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emhead - Nikola

Chillout Ambient düster
emhead 14.11.2025
0:006:46
Mixed und Mastered.

Herzlich Willkommen zu meinem diesjährigen – dritten - AW-Beitrag.
Und danke auch an Synchronic Beat. Ich ahne, wieviel Arbeit das alles ist.
Eigentlich mag ich Erklärungen zu Songs überhaupt nicht.
Am besten unvoreingenommen hören. Und unbedingt die erste Minute überstehen.

Auf Spotify & Co ist Nikola auch schon:
https://open.spotify.com/album/1ZZxid95d9UDptDk22kCy....756YpRlnOA
https://music.apple.com/de/album/nikola-single/1847614433


Aber wer will, kann nach dem ersten Durchgang gern Folgendes, teils sehr persönliches, lesen und dann den Song nochmal hören. Laut :-)

Ursprünglich wollte ich den Song „Tesla“ nennen. Würde aber wie Autowerbung klingen – nicht gut.
Also:
Ich liebe Achterbahnen. Zig-mal gefahren. Eigentlich darf ich das als Epileptiker nicht - aber als ich dieses Jahr mal wieder im Europapark war, wollte ich unbedingt die „Voltron“ ausprobieren. Mein Sohn und ich waren begeistert. Das ist die actionreichste Achterbahn, die wir je gefahren sind. Die hat eine Wahnsinns-Magnetbeschleunigung und startet sofort mit einem Looping. Die ganze Fahrt nur Kurven, Loopings, seitlich, über Kopf, 110 Grad rückwärts rauf und wieder vorwärts runter. 5 Minuten Kopf aus und volle Pulle Geschwindigkeitsrausch ohne Verschnaufen.
Das Motto dieser Bahn ist Nikola Tesla, der Elektro-Forscher und Erfinder. In der Wartehalle blitzte und knallte es wunderbar, während er als Puppe einen Vortrag hielt.
Ich hab danach viel über sein Leben gelesen und musste feststellen: irgendwie kann ich mich mit ihm identifizieren. Nicht intellektuell. Aber er war in sich gekehrt, war zielgerichtet, manchmal unnahbar, gnadenlos experimentierfreudig, verkopft, neigte zu Übertreibungen und war vor allem fasziniert von seiner Wissenschaft. Dabei vergaß er manchmal völlig sich selbst, war pleite, rappelte sich auf, knüpfte Kontakte, war wieder pleite, bezahlte seine Arbeiter und Schulden nicht, fand zeitweise Unterstützer – aber die Elektrizität an sich war eigentlich seine einzige Leidenschaft.
Er wollte die Menschen daran teilhaben lassen, veranstaltete publikumswirksame Präsentationen, mit leuchtenden Elektroden und lauten Spannungsüberschlägen. Er präsentierte seine Entdeckungen nicht immer wissenschaftlich, sondern verband seine Forschungen mit okkulten und übersinnlichen Shows. Zeitweise befreundete Wissenschaftler schreckte er oft damit ab. Ich glaube, er wollte die Leute einfach begeistern, für das, wofür sein Herz schlug.
Was für ihn die Wissenschaft war, ist für mich die Musik. Ich will immer was Neues versuchen und entdecken. Und Leute damit anstecken und begeistern, indem ich die Musik anwende, ohne sie zu sehr zu theorisieren oder zu analysieren.
In diesem Beitrag zur Ambient Wave 2025 hört man mal mehr, mal weniger einen unregelmäßig vor sich hin filternden Flächenbass. Ich liebe sowas Nervendes, „Lebendes“. Der Bass bratzelt wie mit zu viel Ladung in allen Frequenzen rauf und runter und versucht trotzdem, mit den harmonischen Klängen des Liedes eine Einheit zu bilden. Dieses gegensätzliche Spiel ist typisch für meine Lieder. Verschiedene Genres vermischen, oder lustiger Text und miese Stimmung usw.
So wie die unregelmäßigen Blitze bei Teslas drahtlosen Energieübertragung mit viel zu hohen Wechselströmen verhält es sich auch mit dem Takt. Es ist ein Fünfer und soll nicht grooven, sondern wie ein ungleichmäßig laufender Motor sein. Der Synth ab 1:06 variiert trotz der vielen Akkorde selten und ist so etwas wie eine tickende Uhr. Der Song soll als Ganzes wie eine einzige Fläche empfunden werden und trotzdem ein rhythmisches, unveränderliches Schema haben.
Die Stimmungen variieren zwischen Hoffnung, Dunkelheit und Überraschung und steigern sich dezent bis zum Ende. Ein Hin und Her, Auf und Ab. Wie eine Achterbahn.
Erstellt wurde alles mit FL Studio. Die Sounds sind teilweise sehr veränderte Presets, gesammelte Samples und Klänge aus dem Korg Triton. Streicher, Bass und Flächen habe ich mit dem Midi-Keyboard live eingespielt und später zurechtgeschoben, gestretcht, gestaucht, zerschnitten. Die insgesamt 4 verschiedenen Basssounds hab ich versucht so zu gestalten, dass jeder von ihnen mal vorne sein darf. Aber nie alle auf einmal. Denn es sind die kleinen Melodien und Chords, um die es gehen soll. Und um die dunkle Stimmung, die manchmal ein bisschen aufhellt und nur leicht eskalierend endet. Das stimmig zu arrangieren war superschwer. Ich bin Flächen nicht so gewohnt. Es ist nicht einfach, sie zur Geltung kommen zu lassen, ohne den Rest zu verbuddeln. Ich weiß nicht mehr, wer alles wen sidechained. Am Ende sah das Arrangier-Fenster und der Mixer von FL chaotisch aus. Ich beschrifte nie was oder verwende Farben, um die Übersicht zu behalten. Und so arbeitete ich 3 Tage/Nächte durch, damit ich nicht den Faden verlier. Ab und zu schickte ich Zwischenversionen an Alex (SevenValues), weil der immer gute Tipps gibt. Danke nochmals. Hier steckt viel Herzblut drin. Die Stimmung spiegelt 1:1 meine eigene wider.
So….und nun laut aufdrehen. Sehr laut. Man muss dringend irgendwie die erste Minute überstehen!!! Das Intro MUSS so.
Zum Schluss möchte ich noch kurz loswerden, dass mir klar ist, dass ich z.Z. übertrieben oft und viel zu viel release und damit eventuell so langsam nerve. Ich schlafe kaum und habe ständig Musik im Kopf, andauernd Ideen – und ausnahmslos ALLE Geräusche aus meiner Umwelt – ob zu Haus oder unterwegs – empfinde ich als Musik. Überall und immer. Geklapper beim Abwasch, Baustellen, das Auf/Zu-Geräusch von Schiebetüren in Fahrstühlen oder im Zug, Schritte im Treppenhaus usw. Deshalb laufe ich oft mit dem Kopfhörer herum, um mich von diesen Alltagsgeräuschen abzulenken und echte Musik zu hören. Das ist alles sehr sehr stressig und hängt garantiert auch mit meinem neurologischen Knacks zusammen. Sorry, aber ich wollte die AW25 auch dazu nutzen, das einmal loszuwerden. Hier werden wahrscheinlich viele reinschauen, hören und vielleicht auch lesen. Ich schätze MOM seit 23 Jahren und mag die vielen unterschiedlich tickenden Typen/innen hier.
Viel Spaß beim Hören.

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2 Make Your Day emhead 4:12
3 Drag Me Down emhead 4:54
4 I Can Feel It emhead 3:27
5 Symbionic Enemy emhead 4:19
6 Because Because emhead 2:56
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10 Nikola emhead 6:46
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13 emhead hat keine Zeit emhead 3:41
14 0xA_Fractum emhead 6:13
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16 Mensalatrine emhead 4:10
17 Salatstaat emhead 5:01
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20 Mountaintop emhead 6:13
21 Movements emhead 7:00
22 Trommelfell emhead 5:06
23 Stille emhead 6:28
24 Bandicoot emhead 4:45
25 Smash & Destroy emhead 7:13
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27 Gourmet emhead 5:52
28 Durcheinander emhead 5:10
29 Space in the woods emhead 6:55
30 Redundanz emhead 7:59
31 Fyndið emhead 4:30
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34 Motion emhead 11:41
35 Bong emhead 8:06
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