0:003:29
Man muss wissen, wann man verloren hat.
Bürgermeister Volker Volksvertreter hatte lange genug gezaudert. Nun war es soweit: Er würde Momlingen den Rücken kehren.
Seit Wochen bemächtigte sich ihm ein immer unguteres Gefühl in seiner Magengegend - und das lag nur in geringem Ausmaß an dem Dosenfraß und dem billigen Kaffee (die Supermärkte waren seit langem geschlossen). Nein: Diese Stadt erholte sich nicht wieder, auch wenn er sehr lange an dieser hoffnungsvollen Vorstellung festgehalten hatte. Selbst seine Frau hatte ihn einen "entsetzlichen Sturkopf" genannt, ihn längst verlassen und die Kinder mitgenommen.
Inzwischen fühlte er sich mehr und mehr wie ein Friedhofsverwalter.
In Momlingen zu leben, bedeutete für ihn, am Tage Stationen seines Scheiterns zu passieren und in der Nacht nicht schlafen zu können. Das schlechte Gewissen hielt ihn wach. Wann war alles so aus dem Ruder gelaufen? Hatte er sich zu wenig um sein Städtchen gekümmert? Hatte er sich zu sehr mit Nebenschauplätzen beschäftigt und die Brennpunkte gemieden? Vor allem hatte er diesen vermaledeiten Chicks Checker unterschätzt. Er hatte ihn stets für einen wichtigtuerischen Hallodri gehalten. Wie sehr er sich doch irrte! Auch wenn die Missetateten dieses Kerls längst der Vergangenheit angehörten: Momlingen erholte sich danach nicht mehr wieder. Die Menschen kehrten diesem Sündenpfuhl mehr und mehr den Rücken.
Und so nun auch er. "Schuld" daran war ein neuer Song, den er heute früh im Radio hörte und dessen penetrante Botschaft ihm durch Mark und Bein ging.
Sein Entschluss war gefällt. Sein Auto war mit dem notwendigsten Hab und Gut bepackt (zum Glück hatte er noch einen Reservekanister mit Benzin). Morgen bei Tagesanbruch würde er die Stadt verlassen. Nicht mit Pauken und Trompeten wie in den Hollywoodstreifen, in denen der Held das Benzin zum Niederbrennen der Stadt verwendet hätte und mit ultracoolem Blick vorangeschritten wäre, während die Stadt hinter ihm in Schutt und Asche fiel. Nein, er würde ganz undramatisch und leise davonfahren. Davonfahren in ein neues Abenteuer, das irgendwo da draußen auf ihn wartete.
Goodbye, Momlingen!
(Melodie mit freundlicher Genehmigung von Nate Gerry. Dieser Song befindet sich zusammen mit "Slow Decay" und "Stromausfall im Tanzlokal" auf meinem aktuellen Album "Finished Already, Want More")
Bürgermeister Volker Volksvertreter hatte lange genug gezaudert. Nun war es soweit: Er würde Momlingen den Rücken kehren.
Seit Wochen bemächtigte sich ihm ein immer unguteres Gefühl in seiner Magengegend - und das lag nur in geringem Ausmaß an dem Dosenfraß und dem billigen Kaffee (die Supermärkte waren seit langem geschlossen). Nein: Diese Stadt erholte sich nicht wieder, auch wenn er sehr lange an dieser hoffnungsvollen Vorstellung festgehalten hatte. Selbst seine Frau hatte ihn einen "entsetzlichen Sturkopf" genannt, ihn längst verlassen und die Kinder mitgenommen.
Inzwischen fühlte er sich mehr und mehr wie ein Friedhofsverwalter.
In Momlingen zu leben, bedeutete für ihn, am Tage Stationen seines Scheiterns zu passieren und in der Nacht nicht schlafen zu können. Das schlechte Gewissen hielt ihn wach. Wann war alles so aus dem Ruder gelaufen? Hatte er sich zu wenig um sein Städtchen gekümmert? Hatte er sich zu sehr mit Nebenschauplätzen beschäftigt und die Brennpunkte gemieden? Vor allem hatte er diesen vermaledeiten Chicks Checker unterschätzt. Er hatte ihn stets für einen wichtigtuerischen Hallodri gehalten. Wie sehr er sich doch irrte! Auch wenn die Missetateten dieses Kerls längst der Vergangenheit angehörten: Momlingen erholte sich danach nicht mehr wieder. Die Menschen kehrten diesem Sündenpfuhl mehr und mehr den Rücken.
Und so nun auch er. "Schuld" daran war ein neuer Song, den er heute früh im Radio hörte und dessen penetrante Botschaft ihm durch Mark und Bein ging.
Sein Entschluss war gefällt. Sein Auto war mit dem notwendigsten Hab und Gut bepackt (zum Glück hatte er noch einen Reservekanister mit Benzin). Morgen bei Tagesanbruch würde er die Stadt verlassen. Nicht mit Pauken und Trompeten wie in den Hollywoodstreifen, in denen der Held das Benzin zum Niederbrennen der Stadt verwendet hätte und mit ultracoolem Blick vorangeschritten wäre, während die Stadt hinter ihm in Schutt und Asche fiel. Nein, er würde ganz undramatisch und leise davonfahren. Davonfahren in ein neues Abenteuer, das irgendwo da draußen auf ihn wartete.
Goodbye, Momlingen!
(Melodie mit freundlicher Genehmigung von Nate Gerry. Dieser Song befindet sich zusammen mit "Slow Decay" und "Stromausfall im Tanzlokal" auf meinem aktuellen Album "Finished Already, Want More")
album: Momlingen - eine Stadt aus Musik
11
Electromat - ich zieh an den Stadtrand und schau in den freien Himmel <Stadtrand>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:55
Electromat - ich zieh an den Stadtrand und schau in den freien Himmel <Stadtrand>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:55
31
Karel Flott & The Swinging Knödels - Zum alten Schwejk <Nerudovastraße>
MoM-Mitmach-Aktionen
3:21
Karel Flott & The Swinging Knödels - Zum alten Schwejk <Nerudovastraße>
MoM-Mitmach-Aktionen
3:21
34
reklov - Stimmen aus dem Souterrain <stillgelegtes Institut für angewandte Sagrotanistik>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:01
reklov - Stimmen aus dem Souterrain <stillgelegtes Institut für angewandte Sagrotanistik>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:01
36
Die renitenten Schweigemönche - Ritter Fips und der Schnaps <Kloster Momberg>
MoM-Mitmach-Aktionen
0:17
Die renitenten Schweigemönche - Ritter Fips und der Schnaps <Kloster Momberg>
MoM-Mitmach-Aktionen
0:17
48
karl der große - ghetto von momlingen - nous avons . nous avez - nous awech
MoM-Mitmach-Aktionen
3:16
karl der große - ghetto von momlingen - nous avons . nous avez - nous awech
MoM-Mitmach-Aktionen
3:16
49
DEAD CHICKEN - Das jährliche Ereignis in der Nacht-Villa <Stadtrand von Momlingen>
MoM-Mitmach-Aktionen
4:19
DEAD CHICKEN - Das jährliche Ereignis in der Nacht-Villa <Stadtrand von Momlingen>
MoM-Mitmach-Aktionen
4:19
