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Moment 4 Sound - Emily Rose_Melancholy in Blue (Final Chapter)

Moment 4 Sound 01.01.2022
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Hallo zusammen, erst mal ein frohes und gesundes neues Jahr 2022 für alle.

Wie könnte ich ein neues Jahr besser beginnen, als den letzten Teil meiner Emily Rose Trilogie (die mir sehr ans Herz gewachsen ist) mit euch zu teilen.

Ich hoffe euch gefällt die Story und natürlich die dazugehörige Musik.


Emily Rose – Melancholy in Blue


Wir erinnern uns, Emily wurde als Findelkind 1122 in den Wäldern der Leigh Woods gefunden und von dem Ehepaar Joshua und Mary Belle Butler in Clifton aufgezogen.

Durch einen Unfall in Bristol lernte die junge Emily 1138 den Sohn des hiesigen Schmieds, Nathaniel Spencer kennen und lieben.

Doch ein Geheimnis schien dem Glück des jungen Paares im Wege zu stehen.

Jener Tag, es war der 25.Dezember 1139, veränderte so ziemlich alles in Emily Rose's Leben.
Ihre heile glückliche Welt schien von der einen auf die andere Minute zu zerbrechen.

Sie soll also die Tochter einer Frau sein, die in einem Bordell von Bristol arbeitete? Eine Frau von irischer Herkunft und was hatte eigentlich Nathaniel's Vater Benjamin Spencer damit zu tun?

Emily konnte ihre Tränen kaum zurückhalten, wirre Gedanken schossen ihr durch den Kopf.
Nathaniel, was war mit Nathaniel? Waren sie etwa Blutsverwandte? Oh Gott, welch ein Unglück, was wird nun aus unserer Liebe? Die Zeit schien plötzlich still zu steh'n.

Die Butlers versuchten Emily zu beruhigen, doch sie war untröstlich und zog sich in den Pferdestall zurück, was sie immer machte wenn es ihr nicht gut ging, sie wollte alleine sein um nachzudenken.

Selbst ihren geliebten Nathaniel wollte sie nicht mehr sehen, der junge Mann war wie vor den Kopf gestoßen, denn er wusste nicht wie im geschah. Ihren Eltern verbot sie auch nur ein Wort über die Geschichte zu verlieren.

So wurde es Frühjahr und Emily ritt tagelang ziellos durch die Leigh Woods, bis sie eines Tages den Butlers mitteilte, sie wolle sich aufmachen um nach Antworten zu suchen. Nathaniel hatte sie einen Brief geschrieben und sie bat ihren Vater Joshua, dass er ihn überbringen sollte, nachdem sie mit seinem Vater gesprochen hatte.

Dies war der Tag im März 1140, als sie sich ein Herz fasste, nach Bristol ritt und Benjamin Spencer zur Rede stellte.

Der kauzige Schmied war unfreundlich und wortkarg, er gab Emily zu verstehen sie solle ihm seine Ruhe lassen, es gibt nichts zu sagen. Emily gab nicht auf und fragte abermals, ob er ihr Vater sei. Mit rotem Kopf und lauter Stimme jagte er sie davon.

Nathaniel, der von dem ganzen immer noch keine Ahnung hatte, machte sich Tags drauf erneut auf den Weg nach Clifton um Emily Rose zu sehen. Er kam ins „Indigo“ setzte sich an einen Tisch und sagte heute gehe er erst wieder, nachdem er mit seiner Geliebten gesprochen habe. Mary Belle Butler tat der jung Mann schon lange leid und so gab sie ihm den Brief, so wie es Emily ihnen aufgetragen hatte.

Er öffnete den Brief, las ihn und wurde kreidebleich im Gesicht. Er verließ fluchtartig den Gasthof, sprang auf sein Pferd und ritt wie der Teufel zurück nach Bristol.

Zuhause angekommen stürzte er in die Schmiede seines Vaters und knallte den Brief neben den Amboss auf den Tisch. Er schrie ihn an, er solle ihm auf der Stelle erklären, was das Geschriebene in dem Brief zu bedeuten hätte.

Auch hier versuchte der alte Spencer zuerst wieder abzuwiegeln, doch der wütende Sohn ließ nicht ab. Zu sehr haben ihm die Worte von Emily Rose weh getan.

Nach abermaligem Druck und mit Drohung von Gewalt gab der alte Spencer letztlich nach und begann zu erzählen.

Madeleine O'Malley, das war ihr Name, kam 1121 von Galway nach Bristol. In Irland gab es zu dieser Zeit nicht viel Arbeit und so nahm sie die raue Überfahrt über den Atlantik in Kauf, um ihr Glück in England zu versuchen.

Bei einer entfernten Verwandten wollte sie vorübergehend unterkommen, um sich anschließend nach einer Arbeit umzusehen. In Bristol angekommen musste sie aber feststellen, das ihre Verwandte inzwischen leider verstorben war.

So stand sie mitten in der großen Hafenstadt ohne Geld und ohne Bleibe. In ihrer Not kam sie an einem Bordell nähe des Hafens vorbei, wo eine Stelle als Mädchen für alles gesucht wurde. Also ging sie hinein und fragte den Bordellbesitzer, ob die Stelle noch frei wäre.

Der schäbige Mann sagte ja und sie bekam die Arbeit. So lernte Spencer auch Madeleine kennen, denn neben den regelmäßigen Besuchen in der Hafenkneipe abends nach getaner Arbeit, hatte der Schmied noch ein zweites Laster, der Befriedigung seiner sexuellen Vorlieben, die ihm seine Frau nicht erfüllen wollte.

Die rothaarige Irin fiel im sofort auf, da sie vom Bordellbesitzer ziemlich übel behandelt wurde, er geriet deswegen ein ums andere Mal mit dem Besitzer aneinander, er solle doch die Frau besser behandeln.

So kam er mit ihr ins Gespräch und gewann innerhalb kürzester Zeit ihre Zuneigung. Doch irgendwas bedrückte die Frau das spürte Spencer, es dauerte auch eine ganze Weile, bis sie sich ihm anvertraute.

Vor ein paar Wochen, so erzählte sie ihm, waren zwei Männer (wohl irische Händler) zu Gast, wohlhabende Männer, das sah man sofort.
Der eine davon, den der andere immer wieder „O'Leary Du alter Schwerenöter“ nannte, hatte ein Auge auf sie geworfen.

Madeleine sollte mit dem Mann auf ein Zimmer gehen und nett zu ihm sein. Was der „noble Herr“ von ihr wollte war schnell klar, sie versuchte sich zu wehren und sagte das sie für solche Dienste nicht angestellt sei. Das interessierte den irischen Händler herzlich wenig, er wurde grob und vergewaltigte sie.

Spencer war bestürzt, aber das war noch nicht alles, denn darauf hin sei sie schwanger geworden. Aber das wisse noch keiner.

Die Zeit verging und irgendwann konnte sie ihren Zustand nicht mehr verbergen, was dem Bordellbesitzer überhaupt nicht passte, er setzte sie unter Druck mit den Worten „wenn sie das Balg behalten würde, setzt er sie entweder auf die Straße oder sie müsse fortan den Männern zu Dienste sein“.

Als das Baby im Spätsommer 1122 zur Welt kam, bat sie Benjamin Spencer das Kind an sich zu nehmen, doch er sagte das es nicht möglich wäre, schon seiner Familie wegen.

Doch Madeleine gab nicht nach und erpresste den Schmied eben genau das alles seiner Frau zu erzählen, das ER es war der sie vergewaltige und ER der Vater des Kindes sei. Die Situation schaukelte sich hoch, es kam zu einem Gerangel, sie stolperte und fiel unglücklich auf den Kaminsims und wurde tödlich verletzt.

Vor lauter Verzweiflung fuhr er mit der leblosen Frau und dem Kind raus aus Bristol in die Leigh Woods, dem nahegelegenen Wald. Dort vergrub er die Frau, das Kind jedoch legte er zusammen mit einer Rose ins Unterholz neben einen kleinen Bach und bedeckte es mit Laub.

Als Nathaniel dies alles hörte, nahm er den Brief wieder an sich und verließ wortlos die Schmiede.
Seines Vaters würdigte er dabei keines Blickes mehr.

Da kommt schließlich der junge Schriftsteller Thomas O'Leary wieder ins Spiel, der 1145 in Bristol eintraf um Eindrücke für ein neues Buch zu sammeln.

Ihm war Emily Rose in der Gaststätte „Fade to Indigo“ in Clifton erschienen, eine Geschichte die ihm keiner glaubte oder gar darüber sprechen wollte, weil der Verlust zweier geliebten Menschen noch zu sehr schmerzte.

So reiste Thomas wieder zurück nach Irland, genauer gesagt nach Galway, wo sein Vater Patrick O'Leary ein riesiges Anwesen mit einer der größten Schafszucht in ganz Irland bewirtschaftete.

Genauer gesagt bewirtschaftet hatte. Denn sein Vater war vor vier Jahren an den Folgen des Antoniusfeuers gestorben.
Eine gefürchtete Epidemie dessen Auslöser ein unscheinbarer, aber hochgiftiger Pilz namens Mutterkorn war. Die rätselhafte Krankheit raffte damals in Europa tausende Menschen dahin oder machte sie zu Krüppeln.

Etwa zwei Jahre später 1147, sollte ihm der Name Emily Rose urplötzlich wieder in Erinnerung gerufen werden.

Er war wieder einmal wie so oft unterwegs um nach neuen Anregungen fürs schreiben zu suchen, als plötzlich an einer Waldlichtung in der Nähe der Tore von Galway eine Frau neben einem weißen Pferd stand und es streichelte.

Thomas schoss nur ein Gedanke durch den Kopf, Emily, das musste Emily Rose sein. Er rief sie beim Namen, einmal, zweimal, sie drehte sich kurz um, lächelte wieder genauso wie vor zwei Jahren im Pferdestall im „Fade to Indigo“. Dann stieg sie aufs Pferd und ritt davon.
Thomas wollte ihr nach, doch sein Pferd begann plötzlich zu lahmen. Er sah nach und bemerkte, das sein Pferd ein Hufeisen verloren hatte.

Zurück in der Stadt suchte er also eine nahe gelegene Schmiede auf. Vorne auf dem großem Tor war eine Tafel befestigt mit einem Namen der ihm ebenfalls sofort bekannt vor kam: „Nathaniel Spencer Schmied von Galway“.

Er ging schleunig hinein und sah einen kräftigen Mann, der gerade mit einem Blasebalg das Feuer neu anfachte. Das er eigentlich wegen eines neuen Hufeisens fragen wollte vergaß er schnell, denn schon nach kurzem Gruß fiel er wortwörtlich mit der Türe ins Haus und fragte aufgeregt: „Der Name, Nathaniel Spencer, er komme ihm bekannt vor, haben sie Verwandte in England, genauer gesagt in Bristol?“

Der Mann wandte sich zu ihm und fragte: „Wer will das wissen? Und wer sind sie überhaupt?“

Der Schriftsteller stellte sich vor und erzählte ihm was er vor zwei Jahren in Clifton und gerade eben am Stadtrand erlebt hatte. Auch das er nur zögerlich Auskunft bekam und ihm die Geschichte Kopfzerbrechen bereitete und lange Zeit nicht mehr los ließ, bis zum jetzigem Zeitpunkt.

Nathaniel Spencer schien von den Ausführungen O'Leary's wenig überrascht zu sein, als ob er gewusst hätte, das man sich irgendwann begegnen würde.

Er nahm Thomas beiseite, sie setzten sich und Nathaniel begann zu erzählen alles was damals geschehen war, die ganze Geschichte, von dem Brief, seinem Vater und dessen Beziehung zu Emily's leiblicher Mutter, deren unglücklichem Unfall und vor allem wie er seine Emily Rose aus den Händen von Trunkenbolden rettete, die sie in eine Gasse zerrten und Gott weiß was antun wollten.

Des weiteren erzählte er von ihrer Schiffsfahrt nach Irland und jenem Tag, als Emily Thomas' Vater Patrick O'Leary auf dessen Anwesen gegenüberstand. Es war ihr großer Wunsch gewesen dem Mann, der ihrer Mutter das angetan hatte in die Augen zu sehen.

Thomas war überwältigt, fassungslos und gleichzeitig wütend auf seinen Vater, den er zwar als streng aber immer loyal seiner Familie und den Angestellten gegenüber gekannt hatte. Er konnte sich dunkel erinnern an jenem Tag vor vier Jahren, als ein junges Paar vorstellig wurde und anschließend ziemlich schroff vom Aufseher unter Androhung von Gewalt, verjagt wurde.

Andererseits wurde ihm bewusst, das Emily Rose wohl seine Halbschwester war und die Erscheinungen mit dem Fakt im Zusammenhang standen, oder ein Wink des Schicksals waren.

Dann fragte er Nathaniel ob er mit Emily Rose das Glück fand und wo sie jetzt wohnten.

In diesem Moment ging die Türe auf und eine ältere Frau kam mit einem kleinen Mädchen an der Hand herein, sie ging auf Nathaniel zu und sagte: „ich bringe Madie wie immer wohlbehalten zurück“.

Mit Tränen in den Augen erzählte Nathaniel das, nachdem sie vom Anwesen gejagt wurden für einige Zeit in einem nahegelegen Kloster gewohnt hatten, Emily Rose war zu der Zeit schwanger und er suchte nach einer Arbeit um für sich und seine Familie sorgen zu können.

Doch das Schicksal meinte es auch ein zweites mal nicht gut mit ihnen. Einige Zeit nach der Geburt von Madie, steckte sich Emily ebenfalls mit dem Antoniusfeuer an. Es waren zu der Zeit viele Kranke in dem Antoniter Kloster (der Sage nach soll der heilige Antonius die Krankheit heilen können) und Emily kümmerte sich zusammen mit den Mönchen um die kranken Leute.

Thomas, der schwermütig wurde und traurig zuhörte erfuhr das Emily schrecklich entstellt und verkrüppelt noch immer in dem Kloster lebte. Nach wie vor besuchte Nathaniel regelmäßig seine Geliebte, jedes mal mit einer Rose in der Hand, doch schon lange erkennt sie ihn nicht mehr.

Nun, alles was von dem Glück übrigblieb, ist die Erinnerung an eine kurze, innige und liebevolle Zeit aus der ein gemeinsames Kind hervorging, das Emily Rose wie aus dem Gesicht geschnitten war.

Es verging einige Zeit in der es noch zu erwähnen gilt, das Thomas O'Leary nur ein einziges Mal seine Halbschwester im Kloster besuchte und es danach nicht mehr übers Herz brachte sie ein weiteres Mal so zu sehen. Vielmehr wollte er Emily Rose so in Erinnerung behalten, wie er sie damals im Pferdestall und vor den Toren Galways gesehen hatte, als eine wunderschöne junge Frau.

All das geschilderte und erlebte verarbeitete der irische Schriftsteller schließlich in einer Erzählung der er den Namen „EMILY ROSE – MELANCHOLY IN BLUE“ gab.

E N D E



Vocal Sample: Scott Simpson (freesound.org)


Verwendetes Equipment:

Ableton Live 11
Steinberg WaveLab Elements 11
Tone2 Warlock
Tone2 Icarus
Tone2 Gladiator
Tone2 Nemesis
Steinberg Padshop
NI Pro-53
Korg Wavestation
Sylenth 1 Nima


UPDATE: Ich habe mir die Ratschläge meines geschätzten Musikfreundes SevenValues zu Herzen genommen und ein paar Korrekturen vorgenommen.

Playlist

1 Emily Rose_Melancholy in Blue (Final Chapter) Moment 4 Sound 13:13
2 Moments... (with the eyes of a child) feat. Raphael Gerl Moment 4 Sound 8:06

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