Style:
Deutschrock
Veröffentlichung:
24.07.2011
Bewertung:
4.42 (20 Bewertungen)
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Beschreibung:
Text & Musik: Wini Walter & Uli Oberthür

Tja, Leute: Wo zum Teufel liegt Großgründlach? Das ist ein ländlich angehauchter Ortsteil von Nürnberg. Eigentlich geht um meinen Sohn, aber "Der Junge aus Stein" hätte melodisch nicht gepasst mangels Silben im Ortsnamen. Worum gehts? Um die Illusion, daß das wahre tolle Leben immer nur in irgendwelchen Metropolen zu finden wäre. Um das Gegenüberstellen von oberflächlicher Glitzerkultur und gewachsnene Freunschaften, Treue und Loyalität etc.

Die Idee hatte ich schon lange im Kopf, geschrieben haben wir es nach ein paar Bier sehr spät am Abend - so lange, bis die Nachbarn entnervt gegen die Wand geklopft haben :-)

Als ich die fertige Aufnahme an Uli gemailt habe, meinte er nur "Echt großes Kino!"
Stimmung:
kraftvoll, hypnotisch, nachdenklich
Produktion:
langsam (< 100 BpM), Mixed, mit männlichem Gesang
Klingt wie:
bruce springsteen, john mellencamp, jackson browne, tom petty
Songtext:
Der Junge aus Großgründlach

Der Junge aus Großgründlach
Träumte von der großen weiten Welt
Von nem blonden Supermodel
Nem schnellen Auto und nem dicken Batzen Geld
Auf der Kirchweih gabs nur Blasmusik und die war nix für ihn
Zum Schafkopf ging er auch nicht gern und das hat ihm sein Vater nie verziehn
Also fuhr er eines Tages nach Berlin

Der Junge aus Großgründlach
War nun endlich in ner richtig großen Stadt
Wo immer Samstag Nacht ist
Und jeder ein großes Ding am Laufen hat
Die Mädels sagen hier schnell Ja und zum Frühstück gibt’s nen Joint
Die Musik ist laut, der Beat ist hart, er hatte ja bisher so viel versäumt
Und jeder sagt sofort er ist Dein Freund

Doch zu viele Mädels sind zu schnell am ihm vorbeigezogen
Er hatte sich die Liebe ganz anders vorgestellt
Zu viele sogenannte Freunde ham ihn nur belogen
Für die Freundschaft der Vampire zahlst Du hier mit Sex oder mit Geld

Der Junge aus Großgründlach
Erinnert sich an seine kleine Welt
Wo die Wahrheit manchmal weh tut
Aber jeder wirklich noch zu jedem hält
Wo die Nachbarn sich noch grüßen, weil das immer schon so war
Wo Schwarz und Weiss kein Grau ergibt, was er bisher immer übersah
Und es wird ihm kurz vor Sonnenaufgang klar

In dieser Welt aus Lüge und Fassade hat er nix verloren
Also packt er seine Sachen, doch für’n Ticket fehlt das Geld
Die Glocke von Laurentius klingt von fern in seinen Ohren
Und so steht er an der Autobahn, bis endlich einer für ihn hält

Am Ortsschild von Großgründlach
Bleibt er noch’n Augenblick lang stehn
Er holt noch mal tief Luft und fragt sich
Soll er hier nun wirklich weitergehn?
Doch dann sieht er einen Agria mit nem alten Kumpel drauf
Sie schauen sich an, die Zeit steht still – hier ist er willkommen
Und auf einmal bricht es aus ihm raus
Hier bin ich zu Haus!

Gib mir das Rote Kreuz und die SFG, gib mir Himmelthron
Behaltet Eure Glitzerclubs, unser Sportheim langt mir schon
Zwischen Boxdorf und Tennenlohe, da liegt mein Revier
Alles zwischen Autobahn und der B4