Sägezahn in Reinform: Der SuperClassic
Mit dem SuperClassic meldet sich Hahmo DSP eindrucksvoll auf dem Markt der Software-Synthesizer zurück und richtet sich gezielt an Produzentinnen und Produzenten elektronischer Musik, die den ikonischen Supersaw-Sound der späten 90er und frühen 2000er Jahre lieben. Inspiriert vom legendären Roland JP-8000, ist SuperClassic jedoch weit mehr als eine einfache Emulation, sondern eine moderne Neuinterpretation mit zeitgemäßer Technik und erweiterten klanglichen Möglichkeiten.
Schon beim ersten Anspielen wird klar, wohin die Reise geht: breite, druckvolle Leads, schwebende Trance-Plucks und große Pads, die sofort Erinnerungen an die goldene Ära von Trance und Progressive House wecken. Gleichzeitig klingt SuperClassic sauber, präzise und modern – genau das, was heutige Produktionen verlangen.
Der Entwickler hinter SuperClassic: Joonas Hahmo
Hinter Hahmo DSP steht der finnische Entwickler Joonas Hahmo, der SuperClassic als persönliches Herzensprojekt umgesetzt hat. Als langjähriger Fan elektronischer Musik und klassischer Trance-Sounds der späten 90er-Jahre war es sein Ziel, den legendären Supersaw-Charakter in eine moderne, direkt spielbare Softwareform zu übertragen.
Dabei legte Hahmo großen Wert auf Einfachheit und Klangwirkung: SuperClassic soll ohne komplexe Menüstrukturen sofort große, breite Sounds liefern. Technisch basiert der Synthesizer auf eigens entwickeltem DSP-Code mit präzisen Hüllkurven, sauberem Oversampling und einer bewusst kontrollierten Oszillator-Drift, die für einen lebendigen, hardware-nahen Klang sorgt.
Mit Hahmo DSP verfolgt Joonas Hahmo einen klaren Indie-Ansatz: wenige Funktionen, ein fokussiertes Klangziel und maximale musikalische Wirkung statt unnötigem Feature-Overkill.
Supersaw neu gedacht statt 1:1-Kopie
Hahmo DSP verfolgt mit SuperClassic bewusst nicht den Ansatz einer exakten Nachbildung des Originals. Stattdessen wurde der klassische Supersaw-Charakter technisch neu aufgebaut und weiterentwickelt. Herzstück des Plug-ins ist eine präzise modellierte Supersaw-Engine, die es erlaubt, bis zu vier Supersaw-Oszillatoren gleichzeitig zu stapeln. Dadurch entstehen extrem breite und durchsetzungsfähige Sounds, die sich besonders für moderne EDM-, Trance- und Festival-Produktionen eignen.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist dabei das sogenannte SuperDrift-System. Dieses sorgt für minimale, nicht-periodische Phasenverschiebungen zwischen den einzelnen Oszillatoren. Das Ergebnis ist ein lebendiger, organischer Klang, der nicht statisch wirkt und deutlich näher an echtes Hardware-Verhalten heranreicht als viele klassische Software-Synths.
Klangcharakter: Breit, klar und sofort präsent
Klanglich positioniert sich SuperClassic klar auf der Seite von Größe und Wirkung. Die Sounds sind von Natur aus breit, präsent und setzen sich mühelos im Mix durch. Besonders Leads und Plucks profitieren von der hohen Klarheit und dem schnellen Ansprechverhalten der Hüllkurven, die sich eng am Vorbild des JP-8000 orientieren. Gleichzeitig eignet sich der Synthesizer auch für weiche Pads und atmosphärische Texturen, die durch das Drift-Verhalten ständig in Bewegung bleiben.
Die Filtersektion bietet mehrere klassische Filtermodi mit optionalem Oversampling, wodurch auch bei hoher Resonanz ein sauberer, aliasfreier Klang gewährleistet wird. Trotz der komplexen Klangstruktur bleibt SuperClassic dabei erfreulich CPU-effizient und erlaubt eine Polyphonie von bis zu 32 Stimmen.
Praxisnah und auf das Wesentliche fokussiert
SuperClassic verzichtet bewusst auf überladene Zusatzfunktionen und konzentriert sich auf das, was er am besten kann: Supersaw-Sounds in höchster Qualität. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich, modern gestaltet und erlaubt einen schnellen Zugriff auf alle klangentscheidenden Parameter. Das macht den Synthesizer sowohl für erfahrene Sounddesigner als auch für schnelle Ideen im Produktionsalltag attraktiv.
Erhältlich ist SuperClassic für Windows und macOS in den Formaten VST3 und AU. Zum Marktstart wurde das Plug-in zu einem vergünstigten Einführungspreis angeboten, inzwischen liegt der reguläre Preis im mittleren zweistelligen Euro-Bereich und positioniert SuperClassic klar als professionelles Werkzeug für ambitionierte Produzenten.
Kurz
Mit SuperClassic ist Hahmo DSP ein überzeugender Spagat zwischen Nostalgie und moderner Klangästhetik gelungen. Der Synthesizer fängt den Geist des legendären Supersaw-Sounds ein, ohne in reiner Retro-Verklärung steckenzubleiben. Stattdessen liefert er einen kraftvollen, zeitgemäßen Sound, der sich nahtlos in aktuelle Produktionen einfügt und besonders Fans von Trance, Progressive und EDM begeistern dürfte.
UVP: 79,00 EUR
➤ Homepage: https://hahmodsp.com
Kommentare
Dieser „Gaul“ wird stätig weiter gereicht, so dass jede noch so einfallslose Schmiede auf dieses Pferd aufsitzen kann.
Selbst der Versuch im eigenen Hause, Altwürdiges im neuen Glanz erscheinen zu lassen, scheitert kläglich. Als Beispiel sei genau Roland gemeint, der mit dem JD-08 versucht hat, den JD-800 zu emulieren, einen Klon, der sich als Clown entpuppte, die Geräte samt Zugriff auf die Cloud zu Schleuderpreisen wieder verkauft werden.
Wer die Originale nicht kennen tut, der sei wohl gut bedient, die andere Seite der Kunden nur die Nase rümpft.
Jetzt frage ich mich, wie man den Wunsch hegen tut und sich von Ulli Behringer einen Nachbau erhofft. Liegt das letztendlich nur an der Kohle, die man maximal bereit ist für das Original auszugeben?
Ein Behringer-Nachbau des JP-8000 hätte nicht mal das Alter von 10 Jahre erreicht. Zudem kenne ich das Problem des JP-8000 und das war nach einer 12,58 EUR Investition und 2 Stunde Arbeit gelöst. Es müssen nur die Elkos auf dem DAC Board ausgetauscht werden.
Ein nahezu lächerlicher Aufwand, wenn man den Synthesizer noch im Hause hat. Zudem im Vergleich zu einem VST- oder Ulli Nachbau die günstigste Lösung.
Bei dem Werbe- Slogan:
„….sondern eine moderne Neuinterpretation mit zeitgemäßer Technik“,
raufen sich einen die Haare. Bitte wo ist hier Technik im Spiel, wenn es sich um eine reine Software handelt. Es das eine Anspielung auf die Mindestanforderung der System-Komponenten, die ein PC mitbringen sollte?
Allein die offerierten Lockmittel einer Grafik, die eine „anmutige“ Hardware in selbiger Farbausführung zeigen tut, sprechen Bände. Ich bin gespannt, ob die „Eintagsfliege“ HAHMO überhaupt ein „Stelldichein“ überwinden kann, oder jener Gang wieder kläglich endet.
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