Chillout  Magazin

Immer ein Lied auf den Lippen

Interview mit andre.g

andre.g, der mit bürgerlichem Namen Andreas (Georg) Ober heißt, ist uns bei MyOwnMusic im Bereich Chillout, Soundtracks und Modern Classics schon mehrfach durch seine hervorragenden akustischen Beiträge aufgefallen. So ist es ihm mit seinen Kompositionen verdientermaßen gelungen, schon 6 Empfehlungen der Redaktion zu ergattern. Bei lediglich 15 hochgeladenen Songs ist das sicherlich eine außergewöhnliche Quote. Aus diesem Grund wollten wir mehr über Andreas erfahren und bedanken uns herzlich für seine Bereitschaft zu einem Interview.

Andreas, was inspiriert Dich, Musik zu machen, woher kommen Deine Ideen und welche Instrumente spielst Du?

Was mich inspiriert? Die hellen und dunklen Seiten des Alltags, die augenscheinlichen und die unscheinbaren, die großen wichtigen und die kleinen scheinbar nichtigen Dinge und das was durch sie hindurch klingt. Ich glaube, dass es keinen Ort, kein Ding, keine Erfahrung ohne Musik gibt.

Woher kommen meine Ideen: Es gibt keinen Weg im Allgemeinen. Der Beginn ist meist, die Gitarre zur Hand zu nehmen. Und manchmal höre ich dann etwas „durch die Gitarre hindurch“, was ich sonst nicht wahrgenommen, übersehen oder überhört hätte. Das versuche ich dann mehr oder weniger erfolgreich in meinem Spiel zu übersetzen. Das ist der am ehesten begangene Weg. Es gibt aber auch den, dass ich das Gefühl habe, irgendetwas mit mir herumzutragen, das „raus“ will, aber (noch) keine Worte hat, was sich dann entfaltet im Spiel. Es beginnt manchmal mit einer Melodie, die mich irgendwohin führt, manchmal mit einer Akkordfolge, der ich dann folge.

Meine Gitarren sind zurzeit: Dean Soltero SL, James Tyler Variax (P90), You Rock-Midi-Guitar, Epiphone Masterbilt DR 500 ME mit Shadow Nanomag und Nanoflex PU, eine vollmassive No-Name Koa-Gitarre mit L.R.Baggs I-Beam PU sowie eine Breedlove C25 Pro mit L.R.Baggs Element PU.

Was hat dich in deinem musikalischen Werdegang am meisten beeinflusst?

Vermutlich der Gesang und das Pfeifen meines Vaters. Gleich welche Höhen oder Tiefen er durchlebt, er hat immer ein Lied auf den Lippen. Er hat mir dadurch vermutlich gezeigt, dass das Leben einen manchmal kaum vernehmbaren „Soundtrack“ hat, der alle Ereignisse des Lebens begleitet. Man muss „nur“ genau hinhören.

Warum brauchst Du Musik?

Warum brauch ich Luft zum Atmen?

Musik ist für mich ein Lebenselixier, durch sie erwacht, was ansonsten das Leben verschlafen würde. Sie lässt mich wacher, aufmerksamer, präsenter, selbstvergessener und glücklicher durchs Leben gehen. Durch Musik kann ich mich mitteilen über Worte hinaus oder im besten Fall: kann sich durch mich mitteilen, was größer ist als mein kleines Ich.

Gibt es musikalische Vorbilder, wer sind Deine Idole?

Es gibt viele Musiker und Musikerinnen, die mich beeinflusst haben. Das sind nicht nur Gitarristen, sondern all jene, deren Musik in irgendeiner Art und Weise meinen Körper und Geist "zum Tanz auffordern". Eine kleine Auswahl derer, die das tun sind  in meinen „all time“ Top Ten aufgeführt.

Mir ist Dein außergewöhnlich guter Akustikgitarren-Sound aufgefallen, wie produzierst Du Deine Musik – wie fängst Du an?

Ich nehme meine Akustik-Gitarren mit zwei Rode NT 5 Kondensatormikrofonen ab und den jeweiligen Pu´s. Zur Aufnahme nutze ich ein Zoom H6, importiere dann dessen Wav-Dateien in FL-Studio und mixe die Mikrospuren jeweils rechts und links im Stereopanorama und die Pu-spur(-en) dezenter in der Mitte. Dann füge ich noch etwas Hall dazu. Das war`s.


Welches Equipment benutzt Du?

An erster Stelle meine Gitarren (s.o.). Dann arbeite ich mit Fl-Studio als DAW und der Software von Native Instruments (Komplete). Außerdem nutze ich den POD X3 live und einen Roland AC 60.


Hattest Du schon Veröffentlichungen?

Nein, zumindest keine kommerziellen.


Wie sehen Deine musikalischen Pläne für die Zukunft aus?

Ich arbeite gerade daran, meine akustischen Stücke neu aufzunehmen und sie zu einem Album zusammenzustellen, um dann den Versuch zu starten, es online zu „vermarkten“. Dazu habe ich einen ersten Entwurf einer Homepage gestartet http://www.aober.de, auf der ich die Stücke nach und nach veröffentliche und später evtl. zum Kauf anbiete.


Was magst Du und was magst Du absolut nicht?

Was ich mag: Ehrlichkeit, Staunen, „Lieben ohne Grund“, Mee(h)r sehen, weniger urteilen, Humor, ein großes „Ja“. Es gibt langsam weniger „absolut nicht“ in meinem Leben, weniger entweder oder, schwarz oder weiß. Die "Wahrheit" liegt häufiger dazwischen und mittendrin.


Wie bist du auf MyOwnMusik aufmerksam geworden?

Ich bin mir nicht mehr sicher, ich glaube durch die Musik von Vlad .


Was gefällt Dir an MyOwnMusic besonders gut?

Die wertschätzende Atmosphäre, die mehr Ermutigung als Herabwürdigung kennt und hilfreiche Kritik/Anregung bietet.

Was ist Dein Geheimtipp hier bei MyOwnMusic ?

Angela Laub: Zu Hause


Was sind Deine All-Time-Top 10?

Meine “aktuellen” “All-Time-Top 10“:

  1. Pat Metheny: The truth will always be
  2. Vicente amigo: Ciudad de las ideas
  3. Jonny Lang: Wander this world
  4. Lizz Wright: Speak Your Heart
  5. Swell season: I have loved you wrong
  6. Silje Nergaard : Lullaby to erle
  7. Nitin Sawhney: Breathing light
  8. Klaus Hoffmann: Als wenn es gar nichts wär
  9. Regy Claasen: Ergib dich
  10. Gerd Baumann: Wunderlied 2

 

Wir bedanken und herzlich für das interessante Interview und wünschen Dir für Deine Zukunft viel Glück

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In eigener Sache:


von  Mindmovie am 06.05.2014
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Synchronic Beat
Synchronic Beat Mai 2014
Hallo Andreas.

Ich muss unbedingt mal los werden, dass Dein erster Entwurf einer Homepage wirklich wahnsinnig gut aussieht und auf mich als Betrachter eine tolle Wirkung entfalten.

Das fängt schon bei der Art und Weise des wegscrollenden Namens an. Auch die schönen langsamer scrollenden Fotos als Background sind gelungen.

Oder das erst scrollende und dann oben stehenbleibende Menü, einfach klasse!

Lieben Gruß, Andi :o)