0:007:34
Platz 1 am 09.09.2008 in den Rock TOP 100
Platz 1 am 09.09.2008 in den Indie-Rock TOP 100
Mein herzlicher Dank geht an Christoph Krall, Wien, für die Erlaubnis, sein großartiges Gedicht vertonen zu dürfen. Ebenfalls vielen Dank an meine alte Freundin Ursu für die Gesangs- und Sprecheinlagen. Ich danke auch meiner 94jährigen Oma, meinem Neffen Felix und meinem Bruder Gerhard dafür, daß ich sie beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen aufnehmen durfte.
Copyright 2008 by Hermann Voges, München
Platz 1 am 09.09.2008 in den Indie-Rock TOP 100
Mein herzlicher Dank geht an Christoph Krall, Wien, für die Erlaubnis, sein großartiges Gedicht vertonen zu dürfen. Ebenfalls vielen Dank an meine alte Freundin Ursu für die Gesangs- und Sprecheinlagen. Ich danke auch meiner 94jährigen Oma, meinem Neffen Felix und meinem Bruder Gerhard dafür, daß ich sie beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen aufnehmen durfte.
Copyright 2008 by Hermann Voges, München
Die getröstete Bekümmernis
(Christoph Krall)
In Rosen bin ich eingeschlafen,
itzt werd ich in der Tinte wach.
Ach, statt aufgeräumten Schafen
blöken grause Löwen hier,
Unglücksmolche unken mir
stets noch neues Ungemach!
Wie hat sich heimlich über Nacht
das Glück doch aus dem Staub gemacht!
Ganz verdorret sind die Ästchen
an dem Rosenbäumchen mein,
und in meinem Perlenkästchen
fanden sich die Säue ein.
Ach, an Stelle süßer Beeren
beut mein Weinstock bitt’re Zähren.
An dem Tränen-Weine laben
sich erfreut die frechen Frösche,
höchst vergnügte Unglücksraben
zwitschern in des Elends Esche,
und in meinem Kräuter-Beete
quaket eine Trauer-Kröte.
Doch geb ich mich in meinem Zorn
am Ende gar zu früh verlor’n?
Drum faß, mein Herze, dich dir selbst;
vielleicht, daß wie die trauer-trächt’ge Kuh
aus deinem Kummer bald auch du
dir freudenreiche Früchte kälbst?
Wie die Auster, welche Steine,
Perlen draus zu schmieden, frißt,
so ist auch das Herze meine,
aus dem süße Milch entfließt,
um im Unglück sonder Klagen
lustig diese fest zu schlagen,
all die Kröten, die das Leben
grausam wollen dir verdrießen,
gleich mit Butter zu umgießen
statt mit Wermut zu begießen
und des Peches harte Brocken
mischt mit zarten Haferflocken.
Drum schlag, mein Herz, nun auf die Augen,
halt ein, das Haar dir zu zerraufen –
gewiß auf deines Peches Haufen
bald angenehme Rosen blüh’n
und in den bittren Tränenlaugen
Freuden-Fische ihre Kreise zieh’n!
Will Fortuna heut im Zorn
uns mit Tritten gar verdrießen,
ei, schon morgen wird ihr Horn
uns mit Honig übergießen.
In dem Teich aus Mist und Drecke
spiegelt sich der Sonne Blick,
in der kot’gen Jammer-Ecke
küsset innig uns das Glück.
(Christoph Krall)
In Rosen bin ich eingeschlafen,
itzt werd ich in der Tinte wach.
Ach, statt aufgeräumten Schafen
blöken grause Löwen hier,
Unglücksmolche unken mir
stets noch neues Ungemach!
Wie hat sich heimlich über Nacht
das Glück doch aus dem Staub gemacht!
Ganz verdorret sind die Ästchen
an dem Rosenbäumchen mein,
und in meinem Perlenkästchen
fanden sich die Säue ein.
Ach, an Stelle süßer Beeren
beut mein Weinstock bitt’re Zähren.
An dem Tränen-Weine laben
sich erfreut die frechen Frösche,
höchst vergnügte Unglücksraben
zwitschern in des Elends Esche,
und in meinem Kräuter-Beete
quaket eine Trauer-Kröte.
Doch geb ich mich in meinem Zorn
am Ende gar zu früh verlor’n?
Drum faß, mein Herze, dich dir selbst;
vielleicht, daß wie die trauer-trächt’ge Kuh
aus deinem Kummer bald auch du
dir freudenreiche Früchte kälbst?
Wie die Auster, welche Steine,
Perlen draus zu schmieden, frißt,
so ist auch das Herze meine,
aus dem süße Milch entfließt,
um im Unglück sonder Klagen
lustig diese fest zu schlagen,
all die Kröten, die das Leben
grausam wollen dir verdrießen,
gleich mit Butter zu umgießen
statt mit Wermut zu begießen
und des Peches harte Brocken
mischt mit zarten Haferflocken.
Drum schlag, mein Herz, nun auf die Augen,
halt ein, das Haar dir zu zerraufen –
gewiß auf deines Peches Haufen
bald angenehme Rosen blüh’n
und in den bittren Tränenlaugen
Freuden-Fische ihre Kreise zieh’n!
Will Fortuna heut im Zorn
uns mit Tritten gar verdrießen,
ei, schon morgen wird ihr Horn
uns mit Honig übergießen.
In dem Teich aus Mist und Drecke
spiegelt sich der Sonne Blick,
in der kot’gen Jammer-Ecke
küsset innig uns das Glück.
