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Das Voodoo-Kabel: Eine Kuriosität

Das Stromkabel, das Akkorde besser klingen lässt
Das Voodoo-Kabel: Eine Kuriosität

Falls du dachtest, High-End-Zubehör im Musik- und HiFi-Bereich könne nur Lautsprecher oder Verstärker sein, hat Glockenklang eine neue Kategorie erfunden: magische Elektrizität in Kabel-Form. Ihr „High-End Powercable“ – ein 2-Meter-Netzkabel mit „abschirmten Leitern“ – behauptet, dass es Töne klarer, Akkorde ausgewogener und reiner und den Verstärker „druckvoller“ macht. Ja, richtig gelesen: Akkorde sollen damit besser klingen.

Was steht da eigentlich auf der Packung?

Laut Produktseite (also offizieller Hersteller-Claim):

  • Es ist ein „hochwertiges, abgeschirmtes Netzkabel“.

  • Damit sollen Töne klarer und verständlicher werden.

  • Akkorde klingen ausgewogener und reiner.

  • Der angeschlossene Verstärker klingt druckvoller.

Halt! — Druckvoller Verstärker durch ein Netzkabel? Das klingt weniger nach Elektrizität als nach Staubsauger-Marketing aus den 90ern.

Reaktionen aus dem Netz: Zwischen Glauben, Spott und Esoterik

Im Internet trifft man auf drei große Lager:

1. Die Skeptiker („Kabel-Voodoo ist real!“)
In vielen Audiophile-Diskussionen ist die Meinung klar: „Power-Kabel verändern nicht den Klang – das ist größtenteils Placebo oder X-Factor-Denkweise.“ Viele Kommentare etwa in Reddit-Threads über High-End-Kabel schmeißen solche Claims als Snake Oil hin und verweisen darauf, dass Strom-Kabel schlicht Strom liefern – nicht Klang formen.

Ein Podcast („Hoaxilla“) beleuchtet das Kabel-Klang-Phänomen sogar als Beispiel für psychologischen Placebo-Effekt: Man glaubt, etwas zu hören, wenn man daran glaubt.

2. Die Glaubensgemeinschaft („Ich hör’s wirklich!“)
Es gibt aber auch musikalische Erleuchtungen: Einige Musiker und Heim-HiFi-Fans schwören, einen subtilen Unterschied zu hören – klarere Tiefen, mehr „Body“, mehr „… irgendwas“. Diese wirken überzeugter als ein Mittel gegen Kabelsalat. Aber es soll ja auch Menschen geben, die den Unterschied zwischen WAV und AIFF hören können...

3. Die Spaß-Fraktion („Esoterik in Strippenform!“)
Natürlich gibt es auch Leute, die das Ganze mit Humor nehmen: In Foren wird das Kabel gerne mal als „Esoterik, die man hört“ beschrieben – inklusive Schulterzucken und Augenzwinkern.

Einschätzung:

Wenn ein Stromkabel Akkorde besser machen kann, dann sollte es eigentlich auch Noten lesen lernen, bevor es an den Amp kommt. Vielleicht stellt es demnächst auch gleich einen Musik-Genre-Vorschlag: „Hey, heute klingt der Jazz mit diesem Kabel 8% samtiger.“ Oder ein neues Feature: Bass-Boost durch Leitungsmaterialwahl.

Musiker in Internet-Threads nehmen das Ganze teils mit so viel Humor wie einen Gitarren-Effekt, der mit einem Zauberstab statt einem Fußpedal bedient wird. Ein Kommentator in einem Musikerforum brachte es auf den Punkt: „Reinigt das den Strom?“ – als wäre das Kabel ein spirituelles Kraftfeld und kein Stück Kupfer und Kunststoff.

Fazit:

Das Glockenklang High-End Powercable ist in seiner Produktbeschreibung klassisch audiophil formuliert, mit wohlklingenden Worten, die Hoffnung auf eine hörbare Klangverbesserung machen. Im Netz sorgt das aber eher für Gelächter, gespaltete Meinungen und eine kleine kulturelle Debatte über:
Wie sehr sitzt der Klang eigentlich im Kopf? Und wie viel davon im Kabel?

Manche sagen: „Klar, wenn ich’s bestellt habe, klingt’s automatisch besser.“ Andere sagen: „Strom ist Strom, Sound ist Sound – und sonst ist alles Voodoo.“ Und ganz bestimmt wird dieses Kabel mehr Diskussionen über Audiophile-Glaubensfragen erzeugen als echte Messdaten (die es übrigens nicht gibt).

https://www.thomann.de/de/glockenklang_high_end_powercable.htm



Kommentare

THE EYE
THE EYE vor 13 Tagen
Um den Abnutzungserscheinungen entgegen zu wirken hilft also auch kein Voodoo-Kabel, dass wolltest du mir wohl sagen Tom, sei denn, ich lasse mir vom Erfinder Alex einen biologischen Adapter bauen.

SevenValues
SevenValues vor 13 Tagen
Man bedenke: Das geschieht alles noch vor dem Transformator. T!K hat zwar nicht ganz Unrecht, aber mal ehrlich: Wer solche "Probleme" ernsthaft wahrnimmt, legt seine Audiokabel, die ja auch geschirmt sein sollten, nicht direkt neben Stromleitungen.
Ein Jemand, welcher sich ein solches Kabel zulegt, muss dann aber bitte auch so konsequent sein und jene Stromleitung bis zum HAK abschirmen. Bestenfalls mit den selben galvanischen Nennwerten, Abständen (Dielektrikum), Kapazitäten, usw. Eine galvanische Trennung wäre hier auch nicht verkehrt. Also Kabel kaufen und freuen - Nö - eher nicht. Kabel kaufen und Wände aufreißen und Kabel neu legen, schon eher.
Mich würde auch mal interessieren, wie hoch die Abstrahlung bei 50Hz und 230V ist und wie weit sie reicht und ob die Stärke dann zur Intrusion überhaupt noch tauglich ist.

LIONWOLF
LIONWOLF vor 14 Tagen
Nun es gibt schon klangliche Verbesserung durch wertigere Kabeldurchschnitte.
Gerade im HiFi Class A Bereich sind diese Unterschiede deutlich hörbar aber auch unbezahlbar.
Was das Netzkabel bei Thomann angeht so geht das schon bis in die Mitte der 90.er Jahre zurück, wo im damaligen „ Fachblatt Musimagazin" eine Glockenklang Endstufe Modell " Buggatti" vorgestellt wurde die einen Preis von damaligen 14.500 DM hatte undich kann mich gut erinnern das die Auflistung des Zubehörs eben dieses Netzkabel hatte und mit 75 DM zu Buche schlug.
Es wird wohl nicht umsonst bei Thomann heute noch angeboten, wenn die Erkenntnisse im Hifibereich ihre Bewandnis haben.

Paralell dazu vielleicht nicht unbedingt vergleichbar ….
Aber gerade im Recordingbereich ist das Hören von besseren Klang selbst im MP3 Bereich hörbar wenn man Instrumente mit 48 kHz statt 44.1 kHz einspielt und anschließend auch mastert und dann in MP3 3 Format runterrechnen lässt.

Also je besser die Qualität umso hörbarer das Endergebnis.

Tom Wolf
Tom Wolf vor 14 Tagen
Es gibt eine natürliche Abnutzungserscheinung der Augen und Ohren......das nennt man Alt werden und macht eine solche teure, aber unhörbare Anschaffung irrelevant. :)

THE EYE
THE EYE vor 14 Tagen
Na wenn das kein „Ohrenschmaus“ ist, auch hier der Name Programm?

An einer SUPRA Netzleiste MD-Serie EU / SP MK3 mit Filter die mit einem SUPRA Cables LoRad 3 x 2.5 MKII CS-EU 16A Netzkabel an üblicher Wandsteckdose angeschlossen ist, hängt unter anderen ein McIntosh MA8950 AC Vollverstärker und ein 4k TV.

Vorher hing da ein guter Verteiler für ca. 40 Taler.

Das um „Gotteswillen-Gesabbel“ führte vor kurzen zu dieser Anschaffung jener Beiden "SUPRAS" (ignoriert meine Zweifel).

„Sie werden es merken, der Klang ihrer Anlage ist um einiges „sauberer“, feinste Nuancen im Spektrum merklich hörbar, was vorher nicht der Fall. Ihr TV zeigt keine Bildstörungen oder „Schnee“ durch störende Frequenzen.

Ich weiß, ich bin Alt, bekomme nichts mehr mit, deswegen kann ich auch kein audiophilen Unterschied erhaschen, selbst den „Schnee“ hatte ich damals nicht erkannt, eine dringende Vorstellung beim Ohren- und Augenarzt wäre wohl von Nöten.

Henk de Latra
Henk de Latra vor 14 Tagen
Und das Beste daran - das ist noch nicht einmal neu, lt. Thomann ist der Artikel seit 2007 gelistet. Aber mal im Ernst, Masseprobleme oder Stör-Einstreuungen im Strom können im Studio ein Echtes Problem sein, meiner Erfarung nach mit wachsender Anzahl der Stromverbraucher. Hier hilft aber eine USV mit sauberer Filterung und fast perfekter Sinuskurve im Ausgang mehr weiter als diese "Zauberkabel".

Noch ein Extrembeispiel:
https://www.ohrenschmaus-shop.de/kabel-stecker/strom....742_27425/

Über 2000,-€ für ein Kaltgeräte-Stromkabel ???? Was für eine Verschwendung von Kapital ohne Sinn. Also OK, Wenn die Endstufe bereits 150.000€ gekostet hat - da soll man ja nicht am Kabel sparen :-)
Aber mal im Ernst: Gute Audiokabel also symetrisch, geschirmt, zugentlastet ... Macht alles Sinn wenn man da nicht am letzten Cent spart. Auch sollte man keine Billo-Steckdosenleisten beim Discounter oder Baumarkt kaufen - das kann sogar Brandgefährlich sein.
Aber spätestens wenn man für Stromleitungen hoch-kupferhaltige Gummikabel mit einem vernünftigen Leitungsquerschnitt verwendet hat man alles getan, bis wo es Sinnig ist.

So sehe ich es zumindest nach meiner Lebenserfahrung.

T!K
T!K vor 14 Tagen
und wer es nicht glaubt... es geht noch verrückter:

https://www.ohrenschmaus-shop.de/kabel-stecker/pange....009_11507/

Im Vergleich dazu ist das Kabel von Glockenklang ein Schnäppchen :-)

T!K
T!K vor 14 Tagen
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen! Ob nun ein geschirmtes Stromkabel mit 1qmm Querschnitt die Eierlegende Wollmilchsau ist bezweifle ich zwar auch aber es lässt sich auch nicht ganz ausschließen.
Tatsache ist, es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle: Übergangswiderstände, Wellenlänge, Störeinstrahlungen (zB. durch Schaltnetzteile oder Powerline Adaptern), schlechte oder gealterte Netzfilter in den Geräten u.s.w...
Es gehört seit 30 Jahren zu meinen beruflichen Aufgaben solche Störquellen zu lokalisieren. Ich kann diese mit meinen Messgeräten hörbar und sichtbar machen, und ihr glaubt nicht was ich da schon alles gesehen habe.
Eine Wechselspannung baut nun mal um einen Leiter ein Magnetfeld auf, das ist einfache Physik, und bei 50Hz Netzfrequenz habe ich im besten Fall einen sauberen Sinus. Stecke ich nun ein billiges Schaltnetzteil an kann man feststellen das hochfrequente Oberwellen zurück ins Stromnetz gesendet werden. Liegt nun noch ein NF Kabel direkt daneben können diese Oberwellen einstrahlen...
Ob aber jetzt so ein geschirmtes Netzkabel helfen kann? Kann sein, muss aber nicht! Ist der Preis gerechtfertigt? NEIN

SevenValues
SevenValues vor 14 Tagen
Ich habe gerade ein abgeschirmtes Glasfaserkabel erfunden. Endlich keine LTE-Einstrahlung mehr. Gleich dazu habe ich noch den passenden virtuell digitalen Brummschleifengenerator erfunden, damit es wieder klingt wie vorher. Zusätzlich ist nun noch ein Optokoppler für die Abschirmung vonnöten. Die Abschirmung bekommt eine extra Wellenlänge im blauen Spektrum, bei 460nm und wird virtuell auf der Glasfaser transportiert, für den saubersten Klang aller Zeiten. Der saubere Klang wurde klinisch nachgewiesen vom Audiofragment-Disorder-Team auf Malta. Irgendwie.

Tom Wolf
Tom Wolf vor 14 Tagen
Ich werde sofort 1000 Euronen in neue Brahmastromkabel investieren und mit Ganeshas Hilfe nur noch Hits produzieren und Millionen von Euros verdienen. Das wird super. :)

ALΞX DRANΞ
ALΞX DRANΞ vor 14 Tagen
Ich hab jetzt erstmal auf den Kalender geschaut, weil ich echt dachte, es ist der 1.April. :D

THE EYE
THE EYE vor 15 Tagen
Hare-Krishna,
ein Bewusstsein öffnendes Netzkabel aus Brahmas Hand, Hindernisse vom Mittun durch Ganesha beseitigt.
Die Endlos-Orgie der störenden Strömlinge an Mehrfachsteckdosen in mündenden Tisch-Stromverteiler haben endlich ein Ende.

Den Synthesizern werden Flügel zu teil, sie singen wo sie vorher gekratzt. Die Gitte bringt die lang ersehnte nasse Hose, klingt aus den Tiefen wie ein Engelsschwall, derweilen Overdrive und Fuzz in die Knie gehen, unterwürfig anbiedernd fügen sie sich der Gottheit aus Stecker, Kabel und Buchse.

Der Kompensierung aus Nichts-Können wird Genüge getragen.
Endlich wird sie in den Boden getreten, die Vorsilbe -Dis- bei den Harmonien, das eigene Schulterklopfen überwiegen wird.

Akkorde werden zur akustischen Perle, welche so noch nie gehört. Geschissen auf Nonsens-Interfaces und China-Amps, das Kabel reißt alles hinweg.

Ein gehörtes Stossgebet für lächerliche 45 Taler in den Sack von Glockenklang.....
der Name ist Programm.


von  Redaktion am 12.02.2026
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