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Für Hardware Liebhaber, der Roland String RS 202
Für Hardware Liebhaber
Viele alte „Schlachtschiffe“ sind
schon durch meine Hände gegangen, deren Zeit längst abgelaufen schien. Der
letzte war ein TEISCO-SX240 aus dem Jahr 1984. Er war völlig tot und störte nur
noch den Vorbesitzer, der die Stellfläche als sinnlose Platzverschwendung
ansah. Für einen grünen Schein und zwei Flaschen Jim Beam nahm ich mich seiner
an. Die Ersatzteilbeschaffung war zwar mühevoll, aber es zahlte sich aus: Nach
drei Wochen Arbeit wurde jede Minute dieser investierten Zeit belohnt. Der
Synthesizer erklang wieder wie am ersten Tag und fand in einem Studio für
Vintage-Sammler ein neues Zuhause.
Was nun vor mir steht, dürfte wohl
der älteste von allen sein: ein Roland RS-202 Strings aus dem Jahr 1976. Hier
funktionierte rein gar nichts mehr. Ich mochte ihn anfangs nicht einmal
anfassen – eine echt geschundene Kreatur. Mich traf fast der Schlag, als ich
den Koffer öffnete. Mein erster Gedanke: Das Teil kann nur noch in den
Container! Der Ekel beim Anblick der Tastatur und dessen, was sich darunter
befand, übertraf meine Vorstellungen bei Weitem. Hier klebten die
Hinterlassenschaften von 50 Jahren musikalischem -Nebenbei-Genuss-.
Lebensmittel, Getränke, Nikotin und wer weiß, was sonst noch alles, waren zu
einer schmierigen Masse mutiert und saßen in jeder Ritze. An der Elektronik
selbst hatten sich wohl auch schon unzählige Bastler ausprobiert.
Nach der extremen Grundreinigung
hatte ich erst mal das dringende Bedürfnis zu duschen, und danach ging es an
die eigentliche Reparatur samt optischem Aufhübschen, damit er zumindest wieder
ansehnlich aussieht. Mit stolzen fünf Jahrzehnten auf dem Buckel darf man
natürlich keine Neuware erwarten – eben echt Vintage mit all seiner im Laufe
der Zeit zugelegten -Patina-. Ein Glück, dass der jetzige Besitzer sich nicht
auch noch selbst an der Elektronik vergangen, sondern den Synth stattdessen
einfach in die Ecke gestellt und weitgehend vergessen hatte.
Nun spielt er wieder und erfreut
jene, die ihn zu schätzen wissen. Ich war echt überrascht, wie fett der Kleine
klingen kann! Vielleicht löst das fertige Video im Besitzer ja doch etwas aus,
sodass das Prachtstück am Ende nicht einfach wieder weitergereicht wird.
Video: https://youtu.be/C9iy-T7Uc4s
Foto: https://www.myownmusic.de/account/pictures/folder/?folder_id=14967
Viele alte „Schlachtschiffe“ sind
schon durch meine Hände gegangen, deren Zeit längst abgelaufen schien. Der
letzte war ein TEISCO-SX240 aus dem Jahr 1984. Er war völlig tot und störte nur
noch den Vorbesitzer, der die Stellfläche als sinnlose Platzverschwendung
ansah. Für einen grünen Schein und zwei Flaschen Jim Beam nahm ich mich seiner
an. Die Ersatzteilbeschaffung war zwar mühevoll, aber es zahlte sich aus: Nach
drei Wochen Arbeit wurde jede Minute dieser investierten Zeit belohnt. Der
Synthesizer erklang wieder wie am ersten Tag und fand in einem Studio für
Vintage-Sammler ein neues Zuhause.
Was nun vor mir steht, dürfte wohl
der älteste von allen sein: ein Roland RS-202 Strings aus dem Jahr 1976. Hier
funktionierte rein gar nichts mehr. Ich mochte ihn anfangs nicht einmal
anfassen – eine echt geschundene Kreatur. Mich traf fast der Schlag, als ich
den Koffer öffnete. Mein erster Gedanke: Das Teil kann nur noch in den
Container! Der Ekel beim Anblick der Tastatur und dessen, was sich darunter
befand, übertraf meine Vorstellungen bei Weitem. Hier klebten die
Hinterlassenschaften von 50 Jahren musikalischem -Nebenbei-Genuss-.
Lebensmittel, Getränke, Nikotin und wer weiß, was sonst noch alles, waren zu
einer schmierigen Masse mutiert und saßen in jeder Ritze. An der Elektronik
selbst hatten sich wohl auch schon unzählige Bastler ausprobiert.
Nach der extremen Grundreinigung
hatte ich erst mal das dringende Bedürfnis zu duschen, und danach ging es an
die eigentliche Reparatur samt optischem Aufhübschen, damit er zumindest wieder
ansehnlich aussieht. Mit stolzen fünf Jahrzehnten auf dem Buckel darf man
natürlich keine Neuware erwarten – eben echt Vintage mit all seiner im Laufe
der Zeit zugelegten -Patina-. Ein Glück, dass der jetzige Besitzer sich nicht
auch noch selbst an der Elektronik vergangen, sondern den Synth stattdessen
einfach in die Ecke gestellt und weitgehend vergessen hatte.
Nun spielt er wieder und erfreut
jene, die ihn zu schätzen wissen. Ich war echt überrascht, wie fett der Kleine
klingen kann! Vielleicht löst das fertige Video im Besitzer ja doch etwas aus,
sodass das Prachtstück am Ende nicht einfach wieder weitergereicht wird.
Video: https://youtu.be/C9iy-T7Uc4s
Foto: https://www.myownmusic.de/account/pictures/folder/?folder_id=14967

