0:006:56
EDK 2007
... krachend schlägt die stählerne haustür ins schloß,
Tsugua schließt die augen und atmet die angenehme kühle des treppenhauses,
das summen der neonröhren vermischt sich mit dem rauschen ihres blutes und
dem noch immer anhaltendem vibrieren ihrer sinne - stundenlang hatte sie getanzt...
jetzt schlüpft sie aus ihren schuhen und fast kann man ein zischen vernehmen,
als ihre nackten, glühenden füße die kalten bodenfliesen berühren.
mit leisen plitschgeräuschen steigt Tsugua die stufen zu ihrem apartment empor.
gleich wird sie sich auf ihr bett fallen lassen, und sanft versinken...
sie öffnet die wohnungstür, der unveränderte duft frischer wäsche schien zu sagen,
alles in ordnung - manchmal vergaß sie die herdplatte abzuschalten -
alles in ordnung und auf dem teppich im flur : ein zusammengefaltetes blatt papier !
um vier uhr morgens konnte es nicht mit der post gekommen sein. wer schob ihr
des nachts nachrichten unter der tür durch ?
"willst du die andere welt sehen?
komm zu sonnenaufgang an den wilden strand.
dort schüttle deinen namen
und das rosa vieh zeigt dir den genauen ort
Inuj "
na klar wollte sie die andere welt von diesem Inuj sehn !
Inuj ! also nicht Iluj !
Tsugua hatte seinen namen im partylärm nicht richtig verstanden. sie kannten
sich nur vom sehen, an diesem abend aber hatte er sie angesprochen und
mit ihr getanzt, es war richtig geil, wenn sie sich später an der bar ausruhten,
erzählte er komische sachen, oder vielleicht kamen sie ihr nur seltsam vor, weil
sie nicht alles mitbekam, oder weil er sie manchmal so ansah, mit einem ausdruck,
der irgendwie aus einer anderen zeit zu kommen schien, aber es war lustig und
er versuchte auch nicht ihr auf die pelle zurücken. manchmal konnte sie ihn riechen,
wenn er seinen kopf an ihr ohr neigte, um die musik zu übertönen.
dann tanzten sie wieder in der brodelnden menge dampfender körper, der hauptact
hatte selbst das letzte barmädel auf den floor gezogen. ein gedränge und geflunder
die luft dampfend schwül, wie kurz vor einem tropischen gewitter,
extatisches gekreische ...
...alle werden eins...
..." ööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö....
das kurzschlußgeräusch aus den boxen läßt die menge ruckartig gefrieren
sie werden aneinandergepresst und im hundertfachen aufschrei der leute
hat er sie geküßt.
.
.
.
."yeeeeaaaaaaaaah !!!!!!!! " die musik setzt wieder ein und in dieser aufbrechenden
bewegung hatte sich Tsugua lächelnd freigemacht und war durch die menge zum
klo entschwunden. "Oh shiiit! Tsugua, du bist viel zu high um dich zu verlieben !"
als sie zurückkam, war Inuj nicht mehr da.
achselzuckend gesellte sie sich zu ihren freunden, von denen einige sie viel-
sagend grinsend, begrüßten. trotzdem wars noch ein herrlicher abend, obwohl
Inuj nicht mehr aufgetaucht war, oder grad deswegen..!?
Tsugua verwahrte den zettel, nahm eine wasserflasche aus dem kühlschrank und
sprang , jetzt wieder mit schuhen an den füßen, die treppen wieder hinab. hinaus
zur u-bahnstation.
der "wilde strand" ist ein stück ufer am rande des hafens, zugewuchert, mit beton-
trümmern und schrott übersät, dazwischen ab und zu ein fleckchen sand. mit ihren
freunden hingen sie dort oft ab . woher wußte Inuj von diesem platz ?
von der u-bahn aus mußte man nur an dem leerstehendem einkaufzentrum vorbei,
der lagerplatz des selben grenzt mit seinem löchrigen zaun direkt an den "strand"
"schüttle deinem namen und das rosa vieh zeigt dir den genauen ort"
Tsugua begann in gedanken die buchstaben ihres namens zu vertauschen, während
sie ihren blick über das gelände streifen lies. " gustua... taugsu....
SAU GUT !" die alte reklametafel in form eines pfeils mit einem schweinskopf darüber
ragt abgeblättert aus dem gebüsch. Ja, genau! das war es und die spitze des pfeils
zeigt auf einen betontrümmerberg der wie eine kleine klippe ins wasser reicht.
vorsichtig, aber entschlossen, mit immer noch dem gleichen summen im blut, bahnt
sich Tsugua ihren weg durch das gestrüpp. die sonne müßte in wenigen minuten
aufgehen. sie würde die letzten nebelschleier aus der luft lecken und was würde
dann geschen?
oben angekommen, sieht sie ihn sitzen. ein wenig bleich sieht er aus. mit dem
zeigefinger auf den lippen bedeutet er ihr zu schweigen, er greift ihre hand und zieht
sie sanft zu sich herunter. sie sitzen an den beton gelehnt, während ihre beine über
dem wasser baumeln und ihre schultern sich berühren. er schaut sie an und ohne ihre
andere hand loszulassen deutet er auf den horizont, dorthin, wo jeden augenblick die
sonne aufgehen würde.
als der erste strahl über den meeresspiegel linst,
setzt bei Tsugua plötzlich alles aus !
ihr körper verliert seine schwere das rauschen verstärkt sich zu einem brodeln
sie kann sich nicht mehr bewegen
spürt nur noch ihren bauch wie einen tosenden strudel
flimmernde gleissend grelle bilder erzeugen eine welle von übelkeit in ihr
Tsugua kotzt fast erstickend von der klippe, hätte Inuj sie nicht gehalten, wäre sie
glatt ins meer gestürzt, das ihr vorkam, wie ein meer aus teer. sie erinnert sich noch,
dass ihr eine hand mit einem feuchten tempo übers gesicht strich. dann war sie weg...
..........
..... . .
... .
. . .
.. . .
..
.. .
.
.
.
..... ...
.. ... ..
...
. . .
sie erwachte von den wellen ...
es mußte nachmittag sein, sie lag am fuße der klippe im schatten. die wasserflasche
in ihrem arm gebettet. sie richtet sich verspannt auf und trinkt gierig.
von Inuj nichts zu sehen
sie kramt in ihren taschen nach einem kaugummi
dabei fördert sie einen? richtig ! : zettel zutage.
" ne pille weniger
und ein kuss mehr
bringens auch!
lg Inuj "
Tsugua schließt die augen und atmet die angenehme kühle des treppenhauses,
das summen der neonröhren vermischt sich mit dem rauschen ihres blutes und
dem noch immer anhaltendem vibrieren ihrer sinne - stundenlang hatte sie getanzt...
jetzt schlüpft sie aus ihren schuhen und fast kann man ein zischen vernehmen,
als ihre nackten, glühenden füße die kalten bodenfliesen berühren.
mit leisen plitschgeräuschen steigt Tsugua die stufen zu ihrem apartment empor.
gleich wird sie sich auf ihr bett fallen lassen, und sanft versinken...
sie öffnet die wohnungstür, der unveränderte duft frischer wäsche schien zu sagen,
alles in ordnung - manchmal vergaß sie die herdplatte abzuschalten -
alles in ordnung und auf dem teppich im flur : ein zusammengefaltetes blatt papier !
um vier uhr morgens konnte es nicht mit der post gekommen sein. wer schob ihr
des nachts nachrichten unter der tür durch ?
"willst du die andere welt sehen?
komm zu sonnenaufgang an den wilden strand.
dort schüttle deinen namen
und das rosa vieh zeigt dir den genauen ort
Inuj "
na klar wollte sie die andere welt von diesem Inuj sehn !
Inuj ! also nicht Iluj !
Tsugua hatte seinen namen im partylärm nicht richtig verstanden. sie kannten
sich nur vom sehen, an diesem abend aber hatte er sie angesprochen und
mit ihr getanzt, es war richtig geil, wenn sie sich später an der bar ausruhten,
erzählte er komische sachen, oder vielleicht kamen sie ihr nur seltsam vor, weil
sie nicht alles mitbekam, oder weil er sie manchmal so ansah, mit einem ausdruck,
der irgendwie aus einer anderen zeit zu kommen schien, aber es war lustig und
er versuchte auch nicht ihr auf die pelle zurücken. manchmal konnte sie ihn riechen,
wenn er seinen kopf an ihr ohr neigte, um die musik zu übertönen.
dann tanzten sie wieder in der brodelnden menge dampfender körper, der hauptact
hatte selbst das letzte barmädel auf den floor gezogen. ein gedränge und geflunder
die luft dampfend schwül, wie kurz vor einem tropischen gewitter,
extatisches gekreische ...
...alle werden eins...
..." ööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö....
das kurzschlußgeräusch aus den boxen läßt die menge ruckartig gefrieren
sie werden aneinandergepresst und im hundertfachen aufschrei der leute
hat er sie geküßt.
.
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."yeeeeaaaaaaaaah !!!!!!!! " die musik setzt wieder ein und in dieser aufbrechenden
bewegung hatte sich Tsugua lächelnd freigemacht und war durch die menge zum
klo entschwunden. "Oh shiiit! Tsugua, du bist viel zu high um dich zu verlieben !"
als sie zurückkam, war Inuj nicht mehr da.
achselzuckend gesellte sie sich zu ihren freunden, von denen einige sie viel-
sagend grinsend, begrüßten. trotzdem wars noch ein herrlicher abend, obwohl
Inuj nicht mehr aufgetaucht war, oder grad deswegen..!?
Tsugua verwahrte den zettel, nahm eine wasserflasche aus dem kühlschrank und
sprang , jetzt wieder mit schuhen an den füßen, die treppen wieder hinab. hinaus
zur u-bahnstation.
der "wilde strand" ist ein stück ufer am rande des hafens, zugewuchert, mit beton-
trümmern und schrott übersät, dazwischen ab und zu ein fleckchen sand. mit ihren
freunden hingen sie dort oft ab . woher wußte Inuj von diesem platz ?
von der u-bahn aus mußte man nur an dem leerstehendem einkaufzentrum vorbei,
der lagerplatz des selben grenzt mit seinem löchrigen zaun direkt an den "strand"
"schüttle deinem namen und das rosa vieh zeigt dir den genauen ort"
Tsugua begann in gedanken die buchstaben ihres namens zu vertauschen, während
sie ihren blick über das gelände streifen lies. " gustua... taugsu....
SAU GUT !" die alte reklametafel in form eines pfeils mit einem schweinskopf darüber
ragt abgeblättert aus dem gebüsch. Ja, genau! das war es und die spitze des pfeils
zeigt auf einen betontrümmerberg der wie eine kleine klippe ins wasser reicht.
vorsichtig, aber entschlossen, mit immer noch dem gleichen summen im blut, bahnt
sich Tsugua ihren weg durch das gestrüpp. die sonne müßte in wenigen minuten
aufgehen. sie würde die letzten nebelschleier aus der luft lecken und was würde
dann geschen?
oben angekommen, sieht sie ihn sitzen. ein wenig bleich sieht er aus. mit dem
zeigefinger auf den lippen bedeutet er ihr zu schweigen, er greift ihre hand und zieht
sie sanft zu sich herunter. sie sitzen an den beton gelehnt, während ihre beine über
dem wasser baumeln und ihre schultern sich berühren. er schaut sie an und ohne ihre
andere hand loszulassen deutet er auf den horizont, dorthin, wo jeden augenblick die
sonne aufgehen würde.
als der erste strahl über den meeresspiegel linst,
setzt bei Tsugua plötzlich alles aus !
ihr körper verliert seine schwere das rauschen verstärkt sich zu einem brodeln
sie kann sich nicht mehr bewegen
spürt nur noch ihren bauch wie einen tosenden strudel
flimmernde gleissend grelle bilder erzeugen eine welle von übelkeit in ihr
Tsugua kotzt fast erstickend von der klippe, hätte Inuj sie nicht gehalten, wäre sie
glatt ins meer gestürzt, das ihr vorkam, wie ein meer aus teer. sie erinnert sich noch,
dass ihr eine hand mit einem feuchten tempo übers gesicht strich. dann war sie weg...
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sie erwachte von den wellen ...
es mußte nachmittag sein, sie lag am fuße der klippe im schatten. die wasserflasche
in ihrem arm gebettet. sie richtet sich verspannt auf und trinkt gierig.
von Inuj nichts zu sehen
sie kramt in ihren taschen nach einem kaugummi
dabei fördert sie einen? richtig ! : zettel zutage.
" ne pille weniger
und ein kuss mehr
bringens auch!
lg Inuj "
