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THE EYE - "ATOM"
(215617042010025)
Angespielt/Ausschnitt Track: "Prypjat"
Jahr: 2010 (official release 17.04.2010)
Genre: Headcinema Acoustic;Experimental
Länge: 78:39 min
Medium: Audio-CD / DVD/ mp3 DL
Label: CYKXINCORP / MCM
Link: http://www.the-eye-music.eu
http://mediacellar.de
HEADCINEMA: Atomare Katastrophen.
Track 1
Die Stadt Prypjat am 26. April 1986. Nachts um 1.23 Uhr trifft Schichtleiter Alexander Akimow im Kontrollraum des vierten Blocks des Wladimir-Iljitsch-Lenin-Kernkraftwerks Tschernobyl die verhängnisvolle Entscheidung, die Hauptkühlmittelpumpe abzuschalten. Unmittelbar darauf erhitzen sich die Uranstäbe. Steuerstäbe senken sich in den Reaktorkern, dabei heizen deren Graphitspitzen die Kettenreaktion an, die sich nun nicht mehr kontrollieren läßt. Die Leistung steigt um das Hundertfache, Alarmanlagen heulen auf, im Reaktor platzen die ersten Kühlrohre. "Verdammt, ich verstehe das nicht. Wir haben doch alles richtig gemacht", schreit Akimow in das Getöse. Gleich darauf geht im Kontrollraum das Licht aus, Scheiben bersten, eine Detonation erschüttert den Raum. Was als Sicherheitstest begann, entwickelt sich zur größten Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung von Kernenergie: Block vier des Kernkraftwerks explodiert.
Du warst gerade beschäftigt, als es an der Tür hämmerte. Genervt öffnest Du die Tür, mehrere Männer standen im Flur. Einer von denen packte Dich an der Schulter und zog Dich hinaus, „Sie müssen mitkommen und bitte keine Fragen.“ Zwei der schwarz gekleideten gingen einfach in Deine Wohnung. „He, mein Wohnungsschlüssel“, sagst Du im lauten Ton worauf der Griff an der Schulter sich verstärkte und der Kerl Dich zur Treppe schob.
Im Flur nach unten überall das selbe Bild, wie eine wilde Horde wurden die Bewohner aus ihren Wohnungen geholt. Hunderte von Gedanken schossen Dir durch den Kopf, brennt es, dein Essen im Herd und wie soll ich ohne Schlüssel wieder in meine Wohnung kommen. Auf der Straße bot sich Dir ein chaotisches Szenario. Hunderte von diesen Kerlen schwer bewaffnet und unzählige Fahrzeuge von denen, umringten eine Flotte Busse, in dem alle einsteigen mußten.
Nichts von dem was Du Dir erschaffen hast, wirst Du je wiedersehen.
Nichts was für Dich von persönlichen Wert ist, wird Dir je einer wiedergeben.
Nichts Deiner neuen Umgebung wird je das vertraute Bild Deiner Stadt widerspiegeln können.
Keiner wird Dir erklären, warum Du Dich so oft übergeben tust.
Keiner wird Dir die immer öfter auftretenden Schmerzen abnehmen.
Keiner verspricht Dir Heilung, Hoffnung oder Unterstützung.
Keiner wird sich an Dein Leben erinnern, wenn Dein Körper innerlich verbrannt,
wie ein Wurm vor Schmerz Dich windest, Du den Tod entgegen trittst.
26:04 Minuten Alptraum entsprechen dem Ereignis-Datum vom 26.04.86, der Katastrophe von Tschernobyl.
Für den einen ist dieser Tag völlig unbekannt, für den anderen eine Erinnerung.
Prypjat, verstummt ist das Leben in dir, du Geisterstadt am Flusse deines Namens.
Track 2
Kyschtym in der damaligen Sowjetunion. Die Anlage zum Bau von Kernwaffen wurde zwischen 1945 – 1948 in der Oblast Tscheljabinsk bei Osjorsk errichtet. Bis zu 25.000 Menschen waren hier beschäftigt. Kontaminiertes Wasser wurde in den Fluss Tetscha eingeleitet. Nachdem dies zu einer starken Umweltbelastung entlang des Flusslaufs geführt hatte, wurde ab 1951 der flüssige radioaktive Abfall primär in den Karatschai-See abgeleitet, der keinen oberirdischen Ablauf besitzt. Diese Praxis wurde bis mindestens 1953 beibehalten. Eine Dürre-Periode führte zu einem absinkenden Wasserspiegel des als Zwischenlager genutzten Karatschai-Sees. Starke Winde verfrachteten in der Folge radioaktiv belastete Sedimentstäube von den trockenen Ufern über ein Gebiet von 1.800 bis 5.000 km2. Der Karatschai-See gilt heute als einer der am stärksten radioaktiv belasteten Orte der Erde. Zwischen 1978 und 1986 wurde der See mit Beton aufgefüllt und vollständig abgedeckt, um weitere Sedimentbewegungen zu verhindern. Es kann für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden, dass das Wasser des Sees über Grundwasserströme in Kontakt mit dem Fluss Tetscha und damit dem Ob kommt. Auf diese Weise könnte die Radioaktivität auch den Arktischen Ozean erreichen. Wenn sich die Radioaktivität des Karatschai-Sees in den Arktischen Ozean, eine der letzten großen Wildnisse, ergießen sollte, könnte sie die halbe Erde erreichen.
An diesen Februartag drängen die ersten Sonnenstrahlen den Schnee zurück. Man vernimmt schon die ersten Heimkehrer der Lüfte. Ihr Gesang erfüllt unser Herz mit kleinen Erwartungen an die nun kommende schöne Zeit.
Tief im Traum wird Dein Blick jedoch vergrauen. Eine trügerische Atmosphäre aus Richtung Osten Deine Gedanken durchkreuzt. Setze Dich hinters Lenkrad und fahre nach Majak.
Keiner wird Dir den Weg weisen, kein Hinweisschild wird Dir helfen. Durchbreche die gigantische Einzäunung die Dein Weg durchkreuzt. Fahre durch Städte mit Namen, die Du nirgends lesen kannst. Ewiges Schweigen und mißtrauische Blicke werden Dir zu teil. Fahre zu einem See, der in keiner Karte verzeichnet.
Fahre nach Majak, von Menschenhand erbaut, um zu töten. Höre zu, wenn der Tod seine Stimme erhebt,
lang es doch schon her, aber sie nicht schweigen will.
TRACKS
01. Prypjat
02. Majak
_____________________________________
INSTRUMENTE:
Roland JD-800; Roland XP-30; Roland XV-3080; Roland V-Synth; Alesis Air Synth; Roland VP550; Access Virus B; Doepfer MAQ 16/3; Yamaha DD65; Quasimidi Sirius
VOCALS/ VOICE / MIC:
Thomas, Lilija Daitner, Wolfgang Schädlich; Stepan Grinevich
Roland XP-30 (Choir); Magnus Choir (VST); Mam VF11 Vocoder; Roland VP-550; Mic Mogami V69;
DAW/ MIX/ MASTER:
Cubase 5.1 / Cool Edit Pro
EFFEKT/ FILTER:
Behringer Eurodesk SL2442FX Pro; Eurodesk SL3242FX Pro; Cubase 5.1
SOUNDSCAPE/ SAMPLE/ VOCALS:
Field & Home-Recording; Soundsnap; Emu Planet Earth
(215617042010025)
Angespielt/Ausschnitt Track: "Prypjat"
Jahr: 2010 (official release 17.04.2010)
Genre: Headcinema Acoustic;Experimental
Länge: 78:39 min
Medium: Audio-CD / DVD/ mp3 DL
Label: CYKXINCORP / MCM
Link: http://www.the-eye-music.eu
http://mediacellar.de
HEADCINEMA: Atomare Katastrophen.
Track 1
Die Stadt Prypjat am 26. April 1986. Nachts um 1.23 Uhr trifft Schichtleiter Alexander Akimow im Kontrollraum des vierten Blocks des Wladimir-Iljitsch-Lenin-Kernkraftwerks Tschernobyl die verhängnisvolle Entscheidung, die Hauptkühlmittelpumpe abzuschalten. Unmittelbar darauf erhitzen sich die Uranstäbe. Steuerstäbe senken sich in den Reaktorkern, dabei heizen deren Graphitspitzen die Kettenreaktion an, die sich nun nicht mehr kontrollieren läßt. Die Leistung steigt um das Hundertfache, Alarmanlagen heulen auf, im Reaktor platzen die ersten Kühlrohre. "Verdammt, ich verstehe das nicht. Wir haben doch alles richtig gemacht", schreit Akimow in das Getöse. Gleich darauf geht im Kontrollraum das Licht aus, Scheiben bersten, eine Detonation erschüttert den Raum. Was als Sicherheitstest begann, entwickelt sich zur größten Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung von Kernenergie: Block vier des Kernkraftwerks explodiert.
Du warst gerade beschäftigt, als es an der Tür hämmerte. Genervt öffnest Du die Tür, mehrere Männer standen im Flur. Einer von denen packte Dich an der Schulter und zog Dich hinaus, „Sie müssen mitkommen und bitte keine Fragen.“ Zwei der schwarz gekleideten gingen einfach in Deine Wohnung. „He, mein Wohnungsschlüssel“, sagst Du im lauten Ton worauf der Griff an der Schulter sich verstärkte und der Kerl Dich zur Treppe schob.
Im Flur nach unten überall das selbe Bild, wie eine wilde Horde wurden die Bewohner aus ihren Wohnungen geholt. Hunderte von Gedanken schossen Dir durch den Kopf, brennt es, dein Essen im Herd und wie soll ich ohne Schlüssel wieder in meine Wohnung kommen. Auf der Straße bot sich Dir ein chaotisches Szenario. Hunderte von diesen Kerlen schwer bewaffnet und unzählige Fahrzeuge von denen, umringten eine Flotte Busse, in dem alle einsteigen mußten.
Nichts von dem was Du Dir erschaffen hast, wirst Du je wiedersehen.
Nichts was für Dich von persönlichen Wert ist, wird Dir je einer wiedergeben.
Nichts Deiner neuen Umgebung wird je das vertraute Bild Deiner Stadt widerspiegeln können.
Keiner wird Dir erklären, warum Du Dich so oft übergeben tust.
Keiner wird Dir die immer öfter auftretenden Schmerzen abnehmen.
Keiner verspricht Dir Heilung, Hoffnung oder Unterstützung.
Keiner wird sich an Dein Leben erinnern, wenn Dein Körper innerlich verbrannt,
wie ein Wurm vor Schmerz Dich windest, Du den Tod entgegen trittst.
26:04 Minuten Alptraum entsprechen dem Ereignis-Datum vom 26.04.86, der Katastrophe von Tschernobyl.
Für den einen ist dieser Tag völlig unbekannt, für den anderen eine Erinnerung.
Prypjat, verstummt ist das Leben in dir, du Geisterstadt am Flusse deines Namens.
Track 2
Kyschtym in der damaligen Sowjetunion. Die Anlage zum Bau von Kernwaffen wurde zwischen 1945 – 1948 in der Oblast Tscheljabinsk bei Osjorsk errichtet. Bis zu 25.000 Menschen waren hier beschäftigt. Kontaminiertes Wasser wurde in den Fluss Tetscha eingeleitet. Nachdem dies zu einer starken Umweltbelastung entlang des Flusslaufs geführt hatte, wurde ab 1951 der flüssige radioaktive Abfall primär in den Karatschai-See abgeleitet, der keinen oberirdischen Ablauf besitzt. Diese Praxis wurde bis mindestens 1953 beibehalten. Eine Dürre-Periode führte zu einem absinkenden Wasserspiegel des als Zwischenlager genutzten Karatschai-Sees. Starke Winde verfrachteten in der Folge radioaktiv belastete Sedimentstäube von den trockenen Ufern über ein Gebiet von 1.800 bis 5.000 km2. Der Karatschai-See gilt heute als einer der am stärksten radioaktiv belasteten Orte der Erde. Zwischen 1978 und 1986 wurde der See mit Beton aufgefüllt und vollständig abgedeckt, um weitere Sedimentbewegungen zu verhindern. Es kann für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden, dass das Wasser des Sees über Grundwasserströme in Kontakt mit dem Fluss Tetscha und damit dem Ob kommt. Auf diese Weise könnte die Radioaktivität auch den Arktischen Ozean erreichen. Wenn sich die Radioaktivität des Karatschai-Sees in den Arktischen Ozean, eine der letzten großen Wildnisse, ergießen sollte, könnte sie die halbe Erde erreichen.
An diesen Februartag drängen die ersten Sonnenstrahlen den Schnee zurück. Man vernimmt schon die ersten Heimkehrer der Lüfte. Ihr Gesang erfüllt unser Herz mit kleinen Erwartungen an die nun kommende schöne Zeit.
Tief im Traum wird Dein Blick jedoch vergrauen. Eine trügerische Atmosphäre aus Richtung Osten Deine Gedanken durchkreuzt. Setze Dich hinters Lenkrad und fahre nach Majak.
Keiner wird Dir den Weg weisen, kein Hinweisschild wird Dir helfen. Durchbreche die gigantische Einzäunung die Dein Weg durchkreuzt. Fahre durch Städte mit Namen, die Du nirgends lesen kannst. Ewiges Schweigen und mißtrauische Blicke werden Dir zu teil. Fahre zu einem See, der in keiner Karte verzeichnet.
Fahre nach Majak, von Menschenhand erbaut, um zu töten. Höre zu, wenn der Tod seine Stimme erhebt,
lang es doch schon her, aber sie nicht schweigen will.
TRACKS
01. Prypjat
02. Majak
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INSTRUMENTE:
Roland JD-800; Roland XP-30; Roland XV-3080; Roland V-Synth; Alesis Air Synth; Roland VP550; Access Virus B; Doepfer MAQ 16/3; Yamaha DD65; Quasimidi Sirius
VOCALS/ VOICE / MIC:
Thomas, Lilija Daitner, Wolfgang Schädlich; Stepan Grinevich
Roland XP-30 (Choir); Magnus Choir (VST); Mam VF11 Vocoder; Roland VP-550; Mic Mogami V69;
DAW/ MIX/ MASTER:
Cubase 5.1 / Cool Edit Pro
EFFEKT/ FILTER:
Behringer Eurodesk SL2442FX Pro; Eurodesk SL3242FX Pro; Cubase 5.1
SOUNDSCAPE/ SAMPLE/ VOCALS:
Field & Home-Recording; Soundsnap; Emu Planet Earth
Die Stadt Prypjat am 26. April 1986. Nachts um 1.23 Uhr trifft Schichtleiter Alexander Akimow im Kontrollraum des vierten Blocks des Wladimir-Iljitsch-Lenin-Kernkraftwerks Tschernobyl die verhängnisvolle Entscheidung, die Hauptkühlmittelpumpe abzuschalten. Unmittelbar darauf erhitzen sich die Uranstäbe. Steuerstäbe senken sich in den Reaktorkern, dabei heizen deren Graphitspitzen die Kettenreaktion an, die sich nun nicht mehr kontrollieren läßt. Die Leistung steigt um das Hundertfache, Alarmanlagen heulen auf, im Reaktor platzen die ersten Kühlrohre. "Verdammt, ich verstehe das nicht. Wir haben doch alles richtig gemacht", schreit Akimow in das Getöse. Gleich darauf geht im Kontrollraum das Licht aus, Scheiben bersten, eine Detonation erschüttert den Raum. Was als Sicherheitstest begann, entwickelt sich zur größten Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung von Kernenergie: Block vier des Kernkraftwerks explodiert.
