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"die kapelle"
hannelore schlemmer
ulrich thomas
holger c schlemmer
© schlemmer, thomas & schlemmer
(aus: "ein sommer in oldenburg")
hannelore schlemmer
ulrich thomas
holger c schlemmer
© schlemmer, thomas & schlemmer
(aus: "ein sommer in oldenburg")
am waldsee
emanuel Geibel (1815-1884)
da draußen an der halde,
da singt ein vöglein frei:
jung blut, geh nicht zu walde,
im walde wohnt der fei.
bei tag im grase funkelt
ihr schuppiger schlangenleib;
doch wenn der abend dunkelt,
wird sie ein schönes weib.
sie sitzt in mondscheinnächten
am schwarzen see im tann
und löst die langen flechten
und lockt den wandersmann.
da blitzen ihr die augen
wie blauer edelstein;
ihre kalten lippen saugen
sein rotes leben ein.
es schallt wie wonn’ und grausen
ihr lachen durch die nacht,
bis fern mit kühlen sausen
der morgenwind erwacht.
dann ächzt es in den tannen,
dann braust’s im wogenschlund:
eine schlange rauscht von dannen,
eine leiche liegt am grund.
emanuel Geibel (1815-1884)
da draußen an der halde,
da singt ein vöglein frei:
jung blut, geh nicht zu walde,
im walde wohnt der fei.
bei tag im grase funkelt
ihr schuppiger schlangenleib;
doch wenn der abend dunkelt,
wird sie ein schönes weib.
sie sitzt in mondscheinnächten
am schwarzen see im tann
und löst die langen flechten
und lockt den wandersmann.
da blitzen ihr die augen
wie blauer edelstein;
ihre kalten lippen saugen
sein rotes leben ein.
es schallt wie wonn’ und grausen
ihr lachen durch die nacht,
bis fern mit kühlen sausen
der morgenwind erwacht.
dann ächzt es in den tannen,
dann braust’s im wogenschlund:
eine schlange rauscht von dannen,
eine leiche liegt am grund.
