0:0017:55
Na gut, dann schmeiß ich auch mal einen Longtrack-Klopper in die Runde. Nun wird's herzig!
Genau genommen ist es eine Suite aus Songs und Instrumentals, die durch ein Thema und wiederkehrende musikalische Motive miteinander verbunden werden. Es geht um den Sieg der Liebe und darum, dass eine Verkettung von üblen Begebenheiten letztlich ungewollt zu etwas Gutem führen können.
Es gibt viel zu lesen. Ich werd's so machen, dass ich gleich in medias res gehe und später dann noch ein paar Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte mache.
0:00 Kleine Ouvertüre
Mit dieser putzigen, eher burlesken kurzen Eröffnung wird sogleich das "Liebesthema" vorgestellt. Auf den Hörer wartet ein turbulenter Ereignisreigen.
1:29 Der Pinguin
Hier kommt Helmut, der Protagonist, ins Spiel. Wie wir später erfahren, ist er kein echter Pinguin, sondern wird nur aufgrund seines eigentümlichen Ganges und seiner Vorliebe für Smokings und schwarze Jacketts so genannt. Wütend fährt er in seinem Cabrio die Straße entlang. Er ist von einem Bösewicht geschäftlich übers Ohr gehauen worden und quasi ruiniert, so dass er sein ganzes Hab und Gut wird veräußern müssen.
Musikalisch ist das so im 50er-Jahre-Stil gehalten. Irgendwie eine Mischung aus Samba, Schlager und Moritat.
3:57 Die Sekretärin
Szenenwechsel: Eine junge Sekretärin langweilt sich durch ihren immer gleichen und viel zu langen Arbeitsalltag. Sie wünscht sich, in ein Zeitfenster zu fallen, um dort all die Dinge tun zu können, die sie wirklich tun will. Kurz vor Dienstschluss findet sie einen roten Briefumschlag mit einer Herzdamen-Spielkarte auf ihrem Schreibtisch und wundert sich.
Hier soll die musikalische Begleitung irgendwie beiläufig und "alltäglich" klingen. Das wird durch das Pfeifmotiv unterstützt.
6:23 Melancholisches Interludium
Dieses mollgetränkte Instrumental dient dazu, das Tempo herauszunehmen und auf den folgenden Song vorzubereiten.
Die Musik ist gekennzeichnet durch einen permanent absteigenden Basston. Das soll den Abstieg von Helmut's Existenz versinnbildlichen. Später gesellen sich weitere "Abwärtsspiralen" hinzu.
7:26 Der Brief
Rückblick: Helmut ist auf dem Weg zu seinem Lieblingscafé wie immer bei der Windschutzscheibenfabrik vorbeigekommen, hat dort die süße Sekretärin erblickt - und sich augenblicklich Hals über Kopf in sie verliebt. Nun versucht er, seiner nie gekannten romantischen Gefühle (früher war er ein eiskalter Geschäftsmann) Herr zu werden, in dem er einen Brief an die Angebetete verfasst. Dabei ist er sehr unbeholfen, und schließlich gehen ihm emotional die Pferde durch, weshalb er beschließt, den Brief zu zerreißen und der Sekretärin nur einen mysteriösen Liebesgruß in Form einer Spielkarte zukommen zu lassen.
Hier ist die Musik entsprechend der Gefühlslage Helmuts sehr emotional und dramatisch. Es erklingt das Liebesthema, diesmal in gesungener Form.
10:33 Das Ende vom Lied
Etwa eine Woche ist verstrichen. Während sich die Sekretärin weiter langweilt und über die Feigheit ihres heimlichen Verehrers ärgert, nimmt Helmut all seinen Mut zusammen, fährt mit dem Bus zur Windschutzscheibenfabrik, um seiner Herzdame ein mutiges Geständnis zu machen. Bevor er jedoch das Gebäude betritt, bekommt er Muffensausen und will wieder gehen.
Musikalisch werden hier wechselnd das Helmut-Motiv (nur viel langsamer und in Dur statt Moll) und das Sekretärinnen-Motiv (in Moll statt Dur) aufgegriffen.
Dann überschlagen sich die Ereignisse: Der Fabrikchef stellt sich als eben der Bösewicht heraus, der Helmut abgezockt hat. In seinem neuesten Streich zündet er das Bürogebäude an, um eine Versicherungssumme zu kassieren, und nimmt billigend das Schicksal seiner Sekretärin in Kauf. Diese findet keine andere Möglichkeit mehr, als aus dem Fenster zu springen - unter dem Helmut immer noch zögernd steht...
13:59 Finale Grande
Wenngleich ein Happy End offen gelassen wurde, spricht das triumphale, instrumentale Finale (inklusive jubilierendem Gitarrensolo) eine ganz andere Sprache.
Hier wird das "Love Theme" noch einmal in seiner ganzen Breite ausgewalzt. Gegen Ende ist noch einmal das Pfeifmotiv aus "Die Sekretärin" zu hören.
Fertig. Die Liebe hat gesiegt. Alle sind glücklich. So wollen wir das doch, gell?! ;-)
Vorgeschichte:
Dieses Unterfangen begann - wie so vieles im Leben - total unschuldig. Ich wollte ein paar einzelne Stegreif-Songs machen, indem ich zufällig ein paar Motivkarten aus dem Spiel "Eselsbrücke" zog. Das erklärt, warum in den ersten beiden Songs so seltsam deplazierte Wörter wie "Dinosaurier", "Knall" oder "Silvester" auftauchen. Auch die Musik ist mehr so dahingeschlonzt. - Dann fand ich, dass sowohl Pinguin als auch Sekretärin ein besseres Schicksal verdient hätten. Außerdem deutete sich bei letzterer ja schon etwas Romantisches an. Also mussten die beiden unbedingt zusammenfinden! Das ging dann nur noch unter Verzicht auf die Zufallskarten. Von da an wurde die Musik dann auch ambitionierter und "seriöser".
Okay, produktionstechnisch ist das natürlich kein Hammer. Schade auch, dass die Berliner Philharmoniker gerade etwas anderes zu tun hatten. Ich hab's halt so gut gemacht, wie ich es mit meinen bescheidenen Mitteln hinkriegen konnte. Die Story ist nun auch nicht gerade oskarverdächtig und ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Aber ich finde, dass ich noch ganz gut "die Kurve gekriegt" habe.
Viel Spaß beim Hören! :-)
Genau genommen ist es eine Suite aus Songs und Instrumentals, die durch ein Thema und wiederkehrende musikalische Motive miteinander verbunden werden. Es geht um den Sieg der Liebe und darum, dass eine Verkettung von üblen Begebenheiten letztlich ungewollt zu etwas Gutem führen können.
Es gibt viel zu lesen. Ich werd's so machen, dass ich gleich in medias res gehe und später dann noch ein paar Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte mache.
0:00 Kleine Ouvertüre
Mit dieser putzigen, eher burlesken kurzen Eröffnung wird sogleich das "Liebesthema" vorgestellt. Auf den Hörer wartet ein turbulenter Ereignisreigen.
1:29 Der Pinguin
Hier kommt Helmut, der Protagonist, ins Spiel. Wie wir später erfahren, ist er kein echter Pinguin, sondern wird nur aufgrund seines eigentümlichen Ganges und seiner Vorliebe für Smokings und schwarze Jacketts so genannt. Wütend fährt er in seinem Cabrio die Straße entlang. Er ist von einem Bösewicht geschäftlich übers Ohr gehauen worden und quasi ruiniert, so dass er sein ganzes Hab und Gut wird veräußern müssen.
Musikalisch ist das so im 50er-Jahre-Stil gehalten. Irgendwie eine Mischung aus Samba, Schlager und Moritat.
3:57 Die Sekretärin
Szenenwechsel: Eine junge Sekretärin langweilt sich durch ihren immer gleichen und viel zu langen Arbeitsalltag. Sie wünscht sich, in ein Zeitfenster zu fallen, um dort all die Dinge tun zu können, die sie wirklich tun will. Kurz vor Dienstschluss findet sie einen roten Briefumschlag mit einer Herzdamen-Spielkarte auf ihrem Schreibtisch und wundert sich.
Hier soll die musikalische Begleitung irgendwie beiläufig und "alltäglich" klingen. Das wird durch das Pfeifmotiv unterstützt.
6:23 Melancholisches Interludium
Dieses mollgetränkte Instrumental dient dazu, das Tempo herauszunehmen und auf den folgenden Song vorzubereiten.
Die Musik ist gekennzeichnet durch einen permanent absteigenden Basston. Das soll den Abstieg von Helmut's Existenz versinnbildlichen. Später gesellen sich weitere "Abwärtsspiralen" hinzu.
7:26 Der Brief
Rückblick: Helmut ist auf dem Weg zu seinem Lieblingscafé wie immer bei der Windschutzscheibenfabrik vorbeigekommen, hat dort die süße Sekretärin erblickt - und sich augenblicklich Hals über Kopf in sie verliebt. Nun versucht er, seiner nie gekannten romantischen Gefühle (früher war er ein eiskalter Geschäftsmann) Herr zu werden, in dem er einen Brief an die Angebetete verfasst. Dabei ist er sehr unbeholfen, und schließlich gehen ihm emotional die Pferde durch, weshalb er beschließt, den Brief zu zerreißen und der Sekretärin nur einen mysteriösen Liebesgruß in Form einer Spielkarte zukommen zu lassen.
Hier ist die Musik entsprechend der Gefühlslage Helmuts sehr emotional und dramatisch. Es erklingt das Liebesthema, diesmal in gesungener Form.
10:33 Das Ende vom Lied
Etwa eine Woche ist verstrichen. Während sich die Sekretärin weiter langweilt und über die Feigheit ihres heimlichen Verehrers ärgert, nimmt Helmut all seinen Mut zusammen, fährt mit dem Bus zur Windschutzscheibenfabrik, um seiner Herzdame ein mutiges Geständnis zu machen. Bevor er jedoch das Gebäude betritt, bekommt er Muffensausen und will wieder gehen.
Musikalisch werden hier wechselnd das Helmut-Motiv (nur viel langsamer und in Dur statt Moll) und das Sekretärinnen-Motiv (in Moll statt Dur) aufgegriffen.
Dann überschlagen sich die Ereignisse: Der Fabrikchef stellt sich als eben der Bösewicht heraus, der Helmut abgezockt hat. In seinem neuesten Streich zündet er das Bürogebäude an, um eine Versicherungssumme zu kassieren, und nimmt billigend das Schicksal seiner Sekretärin in Kauf. Diese findet keine andere Möglichkeit mehr, als aus dem Fenster zu springen - unter dem Helmut immer noch zögernd steht...
13:59 Finale Grande
Wenngleich ein Happy End offen gelassen wurde, spricht das triumphale, instrumentale Finale (inklusive jubilierendem Gitarrensolo) eine ganz andere Sprache.
Hier wird das "Love Theme" noch einmal in seiner ganzen Breite ausgewalzt. Gegen Ende ist noch einmal das Pfeifmotiv aus "Die Sekretärin" zu hören.
Fertig. Die Liebe hat gesiegt. Alle sind glücklich. So wollen wir das doch, gell?! ;-)
Vorgeschichte:
Dieses Unterfangen begann - wie so vieles im Leben - total unschuldig. Ich wollte ein paar einzelne Stegreif-Songs machen, indem ich zufällig ein paar Motivkarten aus dem Spiel "Eselsbrücke" zog. Das erklärt, warum in den ersten beiden Songs so seltsam deplazierte Wörter wie "Dinosaurier", "Knall" oder "Silvester" auftauchen. Auch die Musik ist mehr so dahingeschlonzt. - Dann fand ich, dass sowohl Pinguin als auch Sekretärin ein besseres Schicksal verdient hätten. Außerdem deutete sich bei letzterer ja schon etwas Romantisches an. Also mussten die beiden unbedingt zusammenfinden! Das ging dann nur noch unter Verzicht auf die Zufallskarten. Von da an wurde die Musik dann auch ambitionierter und "seriöser".
Okay, produktionstechnisch ist das natürlich kein Hammer. Schade auch, dass die Berliner Philharmoniker gerade etwas anderes zu tun hatten. Ich hab's halt so gut gemacht, wie ich es mit meinen bescheidenen Mitteln hinkriegen konnte. Die Story ist nun auch nicht gerade oskarverdächtig und ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Aber ich finde, dass ich noch ganz gut "die Kurve gekriegt" habe.
Viel Spaß beim Hören! :-)
