Tonalic: Die Antwort auf KI und Loops?
In der Musikproduktionsszene sorgt derzeit ein neues Software-Instrument für großes Aufsehen: Tonalic, präsentiert von der deutschen Firma Celemony, bekannt vor allem durch das weit verbreitete Audiobearbeitungs-Tool Melodyne. Mit Tonalic will Celemony einen völlig neuen Ansatz verfolgen, um authentische musikalische Performances in digitale Produktionsumgebungen zu bringen – ohne den Einsatz von generativer KI, Loops oder MIDI-Programmierung.
Was ist Tonalic?
Tonalic beschreibt sich selbst als „Musiker an deiner Seite“: Statt auf künstlich erzeugte Klänge oder vorgefertigte Schleifen zurückzugreifen, basiert das System auf echten Studio-Performances von über 30 Weltklasse-Session-Musikern. Diese Musiker haben Gitarren, Schlagzeug, Bass und weitere Instrumente eingespielt, deren Auszüge nun über die Tonalic-Engine adaptiv an das jeweilige Musikstück angepasst werden.
Im Gegensatz zu klassischen Loops oder virtuellen Instrumenten enthält ein sogenannter Tonalic-Block selbst kein Audio oder MIDI-Material. Vielmehr handelt es sich um musikalische Anweisungen, die der Engine sagen, welche Parts aus der umfangreichen Performance-Bibliothek ausgewählt und wie sie an Harmonie, Tempo und Groove des Songs angepasst werden sollen.
Die Technologie dahinter
Der Kern von Tonalic ist eine adaptive musikalische Intelligenz, die auf Celemonys bewährter DNA-Technologie (Direct Note Access aus Melodyne) basiert und sich wie ein echter Musiker verhält: Sie erkennt Akkordfolgen, timing-bezogene Nuancen und rhythmische Strukturen – und reagiert darauf, anstatt den Song zu zwingen, einem starren Pattern zu folgen.
Optisch zieht man Tonalic-Regions direkt in die DAW-Timeline, und die Engine sorgt dafür, dass das Ergebnis musikalisch organisch klingt, als hätte der Musiker die Performance speziell für diesen Song eingespielt.
Keine KI, keine Loops – echte Musiker, echter Groove
Celemony betont ausdrücklich, dass Tonalic keine generative KI verwendet, wie sie in vielen modernen Musiktools zu finden ist. Stattdessen kommen echte menschliche Performances zum Einsatz – inklusive Groove, Nuancen, dynamischem Ausdruck und musikalischer Phrasierung, wie sie nur ein erfahrener Session-Musiker liefern kann.
Das Unternehmen spricht bewusst davon, die typischen Schwächen von MIDI-Programmierung, Sample-Packs oder Loops zu umgehen, die oft mechanisch wirken oder sich nur schwer organisch in ein Arrangement einfügen lassen.
Celemony hat für Tonalic über 30 weltklasse-Studio-Musiker aus verschiedenen Genres und mit langjähriger Erfahrung verpflichtet. Diese Künstler liefern authentische Performance-Aufnahmen, die das Plugin adaptiv in deinen Song einfügt.
Gitarristen (E-Gitarre, Akustik-Gitarre)
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Uwe Bossert – Gitarrist mit vielseitigem Stil, von Groove-Riffs bis expressive Melodien
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Randy Bowland – Soul- und Jazz-orientierter Gitarrist
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Martin “Ace” Kent – Gitarrist von Skunk Anansie
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Brent Mason – Grammy-gekrönter Nashville-Session-Gitarrist
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Troy McLawhorn – Rock- und Metal-Gitarrist (z. B. Evanescence)
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Tim Pierce – einer der meistgefragten Session-Gitarristen der Welt
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Jared Scharff – vielseitiger Gitarrist und Produzent
Bass-Spieler
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Corey Britz – vielseitiger Bassist und Produzent (Bush)
- Nate Mendel – Bassist der Foo Fighters
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Paul Kleber – klassisch ausgebildeter Bassist mit Jazz- und Pop-Erfahrung
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Nick Movshon – Schlüsselspieler der Brooklyn-Funk- und Soul-Szene
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Larry Paxton – Nashville-Session-Bassist mit großer Studiokarriere
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Dwayne Moore – vielseitiger Bassist mit sauberem, definiertem Klang
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Paul Turner – Bassist von Jamiroquai und weiteren Acts
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Raoul Walton – Funk-, Jazz- und R&B-Bassist mit dynamischem Groove
Schlagzeug / Percussion
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Kenny Aronoff – renommierter Session-Drummer
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Victor Indrizzo – dynamischer und vielseitiger Drummer
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Venzella Joy – Groove-fokussierte Schlagzeugerin (u. a. Beyoncé-Band)
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Alex Reeves – Londoner Drummer mit „big phat grooves“
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Oli Rubow – Schlagzeuger, der akustische und elektronische Elemente kombiniert
Instrumentengruppen im Tonalic-Content
Tonalic bietet eine große Auswahl an instrumentalen Performance-Aufnahmen, die du in deine Produktion einbinden kannst:
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E-Gitarre und Akustikgitarre – Groove, Riffs, Melodien, Stil-übergreifend
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Bass (E-Bass & Kontrabass) – von Funk- und Soul-Grooves bis Rock-Foundation
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Drums & Percussion – natürliche, dynamische Schlagzeug-Parts
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Genre-übergreifende Styles – Country, Rock, Pop, Funk, R&B, Soul und mehr
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180 Instrumente in 10 Genres – Basis der vielseitigen Performance-Bibliothek
Wie die Musiker-Performances eingesetzt werden
Die einzelnen Musiker-Aufnahmen werden nicht als klassische Loops oder MIDI-Daten genutzt, sondern dienen als adaptive Tonalics Patterns, die sich intelligent an Tempo, Akkorde und Groove deines Songs anpassen. Dies geschieht ohne KI-Generierung oder Musterwiederholungen im traditionellen Sinne.
Versionen und Funktionen
Tonalic ist in zwei Hauptversionen erhältlich:
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Tonalic Arranger – die Einstiegsvariante mit dem vollständigen Set an adaptiven musikalischen Performances, ideal für schnelle Songideen und Produktivitäts-Workflows.
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Tonalic Studio – die umfassendere Edition mit erweiterten Bearbeitungswerkzeugen, darunter ein Refine-Tool, mit dem einzelne Noten, Dynamik oder sogar voicing-bezogene Details manipuliert werden können.
Beide Versionen sind als Abonnement oder Prepaid-Lizenz verfügbar, wobei der Einstieg aktuell mit einem Einführungsmonat für rund 1 €/$ möglich ist. Die regulären Preise liegen bei etwa 14,90 € bzw. 24,90 € pro Monat für die jeweiligen Editionen, mit Jahreslizenz-Optionen als Alternative.
Integration in den Produktionsworkflow
Tonalic läuft als virtuelles Instrument in allen gängigen DAWs und unterstützt verschiedene Plugin-Formate wie VST3, AU und AAX. Insbesondere für ARA-fähige Hosts wie Studio One Pro oder Fender Studio Pro verspricht Celemony eine tiefere Integration, bei der Tonalics direkt im Arrangement bearbeitet und arrangiert werden können.
Ausblick und Bedeutung
Mit Tonalic stellt Celemony einen ungewöhnlichen, aber vielversprechenden Ansatz vor, Musikerperformances direkt in digitale Produktionen zu bringen – ohne künstliche Intelligenz, aber mit echter Musikalität. Für viele Produzenten könnte dies eine willkommene Alternative zu automatisierten Generatoren darstellen, insbesondere für Genres, in denen organischer Groove und menschlicher Ausdruck im Vordergrund stehen.
Darüber hinaus könnte Tonalic die Lücke zwischen klassischen Session-Aufnahmen und modernen Produktionswerkzeugen schließen – indem es Studio-Qualität und menschliche Performance mit der Flexibilität digitaler Software verbindet.
➤ Homepage: https://www.tonalic.com
➤ Vorstellung: https://www.youtube.com/watch?v=xKIQ57Bu68k
➤ In Action: https://www.youtube.com/watch?v=SICpvvjRxL8
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