0:007:33
Wir schreiben das Jahr 2035. Aus der Kleinstadt Momlingen in Baden-Württemberg ist, Dank des umsichtigen und geschäftstüchtigen Bürgermeisters Volker Reklov, mittlerweile eine Metropole geworden mit allem, was dazugehört: der alte Ortskern mit netten Geschäften, Kneipen und Restaurants, ein großer Park mit alten Bäumen, eine Flaniermeile entlang des Ufers der Mom, Discos und Musik-Clubs (das berüchtigte „Glowing in the Dark“ ist die angesagteste Adresse). Hier brummt tags und nachts das Leben. Aber es gibt auch das öde Betongebirge des Businessbezirks, in dem die Hochhäuser der Konzerne aufragen, zu denen morgens die Anzugträger strömen, und aus der sie abends gestresst und übermüdet in ihre Vororte zurückkehren.
Ich bin einer von ihnen.
Ich wohne in einer öden Reihenhaussiedlung am Rande der Stadt in einer Einliegerwohnung. Vorher lebte ich bis zur Trennung von meiner Frau in einem schönen Häuschen. Jetzt wohnt meine Ex mit unseren Kindern allein dort. Sie hat mich an die Luft gesetzt. Völlig zu Recht, aber das ist eine andere Geschichte.
Jeden Morgen fahre ich mit dem völlig überfüllten Bus eine Stunde lang zu meinem Arbeitsplatz in der City – einem 150 m hohen Wolkenkratzer, in dem mein Schreibtisch in der 18ten Etage in einem Großraumbüro steht – und hangele mich durch einen langweiligen, aber gleichzeitig stressigen Arbeitstag. Anschließend tue ich mir manchmal etwas Gutes, meide die großen Supermärkte und Einkaufszentren, spaziere zum Eulengässchen 4 in der Altstadt, und kaufe frisches Gemüse und Obst, Käse und Brot in Frau Müllers Lädchen ein. Die Seele von Momlingen schenkt mir immer ein warmes Lächeln.
Wenn ich dann wieder im sticken Bus stehe, in dem Männer und Frauen mit grauen, übermüdeten Gesichtern um einen Sitzplatz oder wenigstens etwas Ellenbogenfreiheit kämpfen, freu ich mich auf mein kleines Paradies:
Direkt an den Garten des verklinkerten Kubus, in dem ich wohne, grenzt ein Wald, der zur grünen Lunge der Stadt gehört. Dort gibt es einen Platz, mein verzaubertes Paradies, das ganz allein mir gehört. Warum es bisher niemand außer mir entdeckt hat, ist mir ein Rätsel.
Eine helle Lichtung, durch die sich ein Bach schlängelt, an dem eine wunderschöne alte Weide steht, und unter ihren ausladenden Ästen eine Bank. Hier kann ich frei atmen, hier kann ich träumen, wenn ich dem Plätschern des Baches lausche. Mein Rückzugsort.
Er gibt mir die Kraft, den nächsten Tag zu überstehen, wenn ich zurück muss in die Tretmühle, zurück zu den wie geklont wirkenden Anzugsträgern mit ihren Aktentaschen und ausdruckslosen Gesichtern, die keine Emotionen und kein Mitleid zeigen, zurück in die Rushhour, in die Kampfzone.
Und wenn mein Chef mich anschnauzt, der Termindruck zu groß wird oder meine Kollegen mich mobben wollen, dann denke ich an meine Lichtung mit der Weide, der Bank und dem Bach, denke an die kleinen silbernen Fische, die sich darin tummeln, denke an die zwitschernden Vögel und das impressionistische Licht, das diesen Ort für mich zu einem Bild von Monet macht, und dann lächle ich entspannt und sehe in ihren großen Augen das Erstaunen.
Zur Musik: Dieser Track ist 2006 entstanden und auf meinem Album „Daydreamer“ (2009). Herausheben möchte ich, dass die Drums echt sind und von Stefan Dittmar gespielt wurden.
Der Gesang und die übrigen Instrumente sind von mir. Den Text könnt ihr in der Textbox nachlesen.
Vielen Dank, Volker, für diese tolle Aktionsidee!
Ich bin einer von ihnen.
Ich wohne in einer öden Reihenhaussiedlung am Rande der Stadt in einer Einliegerwohnung. Vorher lebte ich bis zur Trennung von meiner Frau in einem schönen Häuschen. Jetzt wohnt meine Ex mit unseren Kindern allein dort. Sie hat mich an die Luft gesetzt. Völlig zu Recht, aber das ist eine andere Geschichte.
Jeden Morgen fahre ich mit dem völlig überfüllten Bus eine Stunde lang zu meinem Arbeitsplatz in der City – einem 150 m hohen Wolkenkratzer, in dem mein Schreibtisch in der 18ten Etage in einem Großraumbüro steht – und hangele mich durch einen langweiligen, aber gleichzeitig stressigen Arbeitstag. Anschließend tue ich mir manchmal etwas Gutes, meide die großen Supermärkte und Einkaufszentren, spaziere zum Eulengässchen 4 in der Altstadt, und kaufe frisches Gemüse und Obst, Käse und Brot in Frau Müllers Lädchen ein. Die Seele von Momlingen schenkt mir immer ein warmes Lächeln.
Wenn ich dann wieder im sticken Bus stehe, in dem Männer und Frauen mit grauen, übermüdeten Gesichtern um einen Sitzplatz oder wenigstens etwas Ellenbogenfreiheit kämpfen, freu ich mich auf mein kleines Paradies:
Direkt an den Garten des verklinkerten Kubus, in dem ich wohne, grenzt ein Wald, der zur grünen Lunge der Stadt gehört. Dort gibt es einen Platz, mein verzaubertes Paradies, das ganz allein mir gehört. Warum es bisher niemand außer mir entdeckt hat, ist mir ein Rätsel.
Eine helle Lichtung, durch die sich ein Bach schlängelt, an dem eine wunderschöne alte Weide steht, und unter ihren ausladenden Ästen eine Bank. Hier kann ich frei atmen, hier kann ich träumen, wenn ich dem Plätschern des Baches lausche. Mein Rückzugsort.
Er gibt mir die Kraft, den nächsten Tag zu überstehen, wenn ich zurück muss in die Tretmühle, zurück zu den wie geklont wirkenden Anzugsträgern mit ihren Aktentaschen und ausdruckslosen Gesichtern, die keine Emotionen und kein Mitleid zeigen, zurück in die Rushhour, in die Kampfzone.
Und wenn mein Chef mich anschnauzt, der Termindruck zu groß wird oder meine Kollegen mich mobben wollen, dann denke ich an meine Lichtung mit der Weide, der Bank und dem Bach, denke an die kleinen silbernen Fische, die sich darin tummeln, denke an die zwitschernden Vögel und das impressionistische Licht, das diesen Ort für mich zu einem Bild von Monet macht, und dann lächle ich entspannt und sehe in ihren großen Augen das Erstaunen.
Zur Musik: Dieser Track ist 2006 entstanden und auf meinem Album „Daydreamer“ (2009). Herausheben möchte ich, dass die Drums echt sind und von Stefan Dittmar gespielt wurden.
Der Gesang und die übrigen Instrumente sind von mir. Den Text könnt ihr in der Textbox nachlesen.
Vielen Dank, Volker, für diese tolle Aktionsidee!
I struggle through my work each day
From 9 to 5 in hectic pace
In a stressful working atmosphere
With hustle and bustle everywhere
I take the overcrowded bus
In traffic noise I hear a cuss
A drunken idiot jostles me
I stumble out – now I am free
Behind my garden lies
An enchanted paradise
A forest deep and green
As you have never seen
Therein a grassy glade you’ll find
A willow with a bench behind
A runnel flows around its roots
There I sit down, take off by boots
Here I can breathe, here I can dream
While listening to the dabbling stream
This is my shelter, my location
Here is no limit to imagination
Behind my garden lies
An enchanted paradise
A forest deep and green
As you have never seen
This place means a lot to me
A play ground for my fantasy
A resting place for my mind
Where peace and shelter I can find
Behind my garden lies
An enchanted paradise
A forest deep and green
As you have never seen
But I have to go…
Back to the busy places
Back to the deadpan faces
Showing no emotion - no pity
Back to the rushing city
Back to the fighting zone
Back to the world of clones
With their grey suits
And their briefcases
Back to the busy places.
I struggle…
From 9 to 5 in hectic pace
In a stressful working atmosphere
With hustle and bustle everywhere
I take the overcrowded bus
In traffic noise I hear a cuss
A drunken idiot jostles me
I stumble out – now I am free
Behind my garden lies
An enchanted paradise
A forest deep and green
As you have never seen
Therein a grassy glade you’ll find
A willow with a bench behind
A runnel flows around its roots
There I sit down, take off by boots
Here I can breathe, here I can dream
While listening to the dabbling stream
This is my shelter, my location
Here is no limit to imagination
Behind my garden lies
An enchanted paradise
A forest deep and green
As you have never seen
This place means a lot to me
A play ground for my fantasy
A resting place for my mind
Where peace and shelter I can find
Behind my garden lies
An enchanted paradise
A forest deep and green
As you have never seen
But I have to go…
Back to the busy places
Back to the deadpan faces
Showing no emotion - no pity
Back to the rushing city
Back to the fighting zone
Back to the world of clones
With their grey suits
And their briefcases
Back to the busy places.
I struggle…
album: Momlingen - eine Stadt aus Musik
11
Electromat - ich zieh an den Stadtrand und schau in den freien Himmel <Stadtrand>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:55
Electromat - ich zieh an den Stadtrand und schau in den freien Himmel <Stadtrand>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:55
31
Karel Flott & The Swinging Knödels - Zum alten Schwejk <Nerudovastraße>
MoM-Mitmach-Aktionen
3:21
Karel Flott & The Swinging Knödels - Zum alten Schwejk <Nerudovastraße>
MoM-Mitmach-Aktionen
3:21
34
reklov - Stimmen aus dem Souterrain <stillgelegtes Institut für angewandte Sagrotanistik>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:01
reklov - Stimmen aus dem Souterrain <stillgelegtes Institut für angewandte Sagrotanistik>
MoM-Mitmach-Aktionen
1:01
36
Die renitenten Schweigemönche - Ritter Fips und der Schnaps <Kloster Momberg>
MoM-Mitmach-Aktionen
0:17
Die renitenten Schweigemönche - Ritter Fips und der Schnaps <Kloster Momberg>
MoM-Mitmach-Aktionen
0:17
48
karl der große - ghetto von momlingen - nous avons . nous avez - nous awech
MoM-Mitmach-Aktionen
3:16
karl der große - ghetto von momlingen - nous avons . nous avez - nous awech
MoM-Mitmach-Aktionen
3:16
49
DEAD CHICKEN - Das jährliche Ereignis in der Nacht-Villa <Stadtrand von Momlingen>
MoM-Mitmach-Aktionen
4:19
DEAD CHICKEN - Das jährliche Ereignis in der Nacht-Villa <Stadtrand von Momlingen>
MoM-Mitmach-Aktionen
4:19
