SUPERBOOTH26 in Berlin: Die Highlights
Die SUPERBOOTH26 hat Berlin Anfang Mai erneut zum weltweiten Zentrum der elektronischen Musikszene gemacht. Vom 7. bis 9. Mai 2026 verwandelte sich das FEZ-Berlin in der Wuhlheide in einen Treffpunkt für Synthesizer-Fans, Produzenten, Entwickler und Künstler aus aller Welt. Besonders emotional: Die diesjährige Ausgabe markierte gleichzeitig das zehnjährige Jubiläum der Superbooth als eigenständige Messe und Festivalplattform.
Die Veranstaltung gilt mittlerweile als wichtigste Messe für elektronische Musikinstrumente weltweit. Während klassische Musikmessen in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren haben, entwickelte sich die Superbooth zu einem kreativen Hotspot für Innovationen rund um Synthesizer, Eurorack-Systeme, Grooveboxen, Drum Machines und experimentelle Klangwerkzeuge.
Besonders auffällig war 2026 die enorme Vielfalt der präsentierten Geräte. Große Marken wie Roland, Korg, Teenage Engineering oder Native Instruments standen Seite an Seite mit kleinen Boutique-Herstellern und experimentellen Entwicklerteams. Genau dieser Mix macht den besonderen Reiz der Superbooth aus. Besucher konnten nicht nur Produkte ansehen, sondern sie direkt ausprobieren und mit den Entwicklern persönlich sprechen.
Die größten Highlights der SUPERBOOTH26
2026 stand ganz klar im Zeichen kreativer und unkonventioneller Instrumente. Viele Hersteller präsentierten Geräte, die bewusst klassische Arbeitsweisen aufbrechen sollten.
Zu den meistdiskutierten Neuheiten gehörte der extrem minimalistische Synthesizer „RND“ von Cyma Forma. Das Gerät besitzt lediglich einen einzigen Knopf und erzeugt bei jedem Tastendruck zufällige musikalische Ideen. Gerade dieser radikale Ansatz sorgte für Begeisterung, weil er Musiker dazu animiert, Kontrolle bewusst abzugeben und neue kreative Wege zu entdecken.
Ebenfalls stark beachtet wurde der neue „Programm“-Sequencer von Cre8audio. Das Gerät verbindet klassische Performance-Steuerung mit algorithmischer Musikgenerierung und zeigt damit einen Trend, der sich durch die gesamte Messe zog: intelligente, generative Systeme statt rein statischer Sequencer.
Großes Interesse erhielt außerdem die Groovebox „Deconstruct Minimal“ von Sonicware. Das kompakte Gerät analysiert laut Hersteller die „DNA“ klassischer Drumcomputer-Grooves und rekonstruiert deren charakteristische rhythmische Schwankungen. Vor allem Fans von Minimal Techno und House feierten das Konzept.
Weitere viel diskutierte Neuheiten:
- Die neue Hybrid-Drummachine „Polyend Drums“
- Der virtuelle Analog-Synthesizer „Element One“ von Modal Electronics
- Die portable Sampling-Workstation „Blackbox 2“ von 1010music
- Der experimentelle „Resonant Filterbank“ von Erica Synths
- Neue Eurorack-Module zahlreicher Boutique-Entwickler
Ein weiteres Highlight der SUPERBOOTH26 war der Auftritt von RME, einem der bekanntesten deutschen Hersteller professioneller Audio-Interfaces. Besonders im Fokus standen die Fireface-Systeme sowie das Babyface Pro FS, die für niedrige Latenz, stabile Treiber und hohe Klangqualität bekannt sind. Große Aufmerksamkeit erhielt außerdem Version 2.0 des Routing-System „TotalMix FX“, das in vielen professionellen Studios als Standard gilt. Auf der Messe zeigte sich zudem, wie stark RME inzwischen mit modularen Synthesizer-Setups und modernen Live-Performances verbunden ist.
Eurorack und Modularsysteme bleiben das Herzstück
Auch 2026 blieb die Eurorack-Szene das emotionale Zentrum der Messe. Zwischen blinkenden Patch-Kabeln, analogen Filtern und modularen Klanglaboren herrschte eine fast schon festivalartige Atmosphäre. Viele Besucher kamen gezielt nach Berlin, um seltene Module auszuprobieren oder limitierte Geräte direkt vor Ort zu kaufen.
Besonders auffällig war der Trend zu hybriden Systemen. Viele Hersteller kombinierten analoge Schaltungen mit KI-gestützten Funktionen, digitalen Effektengines oder generativen Algorithmen. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen klassischer Hardware und moderner Software zunehmend.
Mehr als nur eine Messe
Die Superbooth war auch 2026 weit mehr als eine reine Produktschau. Über das gesamte Gelände verteilt fanden Workshops, DIY-Kurse, Konzerte, Gesprächsrunden und Live-Sets statt. Besucher konnten Instrumente nicht nur testen, sondern direkt in musikalischen Performances erleben.
Am Abend verwandelte sich das Gelände in ein elektronisches Musikfestival. Künstler wie Robert Henke alias Monolake oder experimentelle Techno-Acts sorgten für ausverkaufte Konzerte und lange Nächte im Waldgelände des FEZ-Berlin.
Das besondere Ambiente gilt seit Jahren als Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung. Anders als sterile Messehallen bietet das FEZ-Berlin mit seinen Außenflächen, Waldwegen und kleinen Bühnen eine kreative und fast familiäre Atmosphäre. Genau dieser Charakter hebt die Superbooth deutlich von klassischen Branchenmessen ab.
Berlin bleibt Zentrum der internationalen Synthesizer-Szene
Die SUPERBOOTH26 zeigte eindrucksvoll, wie stark Berlin weiterhin mit elektronischer Musik und Klangkunst verbunden ist. Zahlreiche Berliner Unternehmen und Entwickler präsentierten ihre neuesten Projekte direkt vor heimischem Publikum. Gleichzeitig reisten Aussteller aus dutzenden Ländern an, um ihre Innovationen erstmals öffentlich zu zeigen.
Gerade das Zusammenspiel aus Technologie, Kunst, Community und Live-Erlebnis macht die Veranstaltung inzwischen einzigartig. Für viele Besucher ist die Superbooth längst kein klassischer Messebesuch mehr, sondern ein jährliches Szene-Treffen mit Festivalcharakter.
Mit ihrem zehnjährigen Jubiläum hat die SUPERBOOTH26 eindrucksvoll bewiesen, dass elektronische Musikinstrumente und kreative Hardware-Experimente beliebter sind denn je. Die Messe zeigte außerdem, wohin sich die Branche entwickelt: weg von reiner Technik, hin zu inspirierenden Werkzeugen für kreativen Ausdruck und spontane musikalische Ideen.
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