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Der Song ist dem "Tagebuch der Anne Frank" (S.Fischer Verlag, 16. Aufl. 2010) nachempfunden und beschreibt das Leben der vierzehnjährigen Anne im Versteck mit ihrer Familie und Freunden während der Nazizeit.
Mit freundlicher Genehmigung der Veröffentlichung durch den Anne Frank Fonds in Basel.
Den Song hat mein Sohn Jan aufgenommen; er hat außerdem die E-Gitarren eingespielt und die zweite Stimme gesungen. Er ist mit 15 Jahren so alt wie Anne in ihrer Zeit im "Hinterhaus" gewesen ist.
Mit freundlicher Genehmigung der Veröffentlichung durch den Anne Frank Fonds in Basel.
Den Song hat mein Sohn Jan aufgenommen; er hat außerdem die E-Gitarren eingespielt und die zweite Stimme gesungen. Er ist mit 15 Jahren so alt wie Anne in ihrer Zeit im "Hinterhaus" gewesen ist.
Anne
28. September 1942.
„Es beklemmt mich doch mehr als ich sagen kann, dass wir niemals hinaus dürfen, und ich habe große Angst, dass wir entdeckt und dann erschossen werden. Das ist natürlich eine weniger angenehme Aussicht.“
1. Strophe
Wir leben im Versteck, es kommt mir schon so lange vor,
in Vaters Bürogebäude über dem Lager, dem Kontor,
im Hinterhaus verborgen, durch einen Bücherschrank getarnt.
Zu acht, auf engstem Raum, wer ist da ständig tolerant,
gerade auch meinetwegen ist hier schon so mancher Streit entbrannt,
ständig schnauzen sie mich an, ich werd getadelt und verwarnt.
Was weiß ein Mädchen schon, ein Backfisch, grad mal 14 Jahre alt -
ich bin nicht wie sie – und will´s auch nie!
Ich fühl mich viel mehr Mensch als Kind, sag was ich denk und wehr mich halt -
und klag mich selber an, weil ich nicht brav sein kann,
weil ich nicht still sein kann.
Wann endlich darf ich frei sein, endlich frei, auf mich gestellt!
Dann will ich schreiben, weil das das Größte für mich ist!
Ich hätte nicht umsonst gelebt und brächte Nutzen in die Welt
nicht wie die anderen, die man viel zu schnell vergisst!
Ich lebte fort nach meinem Tod.
Ich lebe fort im Tod.
2. Strophe
Es ist nicht immer so, dass es hier nichts zu lachen gibt
oft albern wir, sind fröhlich, und ich hab mich gar verliebt!
Auf dem Dachboden durchs Fenster träumen wir uns gern hinaus.
Der Kastanienbaum blüht schon, wir können reden und vergessen,
ständig leise sein, die Angst, die Streiterei, das schlechte Essen
immer Bohnen und Kartoffeln kommen mir zu den Ohren raus.
Die große Hoffnung ist tagtäglich vor dem Radio zu spüren
wir lauschen bang: wie lang, wie lang?
Wie lange müssen unsere Helfer noch ihr Leben hier riskieren
so viel gewagt - doch nie geklagt,
so viel gewagt.
Wer hat uns das auferlegt, sind wir nicht Menschen so wie sie?
so wie von Kakerlaken säubern sie ihr Land!
Sie führen uns zum Schlachtplatz wie eine kranke Herde Vieh,
vergast, erschlagen, erschossen und verbrannt!
Hat all das Leiden einen Sinn?
Hat all das Leiden Sinn?
3. Strophe
Geräusche in der Nacht, unten vom Lager kommt es her
Licht aus! Pst! Man hört im Raum selbst unseren Atemzug nicht mehr
Sind es nur Diebe, alle lauschen, oder ist´s mit uns vorbei?
Dann Schritte auf der Treppe, jemand kommt, sind wir entdeckt?
Rütteln am Drehschrank vor der Tür, acht Herzen hämmern im Versteck
bin weiß vor Angst, Gestapo oder Polizei?
Endlich entfernen sich die Tritte, etwas fällt um, dann ist es still.
Wir bangen leis, dass niemand weiß.
In dieser Nacht war ich bereit, wie ein Soldat, so Gott es will.
Ich sah den Tod in meiner Not,
in größter Not.
Doch mit dem Tag wächst neu die Hoffnung, hört doch zu, wisst ihr es schon!
Die Jubelnachricht kam um zwölf im BBC:
This is D-Day! Es geht los, heut früh begann die Invasion!
Unsere Rettung ist ganz nah, so nah wie nie!
Zu märchenhaft um wahr zu sein. Zu schön um wahr zu sein.
Am 04. August 1944 hält vormittags ein Auto vor dem Haus Prinsengracht 263. Ihm entsteigen ein SS-Oberscharführer und seine Helfer. Das Versteck ist verraten worden und wird gestürmt.
Anne starb im KZ Bergen-Belsen, einen Monat vor der Befreiung durch die englischen Truppen.
Text und Musik: Andreas Gers 01/2012
Vorlage: Anne Frank – Tagebuch. S.Fischer-Verlag, 16. Auflage, November 2010
28. September 1942.
„Es beklemmt mich doch mehr als ich sagen kann, dass wir niemals hinaus dürfen, und ich habe große Angst, dass wir entdeckt und dann erschossen werden. Das ist natürlich eine weniger angenehme Aussicht.“
1. Strophe
Wir leben im Versteck, es kommt mir schon so lange vor,
in Vaters Bürogebäude über dem Lager, dem Kontor,
im Hinterhaus verborgen, durch einen Bücherschrank getarnt.
Zu acht, auf engstem Raum, wer ist da ständig tolerant,
gerade auch meinetwegen ist hier schon so mancher Streit entbrannt,
ständig schnauzen sie mich an, ich werd getadelt und verwarnt.
Was weiß ein Mädchen schon, ein Backfisch, grad mal 14 Jahre alt -
ich bin nicht wie sie – und will´s auch nie!
Ich fühl mich viel mehr Mensch als Kind, sag was ich denk und wehr mich halt -
und klag mich selber an, weil ich nicht brav sein kann,
weil ich nicht still sein kann.
Wann endlich darf ich frei sein, endlich frei, auf mich gestellt!
Dann will ich schreiben, weil das das Größte für mich ist!
Ich hätte nicht umsonst gelebt und brächte Nutzen in die Welt
nicht wie die anderen, die man viel zu schnell vergisst!
Ich lebte fort nach meinem Tod.
Ich lebe fort im Tod.
2. Strophe
Es ist nicht immer so, dass es hier nichts zu lachen gibt
oft albern wir, sind fröhlich, und ich hab mich gar verliebt!
Auf dem Dachboden durchs Fenster träumen wir uns gern hinaus.
Der Kastanienbaum blüht schon, wir können reden und vergessen,
ständig leise sein, die Angst, die Streiterei, das schlechte Essen
immer Bohnen und Kartoffeln kommen mir zu den Ohren raus.
Die große Hoffnung ist tagtäglich vor dem Radio zu spüren
wir lauschen bang: wie lang, wie lang?
Wie lange müssen unsere Helfer noch ihr Leben hier riskieren
so viel gewagt - doch nie geklagt,
so viel gewagt.
Wer hat uns das auferlegt, sind wir nicht Menschen so wie sie?
so wie von Kakerlaken säubern sie ihr Land!
Sie führen uns zum Schlachtplatz wie eine kranke Herde Vieh,
vergast, erschlagen, erschossen und verbrannt!
Hat all das Leiden einen Sinn?
Hat all das Leiden Sinn?
3. Strophe
Geräusche in der Nacht, unten vom Lager kommt es her
Licht aus! Pst! Man hört im Raum selbst unseren Atemzug nicht mehr
Sind es nur Diebe, alle lauschen, oder ist´s mit uns vorbei?
Dann Schritte auf der Treppe, jemand kommt, sind wir entdeckt?
Rütteln am Drehschrank vor der Tür, acht Herzen hämmern im Versteck
bin weiß vor Angst, Gestapo oder Polizei?
Endlich entfernen sich die Tritte, etwas fällt um, dann ist es still.
Wir bangen leis, dass niemand weiß.
In dieser Nacht war ich bereit, wie ein Soldat, so Gott es will.
Ich sah den Tod in meiner Not,
in größter Not.
Doch mit dem Tag wächst neu die Hoffnung, hört doch zu, wisst ihr es schon!
Die Jubelnachricht kam um zwölf im BBC:
This is D-Day! Es geht los, heut früh begann die Invasion!
Unsere Rettung ist ganz nah, so nah wie nie!
Zu märchenhaft um wahr zu sein. Zu schön um wahr zu sein.
Am 04. August 1944 hält vormittags ein Auto vor dem Haus Prinsengracht 263. Ihm entsteigen ein SS-Oberscharführer und seine Helfer. Das Versteck ist verraten worden und wird gestürmt.
Anne starb im KZ Bergen-Belsen, einen Monat vor der Befreiung durch die englischen Truppen.
Text und Musik: Andreas Gers 01/2012
Vorlage: Anne Frank – Tagebuch. S.Fischer-Verlag, 16. Auflage, November 2010
