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Parser Rhy am 14.09.24 um 15:45Der Metal-Konzerte-Kurzkritik-Blog / Location: Wacken 2024 (Folge 17)
Achtung: Dieser Beitrag beruht auf subjektiver Sichtweise, Vorlieben und VorurteilenLocation: Wacken 2024
54° 1′ N, 9° 23′ O
Was war gut, was war schlecht?
Sehr gut war die Anreise: das neue Konzept mit den 3 Anfahrtswegen hat hervorragend funktioniert. In Verbindung mit dem kostenlosen Access-Pass (berechtigt auf einen der Camping-Grounds zu fahren) musste man sich vorab für einen von 3 möglichen Anfahrtswege entscheiden, ohne zu wissen wie der Streckenverlauf sein wird. Jedem Weg war ein Symbol zugeordnet, das die Autobahnausfahrt und die großzügigen Wege durch die Wiesen und Felder Schleswig-Holsteins markierte. Dadurch gab es keinen Rückstau auf der Autobahn und die letzten Meter der Anreise waren sehr entspannt und so problemlos wie noch nie.
Gut auch das Konzept für das nächste Jahr, den Accesspass kostenpflichtig zu machen (33 € pro Fahrzeug, Anzahl der Insassen egal) um die Anreise mit dem ÖPNV attraktiver und mit dem eigenen Fahrzeug uninteressanter zu machen. Dazu wird ein regelmäßiger Bus-Pendelverkehr von Itzehoe (Bahnhof) zum Festivalgelände einrichtet und selbst am Flughafen Hamburg gibt es Scouts, die den Metalheads den Weg zu Bus und Bahn weisen.
Die zunehmende Anzahl von immer größer und schwerer werden Fahrzeugen und Wohnmobilen stellt die Veranstalter vor richtige Probleme, weil der Platz für die Camping-Grounds, die sich inzwischen von Wacken bis zu allen umliegenden Dörfern hinziehen, einfach nicht mehr ausreicht. Um die erweiterten Campings-Areas jenseits der Landstraße erreichbar zu machen, wird dort schon seit 2 Jahren eine mobile Fußgängerbrücke installiert, die das Überqueren der Straße gefahrlos bei Tag und Nacht möglich macht.
Gut war wie immer die Stimmung der Fans – natürlich. Das ist etwas, was Wacken auch und ganz ins besonders ausmacht. 85.000 friedliche, entspannte und feiernde Metalheads eine Woche lang auf einer Wiese im Nirgendwo das ist schon ziemlich sensationell.
Apropos 85.000 … glaub ich nicht. Okay, bisher war ich jedes Jahr der Meinung, dass es voller war als die Jahre zuvor. Aber diesmal war es wirklich voll: von vorne bis hinten, von links bis rechts. Wo früher noch an den Ecken ein Rest Wiese zu sehen war jetzt nur noch Menschen, soweit das Auge reicht. Mehr gibt das Gelände vor den Bühnen einfach nicht mehr her – Full House.
Was war schlecht? Für meinen Geschmack das Line-Up. Metalfans sind tolerant und offen für alles, wirklich! Und Metal ist eigentlich mit allem kombinierbar. Aber ob Bülent Ceylan mit Gastauftritt Peter Maffay (Headliner!), Sweet, Suzi Quattro (die noch die Beste von allen war) und auch die Scorpions auf ein Metalfestival gehören … ich weiß nicht. Am Rock am Ring oder auf der Loreley wären sie deutlich besser aufgehoben und in meinen Augen muss der Veranstalter aufpassen die Marke Wacken – und die steht für Metal - nicht zu verwässern.
Okay, das Publikum wird älter, aber ob Oldies auf den Bühnen ein Konzept zur Nachwuchsförderung sind?
Grandios: wieder einmal die Announcement Show mit der Ankündigung der ersten 35 Bands für das Jahr 2025. Waren es im letzten Jahr 400 Drohen, die Bilder und Schriftzüge in den Himmel gezaubert haben, waren es dieses Jahr doppelt so viele, mindestens. Das UFO über den Köpfen war gigantisch, wenn man bedenkt, dass alleine die Bühnen 25 Meter hoch sind. Whooaaah!!!
Video: Wacken Open Air 2025 Announcement Show:
See you in Wacken, rain or shine!
Nächte Folge:
Gene Simmons Band


