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Eines meiner allerersten Stücke: vom 4.8.2004.
Copyright by Hermann Voges, München
Platz 2 am 30.08.2022 in den Deutschrock TOP 100
Copyright by Hermann Voges, München
Platz 2 am 30.08.2022 in den Deutschrock TOP 100
Leicht, wie nach ihrem Tode
trägt sie die Handschuh, das Tuch.
Ein Duft aus ihrer Kommode
verdrängte den lieben Geruch,
an dem sie sich früher erkannte.
Jetzt fragte sie lange nicht, wer
sie sei (:eine ferne Verwandte),
und geht in Gedanken umher
und sorgt für ein ängstliches Zimmer,
das sie ordnet und schont,
weil es vielleicht noch immer
dasselbe Mädchen bewohnt.
O das Neue, Freunde, ist nicht dies,
daß Maschinen uns die Hand verdrängen.
Laßt euch nicht beirrn von Übergängen,
bald wird schweigen, wer das "Neue" pries.
Denn das Ganze ist unendlich neuer,
als ein Kabel und ein hoher Haus.
Seht, die Sterne sind ein altes Feuer,
und die neuern Feuer löschen aus.
Glaubt nicht, daß die längsten Transmissionen
schon des Künftigen Räder drehn.
Denn Aeonen reden mit Aeonen.
Mehr, als wir erfuhren, ist geschehn.
Und die Zukunft faßt das Allerfernste
rein in eins mit unserm innern Ernste.
Die armen Worte, die im Alltag darben,
die zagen, blassen Worte lieb ich so.
Aus meinen Festen schenk ich ihnen Farben,
da lächeln sie und werden langsam froh.
Sie wärmen sich die weißen Winterwangen
am Wunder, welches ihrem Weh geschieht;
sie sind noch niemals im Gesang gegangen
und schauernd schreiten sie in meinem Lied.
(Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926)
trägt sie die Handschuh, das Tuch.
Ein Duft aus ihrer Kommode
verdrängte den lieben Geruch,
an dem sie sich früher erkannte.
Jetzt fragte sie lange nicht, wer
sie sei (:eine ferne Verwandte),
und geht in Gedanken umher
und sorgt für ein ängstliches Zimmer,
das sie ordnet und schont,
weil es vielleicht noch immer
dasselbe Mädchen bewohnt.
O das Neue, Freunde, ist nicht dies,
daß Maschinen uns die Hand verdrängen.
Laßt euch nicht beirrn von Übergängen,
bald wird schweigen, wer das "Neue" pries.
Denn das Ganze ist unendlich neuer,
als ein Kabel und ein hoher Haus.
Seht, die Sterne sind ein altes Feuer,
und die neuern Feuer löschen aus.
Glaubt nicht, daß die längsten Transmissionen
schon des Künftigen Räder drehn.
Denn Aeonen reden mit Aeonen.
Mehr, als wir erfuhren, ist geschehn.
Und die Zukunft faßt das Allerfernste
rein in eins mit unserm innern Ernste.
Die armen Worte, die im Alltag darben,
die zagen, blassen Worte lieb ich so.
Aus meinen Festen schenk ich ihnen Farben,
da lächeln sie und werden langsam froh.
Sie wärmen sich die weißen Winterwangen
am Wunder, welches ihrem Weh geschieht;
sie sind noch niemals im Gesang gegangen
und schauernd schreiten sie in meinem Lied.
(Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926)
