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Unser Leben verläuft in ruhigen Bahnen, doch da draußen sieht es anders aus. Es ist die Banalität im Schrecken!
Es geht mir gut wie nie Text & Musik: martin coulmann
Mir geht es gut!
Sitz‘ in der Sonne, schlürfe Tee,
ein Grashalm kitzelt meinen linken Zeh,
die Drossel holt sich noch ’ne Rosine,
das neue Vogelhaus ist für sie längst Routine.
Mein W-Lan lässt noch auf sich warten,
denn es ist sehr weit vom Router in den Garten,
doch wenig später bin ich dann auch online.
Und les’ die News bei einem edlen Weißwein,
’ne leichte Brise streichelt meinen Po
und lese von Bomben, die fallen wieder irgendwo.
Jetzt wird’s zu kühl,
hör‘ auf zu surfen, gehe rein.
Neh’m die Kanne, zieh‘ mir’n Kaffee rein.
Die Kinder geh’n schon ihre eig‘nen Wege,
hab‘ viel mehr Fläche jetzt, auf der ich mich bewege.
Für’s Hobby jetzt ’n eig’nes Zimmer,
so schön war’s nie, so soll es bleiben, für immer.
Im Kühlschrank ist jetzt alles Bio,
mein Entertainment fast wie im Kino.
Ich schalte ein und zappe rum
auf der Flucht zu uns kamen wieder dreißig Menschen um.
Der Pastor im Interview wählt sorgsam die Worte,
spricht von Zuwendung und Liebe der selbstlosen Sorte
und dass er, was wir erleiden, auch schon gekannt.
Zwischendurch hat ein Lager auf ’ner Insel gebrannt.
Ein Politiker spricht von Solidarität
und dass ’ne Lösung nur mit allen gemeinsam geht,
und während er spricht, sterben dort die Kinder
und ich geh‘ mit meiner Frau jetzt erst mal Essen, beim Inder!
Mir geht es gut!
Sitz‘ in der Sonne, schlürfe Tee,
ein Grashalm kitzelt meinen linken Zeh,
die Drossel holt sich noch ’ne Rosine,
das neue Vogelhaus ist für sie längst Routine.
Mein W-Lan lässt noch auf sich warten,
denn es ist sehr weit vom Router in den Garten,
doch wenig später bin ich dann auch online.
Und les’ die News bei einem edlen Weißwein,
’ne leichte Brise streichelt meinen Po
und lese von Bomben, die fallen wieder irgendwo.
Jetzt wird’s zu kühl,
hör‘ auf zu surfen, gehe rein.
Neh’m die Kanne, zieh‘ mir’n Kaffee rein.
Die Kinder geh’n schon ihre eig‘nen Wege,
hab‘ viel mehr Fläche jetzt, auf der ich mich bewege.
Für’s Hobby jetzt ’n eig’nes Zimmer,
so schön war’s nie, so soll es bleiben, für immer.
Im Kühlschrank ist jetzt alles Bio,
mein Entertainment fast wie im Kino.
Ich schalte ein und zappe rum
auf der Flucht zu uns kamen wieder dreißig Menschen um.
Der Pastor im Interview wählt sorgsam die Worte,
spricht von Zuwendung und Liebe der selbstlosen Sorte
und dass er, was wir erleiden, auch schon gekannt.
Zwischendurch hat ein Lager auf ’ner Insel gebrannt.
Ein Politiker spricht von Solidarität
und dass ’ne Lösung nur mit allen gemeinsam geht,
und während er spricht, sterben dort die Kinder
und ich geh‘ mit meiner Frau jetzt erst mal Essen, beim Inder!
