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Um zu erfahren, mit wem man es zu tun hat, ist es manchmal sinnvoll, etwas über seine Geschichte zu erfahren, oder in diesem Kontext: etwas über seine musikalische Entwicklung.
Welche in meinem Fall mit musikalischer Früherziehung ihren unspektakulären - und darüber hinaus gut-bürgerlichen - Beginn nimmt, bei welcher ich offenbar weder sonderlich positiv noch negativ auffiel - mitnichten lesen wir hier also die Aufzeichnungen eines Genies, das mit vier Jahren seine erste Sinfonie schrieb, vielmehr die von einem, der daraufhin im Blockflöten- ebenso wie im Klavierunterricht in erster Linie durch Faulheit und Desinteresse glänzte.
Nun gut - Blockflöte ist sicherlich nicht das Instrument der Wahl, aber für die langen Jahre, die ich Klavierunterricht hatte, beherrsche ich dieses Instrument ziemlich schlecht.
Trotzdem hatte diese Zeit ihr gutes, denn langsam bildete sich (zum Leidwesen meiner Eltern) mein Faible für Improvisationen aus, ebenfalls aus einer bestimmten Bequemlichkeit heraus, denn während alle anderen für das regelmäßig an der Musikschule stattfindenden Matinees irgendwelche komplizierten Stücke einstudierten, spielte ich teilimprovisierte Eigenkompositionen mit möglichst blumigen Titeln wie "The Day after", was manchmal zu einer gänzlich unverständlichen Begeisterung des Auditoriums führte.

Tatsächlich habe ich später einige wenige Klavierstücke aufgeschrieben, aber das war mir immer zu viel Arbeit - und außerdem für die Umwelt gänzlich unbeeindruckend...
Viel interessanter war da der C64, den mein Vater aus irgendeinem Grund, den ich bis heute nicht kenne, 1987 kaufte. Aus mir, dem normalen Kind, wurde daraufhin ein Computerfreak. Recht schnell lernte ich, mit diesem Gerät umzugehen, Basic und Assembler und eben auch den Umgang mit dem SID, dem berühmten SoundChip des C64, dessen Spuren man bis heute in elektronischer Musik findet.
Mit Chris Hülsbeck's Soundmonitor, einem maschinennahen Tracker, begann für mich die Musikprogrammierung. Die Anwendung von LFOs, Filtern und Ringmodulation, die Entwicklung neuer Sounds aus einfachen Wellenformen (auf einfachem Niveau), Dinge, für die man sonst einen unerschwinglichen Synthesizer gebraucht hätte, all das faszinierte mich jahrelang und zwischen 1989 und 1992 entstanden vielleicht 40 Songs und unzählige Fragmente, die nie so weit entwickelt wurden. Natürlich testete ich auch die Kombination mit realen Instrumenten, C64 mit Klavier und Gesang, live im Treppenhaus meiner Eltern aufgenommen, mit Texten aus Tod und Blut, ein rauschendes Desaster.

1992 begann eine neue Ära. Mit meinem guten Freund Marc gründete ich meine erste richtige Band (nach einer kurzen Episode der Band ReRo, die es nie über ein paar Kompositionen und das Cover für die erste Platte gebracht hatte), die &quot;<a href="http://www.mad-music-monsters.de">Mad Music Monsters</a>&quot;. Ein Zwei-Mann-Projekt, das sich der kompletten Technik unseres Gymnasiums bediente, die unter anderem einen SoundCanvas88 (Expander), einen Atari mit dem Sequenzer-Programm Notator, ein E-Piano sowie Bass und E-Gitarre besaß. Die Möglichkeiten, die sich uns hier plötzlich ergaben, waren immens und erst unüberschaubar, was in extrem komplexen, langen Songs mit zig Teilen mündete - vielleicht auch, weil damals unsere großen Vorbilder die frühen Genesis waren.
Mit wachsender Erfahrung wurde das, was wir machten, immer mehr Pop-Musik. Berge von Equipment schleppten wir in das Haus meiner Eltern, um die Sauna als Aufnahmeraum zu missbrauchen. Akustikgitarren wurden doppelt durch ein Billigmischpult gejagt, um eine ordentliche Verzerrung zu erreichen. Singen wollten wir beide und taten es auch (in ein einziges Mikrofon), wobei wir beide schlecht waren und ich der schlechtere. Doch wir wurden besser und als die Musik schließlich anhörbar war, machten wir 1994 Abitur und gingen auseinander, womit mein erstes wirkliches Nicht-Solo-Projekt endete.
Erst sechs Jahre später fragte mich der Alu, ob ich in einer Britpop-Band mitmachen wollte, und so entstand <a href="http://philz.myownmusic.de">Philz</a>, aber das ist eine andere Geschichte.
In der Zwischenzeit hatte ich auf den PC umgesattelt, aber die Entwicklung ging langsam, denn Geld für Synthesizer hatte ich nicht, die Midi-Fähigkeiten von Soundkarten waren nicht überragend und Hard-Disk-Recording war ein Wunschtraum. Dies hat sich mit der rasant voranschreitenden mikroelektronischen Evolution geändert und auch wenn meine Ausstattung immer noch nicht toll ist, erfüllt sie doch ihren Zweck.
Von einem Heimstudio bin ich immer noch Äonen entfernt, um ein wenig was aufzunehmen oder zu mischen, reicht es aber.

Was ich heute kann, ist: Singen, aber schief, Gitarre spielen, solange es ganz einfach ist, Klavier spielen, solange es noch einigermaßen einfach ist.
Ich kann mit Cubase umgehen und weiß zur Not, was ein Compressor oder Limiter oder Gate oder was weiß ich bewirkt und wo man ihn einsetzt.


Album: Pop

Pop

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Album: Experimentalmusik

Experimentalmusik

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Dies hier mag Hörgewohnheiten widersprechen.
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01.
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