Native Instruments: Insolvenz?
Das traditionsreiche Berliner Unternehmen Native Instruments GmbH, bekannt für Software und Hardware-Lösungen im Bereich der Musikproduktion und DJ-Technologie, steht nach aktuellen Insolvenzdokumenten offenbar vor einer ernsten finanziellen Krise. Die Informationen stammen aus offiziellen Insolvenzbekanntmachungen und einem aktuellen Bericht von Create Digital Music (CDM).
Native Instruments ist insbesondere für Produkte wie Kontakt, Reaktor, Maschine, Traktor und das Komplete-Portfolio bekannt – Werkzeuge, die in Studios weltweit bei Produzentinnen, Sounddesignern und DJs zum Einsatz kommen. Die Firma wurde bereits 1996 in Berlin gegründet und hat sich seitdem zu einem der zentralen Player im Musik-Software-Sektor entwickelt.
Was bedeutet „vorläufige Insolvenz“?
Nach den veröffentlichten Dokumenten ist Native Instruments GmbH offiziell in ein sogenanntes vorläufiges Insolvenzverfahren eingetreten. Das bedeutet:
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Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde aus dem Kreis professioneller Sanierungsberater bestellt – in diesem Fall Prof. Dr. Torsten Martini.
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In dieser Phase wird geprüft, ob eine Sanierung möglich ist oder ob letztlich eine Gläubigerbefriedigung und Vermögensverwertung erfolgen muss.
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Für Mitarbeiter und laufende Geschäfte gilt zunächst ein Restrukturierungs- und Schutzstatus, doch die zukünftige Entwicklung ist ungewiss.
Ein vorläufiges Insolvenzverfahren ist kein endgültiger Konkurs, zeigt aber: Die finanzielle Lage des Unternehmens ist derzeit ernst und erfordert gerichtliche Aufsicht.
Hintergrund: Besitzverhältnisse und frühere Veränderungen
Native Instruments gehört nicht mehr vollständig den Gründern. Bereits 2021 verkaufte die Beteiligungsgesellschaft EMH Partners ihre Mehrheitsanteile an den US-Investmentfonds Francisco Partners, der seitdem als Eigentümer fungiert.
Außerdem war Native Instruments zeitweise Teil des größeren Musik-Technologieverbunds Soundwide, der auch Marken wie iZotope, Plugin Alliance und Brainworx umfasste. Dieser Unternehmensverbund wurde später wieder zugunsten des Native-Instruments-Brandings aufgelöst.
Die vergangenen Jahre waren geprägt von Veränderungen:
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Strategiewechsel in der Produktausrichtung und Plattform-Integration
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Kritik an Service- und Supportleistungen seitens der Community
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Anhaltende Diskussionen über Produktpflege und Update-Zyklen
All diese Faktoren spiegeln eine Phase des Umbruchs wider, bevor die Insolvenzbekanntmachung öffentlich wurde.
Reaktionen aus der Szene und mögliche Auswirkungen
Musik-Technologie-Communities und Branchenbeobachter*innen zeigen sich überrascht und betroffen. Native Instruments war über Jahrzehnte ein zentraler Treiber digitaler Klanggestaltung und gilt vielen als industrieprägenden Innovator.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft. Der vorläufige Insolvenzverwalter hat die Aufgabe, mögliche Sanierungswege zu prüfen, doch konkrete Pläne oder offizielle Stellungnahmen von Native Instruments selbst stehen bislang aus.
Fazit
Die Nachricht, dass Native Instruments GmbH in ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingetreten ist gehört zu den bedeutendsten Branchenmeldungen des Jahres im Musik-Technologie-Sektor. Sie markiert einen möglichen Wendepunkt für eine Marke, die seit den 1990er-Jahren Pionierarbeit geleistet hat.
Während das Verfahren noch in einem frühen Stadium ist, bleibt unklar, wie tiefgreifend die strukturellen Veränderungen sein werden und wie sich das langfristig auf Produkte, Nutzerinnen und Nutzer auswirkt. Eines steht fest: Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein – sowohl für Native Instruments selbst als auch für die gesamte Musik-Software-Gemeinschaft.
➤ Beitrag auf CDM: https://cdm.link/ni-insolvency
Kommentare
Das ist richtig! Ich glaube auch nicht, dass der Laden zu macht.
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