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Musik, Text, Gesang: Hermann Voges
Man glaubt ja gar nicht, wie schnell so zwanzig Jahre vergehen. Kaum schaut man einmal nicht hin, zack!, ist man schon zwei Jahrzehnte auf einer Musikplattform, die „My Own Music“ heißt, aber im Grunde „Unser aller Musik“ meint. Denn wenn’s nur die eigene wär, wär’s ja fad. So aber ist’s ein rechter Umschlagplatz für Töne, Klänge, Meinungen und gelegentliche Verstimmungen, wie es sich für eine gesunde Musikkultur gehört.
Am 28. Mai 2006 hat’s angefangen, damals noch mit dem hochwohlgeborenen Künstlernamen „Gagosian Liga“, der so klang, als wär er entweder ein geheimer Orden oder ein besonders hartnäckiger Hautausschlag. Später dann unter dem bürgerlichen Namen, was ja auch seine Vorteile hat: Man weiß wenigstens, wen man beschimpfen oder loben muß.
In dieser Zeit sind 145 Lieder entstanden, in Sprachen, von denen manche Leute nicht einmal wissen, daß sie existieren. Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch, Japanisch, Finnisch, Slowakisch, Bayerisch, Esperanto – und dann noch solche Idiome, die man selber erfindet, wenn einem die echten Sprachen ausgehen. Das ist wahre Kunst: Wenn die Welt zu klein wird, macht man sie sich eben größer.
136 Freunde haben sich eingefunden, lauter wackere Musikanten, die nicht nur ihre eigenen Werke schätzen, sondern auch die der anderen – und das ist ja das eigentlich Wunderbare. 61 Fans gibt’s auch, und das ist mehr, als manche Boygroups heutzutage zusammenkratzen. Und 66.000 Profilaufrufe! Da wär man früher im Dorf schon als Sehenswürdigkeit ausgeschildert worden ...
Über eine Million Punkte hat’s gegeben, und die Million ist einfach so vorbeigerauscht, ohne Fanfare, ohne Trompetenstoß, ohne Gratulationsschreiben vom Bürgermeister. Das ist schon ein bisserl traurig. Man denkt sich ja: Wenn man schon eine Million hat, dann könnte wenigstens einer kurz „Bravo!“ rufen. Aber nein. Die Million ist wie ein Beamter: Sie kommt, sie geht, und sie sagt nix.
Doch sei’s drum. Viereinhalbtausend Bewertungen hat man bekommen, und viereinhalbtausend hat man gegeben. Das ist ein schöner Ausgleich, fast schon karmisch. „Do ut des“, wie die Lateiner sagen, und die müssen’s wissen, denn die haben das Geben und Nehmen erfunden, lange bevor es Bonuspunkte gab. Auf MOM gilt dieses Prinzip streng: Wer nix gibt, kriegt nix. Das ist wie im richtigen Leben, nur ehrlicher.
Und so hört man Lieder, denkt sich seinen Teil, und schreibt ihn dann hin, manchmal gescheit, manchmal gscheit dahergeredet, aber immer mit Herzblut. Und siehe da: Die Leute freuen sich. Sie lesen’s, sie nicken, sie lachen, sie schütteln den Kopf – und sie kommen wieder. Das ist das Schönste.
Darum hat man auch keine Angst vor der KI. Die wird schon kommen, und sie wird vieles können, aber sie wird nicht das können, was die fünf Prozent der echten Musikanten können: nämlich Musik machen, die nach Mensch schmeckt. Die anderen fünfundneunzig Prozent, die sich für Musiker halten, weil sie einmal auf ein Keyboard gefallen sind, ja, die werden’s schwer haben. Aber das ist halt der Lauf der Welt. Die Kunst ist kein Ponyhof und kommt nicht umsonst von "können" – käme sie von "wollen", hieße sie ja "Wunst" – und MOM auch nicht. Wer lau baden will, soll in die Badewanne gehen.
Und jetzt, nach zwanzig Jahren, steht man da und arbeitet an einem Musical über den verstorbenen Musiklehrer und Mentor: Und siehe da, es findet Anklang. Das ist schön. Das ist rührend. Das ist der Moment, wo man merkt: Die Reise hat sich gelohnt.
Denn MOM ist nicht nur eine Plattform. Es ist ein Wirtshaus ohne Bier, aber mit Musik. Ein Stammtisch ohne Tisch, aber mit Meinung. Ein Konzertsaal ohne Saal, aber mit Applaus. Und vor allem: ein Ort, an dem man wächst. Vom unbeholfenen Anfänger zum Menschen, der weiß, was er tut – oder es zumindest überzeugend so aussehen läßt.
Drum, liebe Leut’, hebt’s die Gläser! Auf die Musik, auf die Freundschaft, auf die vergangenen zwanzig Jahre, auf die nächsten zwanzig, und auf all die Töne, die noch kommen mögen.
Prosit!
Copyright © 2026 by Hermann Voges, München
Platz 1 am 29.05.2026 in den Pop TOP 100
Platz 1 am 29.05.2026 in den Alternative Pop TOP 100
Platz 1 am 30.05.2026 in den MyOwnMusic TOP 100
Empfehlung am 29.05.2026
Man glaubt ja gar nicht, wie schnell so zwanzig Jahre vergehen. Kaum schaut man einmal nicht hin, zack!, ist man schon zwei Jahrzehnte auf einer Musikplattform, die „My Own Music“ heißt, aber im Grunde „Unser aller Musik“ meint. Denn wenn’s nur die eigene wär, wär’s ja fad. So aber ist’s ein rechter Umschlagplatz für Töne, Klänge, Meinungen und gelegentliche Verstimmungen, wie es sich für eine gesunde Musikkultur gehört.
Am 28. Mai 2006 hat’s angefangen, damals noch mit dem hochwohlgeborenen Künstlernamen „Gagosian Liga“, der so klang, als wär er entweder ein geheimer Orden oder ein besonders hartnäckiger Hautausschlag. Später dann unter dem bürgerlichen Namen, was ja auch seine Vorteile hat: Man weiß wenigstens, wen man beschimpfen oder loben muß.
In dieser Zeit sind 145 Lieder entstanden, in Sprachen, von denen manche Leute nicht einmal wissen, daß sie existieren. Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch, Japanisch, Finnisch, Slowakisch, Bayerisch, Esperanto – und dann noch solche Idiome, die man selber erfindet, wenn einem die echten Sprachen ausgehen. Das ist wahre Kunst: Wenn die Welt zu klein wird, macht man sie sich eben größer.
136 Freunde haben sich eingefunden, lauter wackere Musikanten, die nicht nur ihre eigenen Werke schätzen, sondern auch die der anderen – und das ist ja das eigentlich Wunderbare. 61 Fans gibt’s auch, und das ist mehr, als manche Boygroups heutzutage zusammenkratzen. Und 66.000 Profilaufrufe! Da wär man früher im Dorf schon als Sehenswürdigkeit ausgeschildert worden ...
Über eine Million Punkte hat’s gegeben, und die Million ist einfach so vorbeigerauscht, ohne Fanfare, ohne Trompetenstoß, ohne Gratulationsschreiben vom Bürgermeister. Das ist schon ein bisserl traurig. Man denkt sich ja: Wenn man schon eine Million hat, dann könnte wenigstens einer kurz „Bravo!“ rufen. Aber nein. Die Million ist wie ein Beamter: Sie kommt, sie geht, und sie sagt nix.
Doch sei’s drum. Viereinhalbtausend Bewertungen hat man bekommen, und viereinhalbtausend hat man gegeben. Das ist ein schöner Ausgleich, fast schon karmisch. „Do ut des“, wie die Lateiner sagen, und die müssen’s wissen, denn die haben das Geben und Nehmen erfunden, lange bevor es Bonuspunkte gab. Auf MOM gilt dieses Prinzip streng: Wer nix gibt, kriegt nix. Das ist wie im richtigen Leben, nur ehrlicher.
Und so hört man Lieder, denkt sich seinen Teil, und schreibt ihn dann hin, manchmal gescheit, manchmal gscheit dahergeredet, aber immer mit Herzblut. Und siehe da: Die Leute freuen sich. Sie lesen’s, sie nicken, sie lachen, sie schütteln den Kopf – und sie kommen wieder. Das ist das Schönste.
Darum hat man auch keine Angst vor der KI. Die wird schon kommen, und sie wird vieles können, aber sie wird nicht das können, was die fünf Prozent der echten Musikanten können: nämlich Musik machen, die nach Mensch schmeckt. Die anderen fünfundneunzig Prozent, die sich für Musiker halten, weil sie einmal auf ein Keyboard gefallen sind, ja, die werden’s schwer haben. Aber das ist halt der Lauf der Welt. Die Kunst ist kein Ponyhof und kommt nicht umsonst von "können" – käme sie von "wollen", hieße sie ja "Wunst" – und MOM auch nicht. Wer lau baden will, soll in die Badewanne gehen.
Und jetzt, nach zwanzig Jahren, steht man da und arbeitet an einem Musical über den verstorbenen Musiklehrer und Mentor: Und siehe da, es findet Anklang. Das ist schön. Das ist rührend. Das ist der Moment, wo man merkt: Die Reise hat sich gelohnt.
Denn MOM ist nicht nur eine Plattform. Es ist ein Wirtshaus ohne Bier, aber mit Musik. Ein Stammtisch ohne Tisch, aber mit Meinung. Ein Konzertsaal ohne Saal, aber mit Applaus. Und vor allem: ein Ort, an dem man wächst. Vom unbeholfenen Anfänger zum Menschen, der weiß, was er tut – oder es zumindest überzeugend so aussehen läßt.
Drum, liebe Leut’, hebt’s die Gläser! Auf die Musik, auf die Freundschaft, auf die vergangenen zwanzig Jahre, auf die nächsten zwanzig, und auf all die Töne, die noch kommen mögen.
Prosit!
Copyright © 2026 by Hermann Voges, München
Platz 1 am 29.05.2026 in den Pop TOP 100
Platz 1 am 29.05.2026 in den Alternative Pop TOP 100
Platz 1 am 30.05.2026 in den MyOwnMusic TOP 100
Empfehlung am 29.05.2026
20 Jahre
Zwanzig Jahre sind vergangen,
seit ich hier die ersten Schritte tat.
Ein leiser Ton, ein kleines Hoffen,
und plötzlich wurde draus mein Pfad.
Hundert Lieder, viele Sprachen,
manche wild und manche still,
und jedes trug ein Stück von dem,
was ich erzählen wollte und noch will.
Zwanzig Jahre! Wie sie fliegen,
und doch liegt so viel darin.
Freundschaft, Klang und leise Siege,
manchmal Glück und manchmal Sinn.
Und wenn die Welt sich weiterdreht,
bleib ich ein Teil von diesem Strom.
Drum heb’ ich still mein Glas und sage:
Auf die Musik und auch auf MOM!
Eine Million Punkte später
stand ich da und dachte leis’:
„Ach, ein kleines Trompetensolo
wär’ doch schön; ein kleiner Preis.“
Doch niemand blies eine Fanfare,
kein Feuerwerk, Champagner, Wein.
Nur ich und meine Million Punkte;
und trotzdem war’s ein Meilenstein.
Zwanzig Jahre! Wie sie fliegen,
und doch liegt so viel darin.
Freundschaft, Klang und leise Siege,
manchmal Glück und manchmal Sinn.
Und wenn die Welt sich weiterdreht,
bleib ich ein Teil von diesem Strom.
Drum heb’ ich still mein Glas und sage:
Auf die Musik und auch auf MOM!
Viereinhalbtausend kleine Texte,
die ich schrieb zu eurer Musik,
mal ernst, mal heiter, mal daneben,
doch immer mit dem Blick
auf das, was Menschen Töne nennen,
auf das, was zwischen Zeilen wohnt.
Und manchmal fand ich dort ein Herz,
das meinen Klang im Stillen lohnt.
Und wenn die KI einst alles kann,
dann lächle ich und spiele weiter.
Denn Mensch bleibt Mensch, und Kunst bleibt Kunst,
und echtes Herz bleibt unerreicht.
Und wenn die Welt sich weiterdreht,
bleib ich ein Teil von diesem Strom.
Drum heb’ ich still mein Glas und sage:
Auf die Musik und auch auf MOM!
(Hermann Voges)
Zwanzig Jahre sind vergangen,
seit ich hier die ersten Schritte tat.
Ein leiser Ton, ein kleines Hoffen,
und plötzlich wurde draus mein Pfad.
Hundert Lieder, viele Sprachen,
manche wild und manche still,
und jedes trug ein Stück von dem,
was ich erzählen wollte und noch will.
Zwanzig Jahre! Wie sie fliegen,
und doch liegt so viel darin.
Freundschaft, Klang und leise Siege,
manchmal Glück und manchmal Sinn.
Und wenn die Welt sich weiterdreht,
bleib ich ein Teil von diesem Strom.
Drum heb’ ich still mein Glas und sage:
Auf die Musik und auch auf MOM!
Eine Million Punkte später
stand ich da und dachte leis’:
„Ach, ein kleines Trompetensolo
wär’ doch schön; ein kleiner Preis.“
Doch niemand blies eine Fanfare,
kein Feuerwerk, Champagner, Wein.
Nur ich und meine Million Punkte;
und trotzdem war’s ein Meilenstein.
Zwanzig Jahre! Wie sie fliegen,
und doch liegt so viel darin.
Freundschaft, Klang und leise Siege,
manchmal Glück und manchmal Sinn.
Und wenn die Welt sich weiterdreht,
bleib ich ein Teil von diesem Strom.
Drum heb’ ich still mein Glas und sage:
Auf die Musik und auch auf MOM!
Viereinhalbtausend kleine Texte,
die ich schrieb zu eurer Musik,
mal ernst, mal heiter, mal daneben,
doch immer mit dem Blick
auf das, was Menschen Töne nennen,
auf das, was zwischen Zeilen wohnt.
Und manchmal fand ich dort ein Herz,
das meinen Klang im Stillen lohnt.
Und wenn die KI einst alles kann,
dann lächle ich und spiele weiter.
Denn Mensch bleibt Mensch, und Kunst bleibt Kunst,
und echtes Herz bleibt unerreicht.
Und wenn die Welt sich weiterdreht,
bleib ich ein Teil von diesem Strom.
Drum heb’ ich still mein Glas und sage:
Auf die Musik und auch auf MOM!
(Hermann Voges)
