Blog
Parser Rhy am 02.06.25 um 16:23Der Metal-Konzerte-Kurzkritik-Blog / Band: Deep Sun (Folge 26)
Achtung: Dieser Beitrag beruht auf subjektiver Sichtweise, Vorlieben und VorurteilenDeep Sun and support
Location: Das Rind, Rüsselsheim 30.05.2025
The Pros and Cons of Hitch Hiking
Seit Corona gibt es einen Trend, mehrere „Supportgruppen“ auf die Bühne zu schicken, bevor der Headliner – unter dessen Namen das Konzert verkauft wird – überhaupt auftritt.
Pros:
• Du bekommst für dein Geld anstelle einer gleich mehrere Bands zu hören
• Die Chance für unbekannte Bands mal vor einem größeren Publikum zu spielen und Erfahrungen auszutauschen
• Du kannst dir Bands anhören, die du noch nicht mal vom Namen her kennst und für die du nie auf ein Konzert gehen würdest
Cons:
• Metalheads sind tolerant, aber wenn ich Dead-Metal hören will und mir zuvor Glam Rock anhören muss passt was nicht
• Je mehr Bands, je mehr Umbaupausen und Soundchecks, bevor dann endlich die Band auftritt, für die man eigentlich gekommen ist
• 23 Uhr ist meist das Zweitlimit für ein Konzert. Je mehr Bands auftreten, desto weniger Zeit bleibt für den Headliner und nach hinten heraus keine Chance noch etwas zu reißen
Doch nun zu Deep Sun, Obsidion aus Wiesbaden und Postmodern Fantasy direkt aus Rüsselsheim. Hier machen die beiden Supportgruppen Sinn, da beide lokale Bands sind und auch Symphonic Metal spielen.
Obsidion
Eigentlich eine interessante Instrumentalisierung mit Cello und einer elektrischen Geige.
Allerdings mag ich die Snare nicht besonders und eine schlecht gestimmte Snare kann ich schon mal gar nicht leiden.
Ich selbst bin der schlechteste Sänger im Angesicht des Herrn und singe noch nicht mal in der Kirche, denn der Gekreuzigte würde anfangen zu weinen. Aber okay, die Band ist noch sehr jung und hat noch einiges vor sich.
Postmodern Fantasy
Schlimmer Name, aber Achtung, davon sollte man sich nicht täuschen lassen, auch nicht von den großen, wie bei Discokugel mit Spiegel besetzten Hasenköpfen, mit der die Band auf die Bühne kam. Schon deutlich professioneller und mit einem Plan, was sie machen und wo sie hinwollen. Dazu eine interessante Bassistin und nicht nur ihretwegen werde ich die Band mal im Auge behalten.
Deep Sun
Der Headliner aus der Schweiz, die ich 2023 schon einmal in Pratteln bei den Z7 Summer Nights Open Air gehört habe, damals als Support von Tarja.
Mit Debora Lavagnolo als Frontfrau eine ausgebildete Sopranistin. Das ist nicht jedermanns Sache, aber gelernt ist gelernt, also technisch perfekt und jeder Ton ein Treffer. Insgesamt hat sich Band weiterentwickelt, ist in ihrem Sound variabler und ein bisschen Keyboard lastiger geworden, ohne ihre guten und einprägsamen Melodiefolgen zu vernachlässigen.
Das Rind
Kapazität ca. 300 Stehplätze; ein interessanter Veranstaltungsraum mit guter Ton- und Lichttechnik = empfehlenswert


