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robert keiner

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Blog

robert keiner am 18.01.09 um 20:08

Zeit

Wenn ich die Augen zumache, kann ich in der Zeit reisen. Ich kann dann als 6jähriges Kind Schlitten fahren oder mit meinem Opa Gewitter anschauen, oder ich bin als 13jähriger im Konfirmandenunterricht. Da habe ich dann Probleme, in der Unterrichtspause durch einen mittelgroßen Raum unfallfrei von einer Tür zur anderen zu gelangen, weil dort ein Mädchen ist, in das ich mich verliebt habe. Und jedes Mal fragt mich ein Junge nach dem LuckyLukeHeft, das er mir geliehen hat, und jedes Mal habe ich eine andere Entschuldigung. Ich wollte ihn eigentlich nur ein bisschen ärgern, es war so eine Art Spielchen, aber das LuckyLukeHeft liegt jetzt immer noch irgendwo im Haus meiner Eltern. Ich habe schon spaßeshalber mal dran gedacht, das Heft 20 Jahre später zurückzugeben, wie er dann gucken würde. In der Tat empfinde ich vieles aber so, als wenn es gestern gewesen wäre, und durch einfaches Augenschließen bin ich wieder mitten in der Situation drin. Ich könnte mir vorstellen, morgen einfach wieder Schlitten fahren zu gehen mit Achtjährigen statt zur Arbeit und das ganz ohne das Alibi, dass das ja meine eigenen Kinder sind, oder auch zum Konfirmationsunterricht, zu den Großeltern, in die Vorlesung, in die TechnoDisse oder was auch immer. Natürlich hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen, aber eigentlich habe ich das Gefühl, dass ich im Prinzip derselbe bin wie vor 20 Jahren, nur von außen werden an mich andere Erwartungen herangetragen. Seltsam, wie Zeit und Alter unser Leben strukturieren. Mit diesem kleinen Beitrag möchte ich zu einem Protest gegen den allzustarken Einfluss von Zeit in unserem Leben protestieren. :-)

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