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stampeed
Mai 2010
stampeed
Text-Bewertung  
Also wie ja eigentlich immer bei Dir, ist auch diese Nummer sehr eigenwillig und hat auf ihre Art etwas "Besonderes". Dabei gliedert sich der Song in zwei Teile: Den voellig synthetischen Keyboard-Anfang (bis 0:45) und das vielleicht etwas mittelalterlich klingende Gedicht mit klassischem Gesang, das den Rest des Tracks ausfuellt und dabei klar das Hauptmotiv darstellt.

Was Du dem Hoerer mit dieser elektronischen Einleitung mitteilen moechtest, erschliesst sich mir leider nicht. Passt von der Art und Stimmung her kein Stueck zu dem Rest. Passt auch nicht zu der Stimmung des folgenden Texts. Und auch wenn man den Teil nur fuer sich alleine betrachtet, laesst er jede Faszination vermissen. Koennte in der Art aus einem Computerspiel rauskopiert sein, hat weder eine beeindruckende Melodie noch ein packendes Motiv und es ist noch nicht mal besonders gut eingespielt (Pallazzo wies bereits auf die Timing-Schwaechen hin). Mit einem Satz: Du tust dem Song mit diesem Teil keinen grossen Gefallen.

Der Hauptteil hingegen ist sehr stimmungsvoll. Das Gedicht ist superschoen (ist das eigentlich von Dir oder hast Du den Text lediglich fuer Deinen Song uebernommen?). Besonders das Ende hat es mir angetan. Und vorgetragen ist das ganze ebenfalls sehr interessant. Ist zwar normalerweise nicht unbedingt meine Art Musik, aber es beeindruckt mich dennoch sehr und wenn Du selbst mich damit packen kannst, musst Du verdammt noch mal was richtig gemacht haben ... ;-) Ich persoenlich haette einen etwas "natuerlicheren" Hintergrund zwar mehr gemocht, z.B. einfache Klavierbegleitung (da ich mich mit klassischer Musik wenig auskenne, nenne ich jetzt einfach mal den Erlkoenig von Schubert als Beispiel, und zaubere Dir damit bestimmt ein Lachen auf's Gesicht), weil das die nachdenkliche Thematik der Lyrics aus meiner Sicht noch mehr unterstuetzt haette. Die Begleitung ist allerdings so dezent, dass mich das auch nicht uebermaessig stoert. Stoeren tut mich allerdings, dass der Song nach diesem wunderschoenen Gedichtende (!), waehrend der geneigte Zuhoerer gerade Traenen in den Augen hat (Else Kling wuerde sagen: "Ach, wie schee") noch mit diesem fuerchterlichen Geklimper ab 4:38 aufhoert, das von der Atmosphaere einfach null komma null zu dem sonstigen Kontext passt.

Fazit: Eine saugeile Nummer, toll gemacht und grandios gesungen leider eingefasst in einen bescheuerten Anfang und ein bescheuertes Ende.

Vielleicht produzierst Du mir ja mal eine persoenliche Stampeed-Version, die nur den Mittelteil mit dem schoenen Gedicht enthaelt und so klingt wie der Erlkoenig ... ;-)))

Gruss,

MAX
(stampeed/guitar)
Palazzo
April 2010
Palazzo  (Ehemaliger MOM-Reviewer)
Text-Bewertung  
Das Teil klingt sehr merkwürdig mit dem klar gesampleten Rhythmus-Teppich. Dazu die nicht ganz timing-festen Keyboard-Noten machen das ganze erst mal schwer zu ertragen. Der dann einsetzende Minnegesang ist recht solide, aber alles in allem etwas spartanisch und LoFi. Sowas schüttelt der ein oder andere sicherlich besoffen in wenigen Momenten aus dem Ärmel, der andere hingegen empfindet das als große Kunst.

Mich persönlich kann das Werk nicht zum zweiten Mal hören motivieren, aber das ist auch nur meine Meinung. ;)
VerKlang
September 2024
VerKlang
Text-Bewertung  
Lockerleicht „verspätet“ um 15 Jahre, zufällig angetippt und reingefunden. Johann Nepomuk..., 18..., das Wort „Pfühl“ – das nimmt ein und gibt. Mein Deklamieren, Rezitieren... hast du mir mal bewusst gemacht, indem du es so benamst hast. Hat mich bestärkt und hier find' ich dein vielfach kunstvolleres. Jetzt zum 90sten L. Cohens ist mir auch dessen Einfluss wieder sehr hörbar geworden. „Aufgeladenes“ Sprechen, seins kam aus der Synagoge, meins eher von der evangelischen Kanzel und manchem „Ruf“ von Dylan, Blues und auch instrumentalen Jazz-Solos. Kann alles schwer missbraucht werden, aber so ein Johann Nepomuk Vogl macht dann in seiner relativen Altertümlichkeit doch wieder Mut zur Mühe gegenwärtiger „Wörtlichkeit“. Dank für die Erinnerung!
Cacaomassacre
Mai 2010
Cacaomassacre
Text-Bewertung  
Dieses Lied und insbesondere der verwendete Text haben mich irgendwie berührt, auch wenn das mit Minnesang, wie oben beschrieben, natürlich nichts zu tun hat. Durch den speziellen Rhythmus wirkt das ganze auf mich organischer, gefühlvoller als es vielleicht ein üblicher Beat leisten würde. Schön!
Ein Gruß
mark bloom
April 2010
mark bloom
Text-Bewertung  
schade, dass die slideguit.vom anfang keine grössere rolle bekam in diesem dramatical.
hermann, wie er (musikalisch) leibt und lebt und den raconteur dieser zentralfriedhofstragödie perfekt darstellt.
bin ja eher freund moderner literatur und songtexte.
aber : drama pur. in wort und ton.
und die slide muss nicht. passt so.
Unerbittlich Eigen
März 2010
Unerbittlich Eigen
Text-Bewertung  
Schön, sehr schön umgesetzt der Text,
im Arrangement will mir das Intro nicht behagen, es steht so
für sich...das Ende sehr fein und ich frage mich, ob nicht zuweilen zwischen den Strophen dieser Donnerklopfteil durchaus ein Spannungsmittel sein könne, es geht doch ums Grab....

Mich erfreut immer wieder die Auswahl Deiner Text - hier mal das Biedermeier-Textgut, ganz ohne Idyll.

lg
Ralf
Gizheela
März 2010
Gizheela
Text-Bewertung  
sehr schönes thema, und meisterlich umgesetzt. das klopfen ist klasse, macht auch einen tollen groove. und viele verspielte einfallsreiche sound details übers ganze stück. wundervoll gesungen, und ja, die seele wird sich nicht in einem kleinen erdloch für immer aufhalten wollen, glaub ich auch nicht :-))
das OPTINOPTIKUM
Februar 2010
das OPTINOPTIKUM
Text-Bewertung  
Witzige Musik mit Grenzenlosen Humor, fein abgestimmt zur Textlyrik wirkt die Komposition wie die Untermalung zu einem Theaterwerk. Gelungen !!!
gil
Februar 2010
gil
Text-Bewertung  
dieses klopfen verursacht gänsehaut wie bei Poe. das hätt ich wahrscheinlich übertriebener eingesetzt.
wieder meisterlich gesungen, und mit einem thema, das fragen über den tod aufwirft. ist die seele zu lebzeiten so gross, am ende ist es ein kleines loch zwischen steinen und das wars, glaub ich.
jedenfalls wieder ein leibhafiger Hermann in herausragender qualität.
Art Lip
Februar 2010
Art Lip
Text-Bewertung  
Der Moritatensänger statt an der Drehorgel mit zeitgemäßen Mitteln.
Obwohl Du ja hier mächtigst gebastelt hast, kommen mir die Sprachpakete zu oft hintereinander - ein abschweifender oder verstärkender, jedenfalls andersartiger B-Teil nach der ersten Wiederholung des A-Teils hätte mir hier besser gefallen.
Andeutungen davon finden sich im Schlußteil :)
schlempinskys world
Februar 2010
schlempinskys world
Text-Bewertung  
Eine sehr interessante Mischung!
Die findet man bei dir ja eigentlich fast immer!
Ein Gedicht aus der Romantik mit melancholischem Inhalt im Mix mit stellenweise fast brachialen Klängen der modernen Zeit!

Für meine Ohren zunächst gewöhnungsbedürftig,
aber dann....,
es hat was......
.... und,
ich mag es doch!

Eine künstlerische Verknüpfung und Verbindung von Generationen!
Leider gelingt uns das heute,
in unserem wahren Zusammenleben der Menschen,
nur zu selten!!!