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Ein Lied über die Hexe von Wittersitt, die 1703 nach einem der letzten Hexenprozesse im Passauer Raum verbrannt worden ist.
Hex von Wittersitt
A gstammigs Madl, des steht bei de Kiah im Stoi,
der Eimer Milli in da Hand is hoiwat voi.
Ihr Blick, der suacht und suacht in jeda finstan Eckn,
Und staad sogts: Deife, brauchst de ned vosteckn.
Seit Wochn san de Viecha krank und gem nix her.
Und Schuid is, Schuid is oiwei irgendwer.
Dees Hiatamadl hod dees gsegn und bhoit se's ned,
ja, dass im Stoi de Afra mitm Deife red.
-------------
Soiz und Wochs und Pech und dirrde Bleame,
Bluatstoa, Maulwurfsheidl, Goan und Reame
Da Doife losst de Seinen ned gern renna,
doch HEIT werdns d'Hex von Wittersitt vabrenna.
-------------
Da Casper schaut auf dHeh und sPfeiffal foit eahm owe.
A Weiwal reit durch dLuft af oana hölzern Gowe.
So schnej wias do war is voschwundn af amoi,
is eigfoahn durch des Fenster von seinm oidn Stoi.
Dees Viech röhrt laut und dann is plötzle wieda staad,
den Casper hods voa Schrocka in sei Haus ei draht.
Es woa de Afra und eahm is af oamoi kloa,
daas des koa andre ois vom Frueth de Dienstmagd woa.
---- Soiz und Wochs ...
Musikanten in da Nocht zum erstn Mai,
und fremde Mannspersonen, de san mit dabei.
Behm und Gsindl ausm Land hods einadruckt
und d'Afra draht se wia von dera Wejt entruckt.
Koa Mannsbuid losst de Augn von ihre rotn Hoa,
und d'Weia duschln : De hod heit bestimmt wos voa.
Um Mittanocht is dann wia wuid in dNocht eigrennt.
Gegn dFriah zua san da Stoi und Stoll dann niedabrennt.
---- Soiz und Wochs ...
Übersetzung:
Ein gut gewachsenes Mädchen steht bei den Kühen im Stall,
der Eimer mit Milch in ihrer Hand ist halb voll.
Ihr Blick sucht in jeder finsteren Ecke.
Und leise sagt sie: Teufel, du brauchst dich nicht zu verstecken.
Seit Wochen sind die Tiere krank und geben nichts her,
und Schuld ist immer irgendwer.
Das Hütemädchen hat alles gehört und behält es nicht für sich,
dass die Afra im Stall mit dem Teufel redet.
----
Salz und Wachs und Pech und getrocknete Blumen,
Blutstein, Maulwurfshäutel, Garn und Riemen -
der Teufel lässt die Seinen nicht gern rennen,
doch heute werden sie die Hexe von Wittersitt verbrennen.
----
Der Casper schaut hoch und lässt seine Pfeife fallen.
Ein Weib reitet durch die Luft auf eine hölzernen Gabel.
So schnell wie sie da war, ist sie auch wieder verschwunden,
hineingefahren durch das Fenster seines alten Stalls.
Das Vieh röhrt laut, dann is es plötzlich wieder still,
Den Casper hat es vor Schreck in sein Haus hineingedreht.
Es war die Afra und ihm ist auf einmal klar,
dass dies keine andere als vom Fruth(bauern) die Dienstmagd war.
----
Salz und Wachs ...
----
Musikanten in der Nacht zum ersten Mai,
fremde Männer waren mit dabei.
Böhmen und Gesindel aus dem Umland hat "hereingedrückt",
und die Afra dreht sich wie von dieser Welt entrückt.
Kein Mannsbild lässt die Augen von ihren roten Haaren
und die Frauen tuscheln: Die hat heute bestimmt noch etwas vor.
Um Mitternacht ist sie dann wie wild in die Nacht hineingerannt
und gegen dem Morgen sind Stall und Stadel abgebrannt ...
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Salz und Wachs ...
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A gstammigs Madl, des steht bei de Kiah im Stoi,
der Eimer Milli in da Hand is hoiwat voi.
Ihr Blick, der suacht und suacht in jeda finstan Eckn,
Und staad sogts: Deife, brauchst de ned vosteckn.
Seit Wochn san de Viecha krank und gem nix her.
Und Schuid is, Schuid is oiwei irgendwer.
Dees Hiatamadl hod dees gsegn und bhoit se's ned,
ja, dass im Stoi de Afra mitm Deife red.
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Soiz und Wochs und Pech und dirrde Bleame,
Bluatstoa, Maulwurfsheidl, Goan und Reame
Da Doife losst de Seinen ned gern renna,
doch HEIT werdns d'Hex von Wittersitt vabrenna.
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Da Casper schaut auf dHeh und sPfeiffal foit eahm owe.
A Weiwal reit durch dLuft af oana hölzern Gowe.
So schnej wias do war is voschwundn af amoi,
is eigfoahn durch des Fenster von seinm oidn Stoi.
Dees Viech röhrt laut und dann is plötzle wieda staad,
den Casper hods voa Schrocka in sei Haus ei draht.
Es woa de Afra und eahm is af oamoi kloa,
daas des koa andre ois vom Frueth de Dienstmagd woa.
---- Soiz und Wochs ...
Musikanten in da Nocht zum erstn Mai,
und fremde Mannspersonen, de san mit dabei.
Behm und Gsindl ausm Land hods einadruckt
und d'Afra draht se wia von dera Wejt entruckt.
Koa Mannsbuid losst de Augn von ihre rotn Hoa,
und d'Weia duschln : De hod heit bestimmt wos voa.
Um Mittanocht is dann wia wuid in dNocht eigrennt.
Gegn dFriah zua san da Stoi und Stoll dann niedabrennt.
---- Soiz und Wochs ...
Übersetzung:
Ein gut gewachsenes Mädchen steht bei den Kühen im Stall,
der Eimer mit Milch in ihrer Hand ist halb voll.
Ihr Blick sucht in jeder finsteren Ecke.
Und leise sagt sie: Teufel, du brauchst dich nicht zu verstecken.
Seit Wochen sind die Tiere krank und geben nichts her,
und Schuld ist immer irgendwer.
Das Hütemädchen hat alles gehört und behält es nicht für sich,
dass die Afra im Stall mit dem Teufel redet.
----
Salz und Wachs und Pech und getrocknete Blumen,
Blutstein, Maulwurfshäutel, Garn und Riemen -
der Teufel lässt die Seinen nicht gern rennen,
doch heute werden sie die Hexe von Wittersitt verbrennen.
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Der Casper schaut hoch und lässt seine Pfeife fallen.
Ein Weib reitet durch die Luft auf eine hölzernen Gabel.
So schnell wie sie da war, ist sie auch wieder verschwunden,
hineingefahren durch das Fenster seines alten Stalls.
Das Vieh röhrt laut, dann is es plötzlich wieder still,
Den Casper hat es vor Schreck in sein Haus hineingedreht.
Es war die Afra und ihm ist auf einmal klar,
dass dies keine andere als vom Fruth(bauern) die Dienstmagd war.
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Salz und Wachs ...
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Musikanten in der Nacht zum ersten Mai,
fremde Männer waren mit dabei.
Böhmen und Gesindel aus dem Umland hat "hereingedrückt",
und die Afra dreht sich wie von dieser Welt entrückt.
Kein Mannsbild lässt die Augen von ihren roten Haaren
und die Frauen tuscheln: Die hat heute bestimmt noch etwas vor.
Um Mitternacht ist sie dann wie wild in die Nacht hineingerannt
und gegen dem Morgen sind Stall und Stadel abgebrannt ...
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Salz und Wachs ...
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