist vielen vor allem für hochwertige Audio-Interfaces und Wandler bekannt. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen aber auch eine beachtliche Sammlung an Plugins aufgebaut. Dazu gehören unter anderem EQs, Kompressoren, Channel-Strips und Effekte – teilweise in Zusammenarbeit mit bekannten Namen wie Bob Clearmountain. Seit September 2026 gibt es bei diesen Plugins allerdings eine wichtige Veränderung: Die Apogee-Plugins haben ein neues Zuhause bei Plugin Alliance. Apogee verkauft seine Plugins nicht mehr direkt über die eigene Website. Stattdessen übernimmt Plugin Alliance künftig den Vertrieb, die Installation, die Lizenzverwaltung und die Updates der neuen Plugin-Versionen.
Für bestehende Nutzer ist das besonders interessant, weil sich nicht nur der Shop ändert. Auch das bisherige iLok-System wird bei den neuen Versionen abgeschafft. Gleichzeitig bleiben die alten iLok-Versionen zunächst erhalten. Das Ganze ist deshalb etwas komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt.
Warum wechseln die Apogee-Plugins zu Plugin Alliance?
Der Wechsel steht im Zusammenhang mit der neuen Unternehmensstruktur rund um Dirk Ulrich. Ulrich ist der Gründer von Plugin Alliance und Brainworx und hat 2026 beide Unternehmen wieder übernommen. Apogee und Manley gehören ebenfalls zu seinem RCKFRC-Unternehmensverbund. Damit befinden sich Apogee, Plugin Alliance und Brainworx inzwischen unter einem gemeinsamen Dach.
Das erklärt auch, warum die Entscheidung nicht völlig überraschend kommt. Apogee beschreibt den Wechsel als Möglichkeit, die Entwicklung und langfristige Pflege der Plugins auf eine größere Software-Infrastruktur zu stützen. Dazu gehören unter anderem Betriebssystem-Kompatibilität, Fehlerbehebungen, Weiterentwicklung und Support.
Ein weiterer Punkt ist die Lizenzierung. Die bisherigen Apogee-Plugins wurden über PACE beziehungsweise iLok aktiviert. Die neuen Plugin-Alliance-Versionen benötigen dagegen kein iLok mehr. Stattdessen erfolgt die Installation über den Plugin Alliance Installation Manager und die Aktivierung über das Plugin-Alliance-Konto. Pro Lizenz sind bis zu drei Aktivierungen möglich. Außerdem verfügen die neuen Versionen über skalierbare Benutzeroberflächen, was gerade auf modernen hochauflösenden Displays ein Vorteil ist.
Was passiert mit bereits gekauften Apogee-Plugins?
Für bestehende Kunden ist die wichtigste Nachricht zunächst positiv: Wer bereits Apogee-Plugins besitzt, soll die entsprechenden neuen Plugin-Alliance-Versionen kostenlos erhalten. Dafür verschickt Apogee Voucher beziehungsweise Claim-Codes per E-Mail. Das betrifft unter anderem verschiedene Apogee-Plugins sowie die Pultec- und Clearmountain-Produkte.
Allerdings gibt es dabei einen wichtigen Punkt, den man nicht übersehen sollte: Die neue Plugin-Alliance-Version ersetzt die alte Version nicht automatisch. Wer beispielsweise eine ältere Logic-, Cubase-, Pro-Tools- oder andere DAW-Session besitzt, in der eine bisherige Apogee-iLok-Version verwendet wurde, kann diese nicht einfach durch die neue Plugin-Alliance-Version ersetzen und erwarten, dass das Projekt automatisch funktioniert.
Die alte Version bleibt deshalb für bestehende Projekte relevant. Apogee empfiehlt ausdrücklich, die bisherigen Versionen installiert und autorisiert zu lassen, wenn ältere Sessions weiterhin geöffnet und korrekt wiedergegeben werden sollen. Die alten iLok-Versionen werden nicht plötzlich abgeschaltet und bleiben laut Apogee weiterhin gültig.
Alte und neue Versionen können parallel existieren
Damit gibt es momentan praktisch zwei Generationen der Apogee-Plugins. Die erste Generation besteht aus den bisherigen Apogee-Versionen mit iLok-Lizenzierung. Die zweite Generation sind die neuen Plugin-Alliance-Versionen ohne iLok. Beide können zunächst parallel auf demselben Rechner installiert sein.
Das ist vor allem für Produzenten und Studios wichtig, die mit älteren Projekten arbeiten. Eine alte Session kann weiterhin exakt die Plugin-Version verwenden, mit der sie ursprünglich erstellt wurde. Für neue Produktionen empfiehlt sich dagegen die Verwendung der neuen Plugin-Alliance-Versionen, da diese künftig die reguläre Entwicklung, Updates und Anpassungen an neue Betriebssysteme erhalten sollen.
Wer seine alten Projekte behalten möchte, sollte die bisherigen Apogee-Plugins deshalb nicht vorschnell deinstallieren. Eine neue Plugin-Alliance-Version ist technisch eine separate Plugin-Installation und übernimmt keine bestehenden Plugin-Instanzen automatisch. Wird die alte Version entfernt, kann eine DAW beim Öffnen eines älteren Projekts ein fehlendes Plugin melden.
Praktisch bedeutet das:
Alte Apogee-Versionen installiert lassen.
Alte iLok-Lizenzen nicht voreilig entfernen.
Neue Plugin-Alliance-Versionen zusätzlich installieren.
Neue Projekte möglichst mit den neuen Versionen beginnen.
Eine Besonderheit bei MOD EQ 6 und MOD Comp
Bei MOD EQ 6 und MOD Comp gibt es eine Besonderheit. Diese beiden Plugins bekommen keine direkten Plugin-Alliance-Versionen. Stattdessen erhalten Besitzer entsprechende Upgrade-Möglichkeiten auf ausgewählte Premium-EQ- beziehungsweise Kompressor-Plugins aus dem Plugin-Alliance-Angebot.
Auch hier sollte man die alten Versionen nicht einfach löschen. Wer ältere Sessions mit MOD EQ 6 oder MOD Comp besitzt, sollte diese Plugins weiterhin installiert lassen. Das neue Produkt ist kein automatischer Austausch der alten Plugin-Instanz.
Welche Apogee-Plugins sind jetzt bei Plugin Alliance?
Das Apogee-Angebot ist inzwischen direkt in das Plugin-Alliance-Ökosystem integriert. Dazu gehören Produkte aus verschiedenen Bereichen, darunter EQs, Kompressoren, Channel-Strips und Effekte. Zu den bekannten Produkten gehören beispielsweise die Pultec-Emulationen, darunter der Pultec EQP-1A und der Pultec MEQ-5. Auch neuere Produkte wie Clearmountain's 8068 Analog EQ gehören zum aktuellen Sortiment.
Besonders interessant ist der Bereich rund um Bob Clearmountain. Dazu gehören unter anderem:
Clearmountain's Spaces
Clearmountain Domain
Clearmountain Phases
Clearmountain's 8068
Clearmountain Dance
Diese Plugins decken unterschiedliche Aufgaben ab – von Reverb und Delay über Modulation bis hin zu EQ und kreativer Klangbearbeitung. Die neuen Plugin-Alliance-Versionen sind dabei nicht ausschließlich neue Installer. Teilweise wurden die Produkte technisch weiterentwickelt und an die aktuelle Plugin-Alliance-Infrastruktur angepasst.
Clearmountain's Spaces als Beispiel
Bei Clearmountain's Spaces lässt sich die Umstellung besonders gut beobachten. Die aktuelle Plugin-Alliance-Version unterstützt unter anderem skalierbare Fenster und die Formate AAX, AU und VST3. Die erste Plugin-Alliance-Version 1.1.0 wurde Ende September 2026 veröffentlicht.
Das zeigt, dass der Wechsel nicht nur eine Änderung des Shops darstellt. Plugin Alliance übernimmt gleichzeitig die technische Plattform für die neuen Versionen und deren zukünftige Weiterentwicklung.
Auch der ECS Channel Strip 2 wird weiterentwickelt
Ein weiteres Beispiel ist der ECS Channel Strip 2. Der Channel-Strip kombiniert EQ, Kompression und Sättigung und ist damit ein klassisches Werkzeug für die Bearbeitung einzelner Spuren. Die neue Version bringt unter anderem eine überarbeitete Oberfläche, einen zusätzlichen Mid-EQ-Bereich und flexiblere Filtermöglichkeiten.
Damit wird deutlich, dass die Zusammenarbeit nicht ausschließlich aus einer Übertragung bestehender Produkte besteht. Einige Plugins werden im Zuge des Wechsels tatsächlich technisch überarbeitet.
Was ändert sich beim Kauf?
Wer heute ein Apogee-Plugin neu kaufen möchte, muss nicht mehr bei Apogee selbst suchen. Die Plugins werden inzwischen über Plugin Alliance angeboten. Apogee verweist auf seiner eigenen Website entsprechend auf Plugin Alliance.
Damit wird Plugin Alliance zur zentralen Anlaufstelle für:
Kauf
Download
Installation
Lizenzverwaltung
Updates
Support der neuen Versionen
Die Plugins werden außerdem in das bestehende Plugin-Alliance-Ökosystem und dessen Subscription-Angebote integriert. Für Nutzer, die ohnehin mehrere Plugin-Alliance-Produkte verwenden, kann das die Verwaltung deutlich vereinfachen.
Was bedeutet der Wechsel langfristig?
Der eigentlich interessante Teil dieses Wechsels liegt weniger im neuen Shop als in der Frage, wie sich Apogee als Softwaremarke weiterentwickelt. Apogee hatte über Jahre hinweg einen starken Namen bei Hardware. Bei Plugins war das Portfolio dagegen kleiner und stärker auf bestimmte Bereiche konzentriert.
Durch die Verbindung mit Plugin Alliance entsteht nun ein deutlich größeres Software-Ökosystem. Plugin Alliance bringt Erfahrung bei Entwicklung, Vermarktung und Pflege zahlreicher professioneller Audio-Plugins mit. Apogee bringt wiederum seine eigenen Technologien und die Zusammenarbeit mit etablierten Entwicklern und Produzenten ein.
Ob daraus langfristig völlig neue Apogee-Plugins entstehen oder bestehende Produkte stärker weiterentwickelt werden, lässt sich derzeit noch nicht seriös sagen. Fest steht aber, dass Apogee die Plugin-Alliance-Versionen als die zukünftige Plattform für Entwicklung und Updates bezeichnet.
Was bestehende Apogee-Kunden jetzt tun sollten
Für Besitzer von Apogee-Plugins ist die Umstellung grundsätzlich überschaubar, solange man nicht versucht, sofort alles umzubauen. Wer bereits Apogee-Plugins besitzt, sollte zunächst auf die E-Mail mit den persönlichen Voucher- beziehungsweise Claim-Informationen achten. Anschließend kann der Code über das Plugin-Alliance-Konto eingelöst werden.
Der Ablauf sieht grundsätzlich so aus:
Bei Plugin Alliance anmelden.
Das entsprechende Produkt in den Warenkorb legen.
Den von Apogee erhaltenen Code eingeben.
Kontrollieren, dass der Preis auf 0 US-Dollar fällt.
Den kostenlosen Kauf abschließen.
Das Plugin anschließend über den Plugin Alliance Installation Manager installieren.
Das Plugin-Alliance-Konto muss dabei nicht zwingend dieselbe E-Mail-Adresse verwenden wie das bisherige Apogee- oder iLok-Konto.
Besonders wichtig für professionelle Studios
Für professionelle Anwender ist die Migration etwas anderes als für jemanden, der hauptsächlich neue Projekte erstellt. Wer hunderte alte Sessions besitzt, sollte nicht einfach sämtliche alten Apogee-Plugins entfernen und davon ausgehen, dass Plugin Alliance alles automatisch übernimmt.
Gerade bei Projekten, die Jahre später noch einmal geöffnet werden müssen, ist die ursprüngliche Plugin-Version Teil der technischen Umgebung des Projekts. Deshalb ist die parallele Installation der beiden Versionen zunächst die sauberste Lösung.
Das gilt insbesondere für:
große Archivbestände
alte Mix-Sessions
Pro-Tools-Produktionen
Projekte mit MOD EQ 6 oder MOD Comp
Produktionen, die für spätere Revisionen archiviert werden
Fazit
Der Wechsel von Apogee zu Plugin Alliance ist deutlich mehr als ein Wechsel des Online-Shops. Apogee gibt den direkten Plugin-Vertrieb auf und übergibt die Zukunft seiner Software an Plugin Alliance. Gleichzeitig verabschieden sich die neuen Versionen vom bisherigen iLok-System und werden über die Plugin-Alliance-Infrastruktur installiert und verwaltet.
Für bestehende Kunden ist besonders wichtig, zwischen alten und neuen Versionen zu unterscheiden. Die bisherigen iLok-Plugins funktionieren weiterhin und sollten für ältere Sessions installiert bleiben. Die neuen Plugin-Alliance-Versionen sind davon getrennt und sollen künftig die regulär weiterentwickelten Varianten sein.
Apogee bleibt damit die Marke hinter den Plugins, während Plugin Alliance zur technischen und kommerziellen Plattform dahinter wird. Wer heute neu mit den Apogee-Plugins anfängt, landet direkt im Plugin-Alliance-System. Wer schon seit Jahren mit Apogee arbeitet, sollte dagegen die alten Installationen nicht voreilig entfernen.
Die Umstellung ist also keine klassische „alte Version löschen, neue Version installieren“-Aktion. Es handelt sich vielmehr um einen schrittweisen Plattformwechsel – und genau das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn ältere Projekte weiterhin problemlos funktionieren sollen.
➜ Homepage: https://www.plugin-alliance.com/collections/apogee
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