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Robot Recordings - Fuck Your Freedom

Robot Recordings 16.01.2014
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0:004:59
Ich habe diesen Song geschrieben, weil ich zu viel mit (keine-)Nazis(-aber man wird ja wohl noch) auf Facebook diskutiere und auch noch Seiten wie „Kartoffeln im Netz“ und „We’re Watching You“ folge, die das ganze dumpfdeutsche Grauen Tag für Tag bildlich aufzeigen. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Begriff der Freiheit einer der am meisten missbrauchten Begriffe überhaupt sein muss.

Diejenigen, die bei manchen Personengruppen die Freiheit so weit wie möglich einschränken wollen und am liebsten die Todesstrafe wieder einführen wollen (zum Beispiel für Kinderschänder, und man weiß ja, dass schon Prophet Mohammed …) – diejenigen sind sehr schnell dabei, nach der persönlichen Freiheit zu schreien, wenn sie für ihre menschenverachtenden Ansichten Widerspruch erfahren. Zum Beispiel gibt es da so eine (glücklicherweise) bedeutungslose Splitterpartei, die zwar die „Freiheit“ im Namen führt, aber den Islam gerne als „terroristische Polit-Ideologie“ verbieten möchte. Gerne wird von eben solchen Leuten dann das Bild heraufbeschworen, dass es in diesem Lande unter dem Diktat der political correctness keine Meinungsfreiheit gebe. Wer rechtspopulistischen ausländerfeindlichen Dreck absondert, gefällt sich dann auch noch in der Pose des Tabubrechers.

Sogar Bildzeitung und Focus springen auf diesen Zug auf („Bild kämpft für die Meinungs-freiheit – Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“). Dabei übersehen die selbst er-nannten Freiheitskämpfer gerne, dass der Gegenwind, den sie erfahren, aus der Gesellschaft kommt. Die mediale Empörung, die Distanzierung, das argumentative Widerlegen und auch evtl. Karriereenden – all das hat nichts zu tun mit einer staatlich gelenkten Repression, wie sie in Unrechtsstaaten mit tatsächlich beschränkter Meinungsfreiheit zu finden wäre. Denn seine Meinung frei äußern, das darf und kann schließlich jeder. Mit den Konsequenzen seiner Äußerungen leben, dazu muss man allerdings auch bereit sein. Denn wer Ausgrenzung sät, soll auch solche erfahren.

Hinzu kommt, dass Meinungsfreiheit ist kein „Supergrundrecht“ ist, das die anderen außer Kraft setzt. Nicht ohne Grund sind Einschränkungen formuliert, die verhindern sollen, dass andere Menschen in ihrer Ehre und Würde verletzt werden. Ebenso wenig ist es ein Zufall, dass §1 unseres Grundgesetzes die Würde des Menschen als oberstes Gut schützt – und nicht das Recht, alles zu tun können, was man will.

Also, Freiheit geht nicht über alles. Gerade die amerikanische Rechte, bei der „Freedom“ der alles übertrumpfende Meinungsjoker ist, hat mich mittlerweile ein wenig allergisch auf dieses Wort werden lassen. Schließlich verbirgt sich hinter dem penetrantem Beharren auf die persönliche Freiheit oft nichts weiter als ein kindlich-trotziges „ABER ICH WILL!“ – also purer Egoismus. Das ist eine Einstellung, die uns als Gesellschaft nicht weiter bringt. Eine Welt, in der jeder nur darauf bedacht ist, seine liebgewonnenen Pfründe zu bewahren, muss zwangsläufig in kleinlichen Grabenkämpfen stagnieren. Und in den Staaten lässt sich das mitunter sehr deutlich beobachten – man betrachte nur einmal das Thema Schusswaffen oder den erbärmlichen Fortschritt in Sachen Umweltschutz.

Wenn Egoismus das Handeln bestimmt, geht der Blick aufs Ganze verloren, und wer nur bis zum eigenen Tellerrand gucken kann, denkt auch zwangsläufig nicht darüber nach, wie wir als Gesellschaft miteinander klarkommen können. Aber genau das müssen wir.
Wer nur auf die eigene Freiheit beharrt und auf die der anderen keinen feuchten Kehricht gibt, hat nichts verstanden. Genau das ist der sehr eingeschränkte und einseitige Freiheitsbegriff, um den es in meinem Lied geht. Und den sich die gemeinten Personen gerne quer hinten einführen dürfen.
Letztlich ist das alles ja gar nicht so schwer zu begreifen, wenn man sich an jenen bekannten Satz hält, der entweder Kant, Matthias Claudius, Alphonse Karr oder anderen zugeschrieben wird: "Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des Anderen anfängt.“
Und das ist Freiheit, die ich meine.

Playlist

1 Fuck Your Freedom Robot Recordings 4:59
2 i dont care Adams Army 3:39
3 Free O.S.cillator 5:48

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